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NWZonline.de Region Friesland Blaulicht

Rasantes Vergnügen mit Unfallgefahr

19.08.2017

Varel „Das Thema brennt“, sagt Ralf Becker, Geschäftsführer der Verkehrswacht Varel-Friesische Wehde. Die Zahl der Unfälle mit Elektrofahrrädern habe in Varel stark zugenommen – wie auch die Zahl der Elektrofahrräder.

Das Fahrrad mit dem eingebauten „Rückenwind“ entwickelt sich zum Verkaufsschlager – und das nicht nur bei Senioren. „Über 50-Jährige kaufen fast nur noch Pedelecs, und auch die Jüngeren entscheiden sich immer öfter für das Rad mit Elektromotor“, sagt Sebastian Schwarz von der Firma Zweirad Schwarz.

Tipps für mehr Sicherheit auf Pedelec

Polizei und Verkehrswacht geben folgende Tipps für mehr Sicherheit auf dem Pedelec:

Helm tragen: „Damit signalisiert der Pedelec-Fahrer anderen Verkehrsteilnehmern auch, dass er zügiger unterwegs ist“, weiß Eugen Schnettler.

Im Fachgeschäft kaufen: „Pedelecs sollte man nicht im Internet kaufen, sondern sich im Fachgeschäft beraten lassen und eine Probefahrt unternehmen“, sagt Ralf Becker.

Vorher üben: Bevor man sich mit dem Pedelec auf die Straße oder den Radweg begibt, sollte man unbedingt das Fahren üben. „Der Umgang mit der Hydraulikbremse und das Anfahren müssen trainiert werden“, weiß Eugen Schnettler.

Info-Abend: Polizei und Verkehrswacht informieren am Mittwoch, 27. September, ab 19.30 Uhr im Büppeler Krug über das Thema „Sicher Rad fahren – mit und ohne Elektroantrieb“. Es referiert Rudi Czipull.

Im Fahrradhaus Reiners sind bereits 70 bis 80 Prozent der verkauften Räder Pedelecs, berichtet Sebastian Mankowski. Jüngere Radfahrer würden sich überwiegend für die Sportversion entscheiden.

Vorbei sind die Zeiten, als dem Elektrofahrrad ein Rentnerimage anhaftete. Wurde ein Elektromotor früher als Zeichen von Schwäche und fehlender Muskelkraft angesehen, sehen die Fahrer heute eher die Vorteile: schneller, weiter und höher radeln.

„Der Zugewinn an Lebensqualität spricht für das Elektrofahrrad“, sagt Sebastian Mankowski, „Leute, die vorher 200 Kilometer im Jahr gefahren sind, fahren jetzt 2000“.

Das Fahren mit Akku-Unterstützung hat allerdings sein Tücken, vor allem für ungeübte Fahrer, weiß Eugen Schnettler, Präventionsbeauftragter der Polizei Varel, der mit sich häufenden Unfällen mit Pedelecs konfrontiert wird. 2014 wurden in Friesland zwei Unfälle mit Pedelecs registriert, 2015 waren es 12 und 2016 schon 26.

„Wir haben es bei uns in der Werkstatt häufig mit Pedelecs zu tun, die bei Unfällen Totalschäden erlitten haben“, berichtet auch Sebastian Schwarz.

Eugen Schnettler weiß, dass viele Senioren die mit dem Pedelec neu gewonnene Mobilität schätzen. Aber viele haben Schwierigkeiten mit der Fahrpraxis und schätzen ihre eigene Reaktionszeit falsch ein. „Der Umgang mit der Hydraulikbremse muss geübt werden und auch der Schub nach vorne ist gewöhnungsbedürftig“, sagt er. Ein großes Problem sei, dass andere Verkehrsteilnehmer die Geschwindigkeit der Pedelecs falsch einschätzen: „Die Autofahrer rechnen nicht damit, dass der Senior auf seinem Rad 25 km/h drauf hat.“

Und manchmal sogar noch mehr, weiß Eugen Schnettler. Wie Mofas und Roller, werden auch Pedelecs von ihren Besitzern „frisiert“. „Wir können das nachweisen“, warnt Eugen Schnettler.

Um die Unfälle mit Pedelecs zu verhindern, hat die Polizei in Varel zusammen mit der Verkehrswacht einen Infoabend organisiert und gibt Tipps für mehr Sicherheit auf dem Elektrofahrrad (siehe Infobox).

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