• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Friesland Blaulicht

So viele Waffen gibt es in Varel

09.08.2017

Varel Wie schwer ist Varel bewaffnet? Kürzlich teilte die Stadtverwaltung mit, dass es in Varel 1878 Waffen gibt, die sich im Besitz von 566 Eigentümern befinden. Was sind das für Waffen, und ist das für eine Stadt wie Varel eigentlich viel? Laut Harald Kaminski, Sachbearbeiter in Sachen Waffen beim städtischen Ordnungsamt, ist das ein normaler Schnitt. Viele der Waffen seien im Besitz von Jägern und Sportschützen. „Wir sind hier ja eher im ländlichen Raum, und damit gibt es hier eben auch deutlich mehr Jagdwaffen als in einer größeren Stadt“, erklärt er.

Eine Besonderheit in Varel: Durch die Nähe zum Meer gibt es hier auch einige Yachten und Segelboote. Deren Besitzer haben oft Signalpistolen an Bord, um auf hoher See im Notfall auf sich aufmerksam machen zu können – und auch diese Signalpistolen fallen unter das Waffenrecht und müssen registriert werden.

Waffen in Varel im Überblick

In Varel sind insgesamt 1878 Waffen registriert. In der Stadt gibt es 566 Waffenbesitzer, die wiederum über 798 waffenrechtliche Erlaubnisse verfügen.

Nicht erfasst sind in dieser Statistik die Waffen, die unter den kleinen Waffenschein fallen, da diese freie Waffen sind. Der kleine Schein erlaubt lediglich das Tragen dieser Waffen in der Öffentlichkeit.

Zuständig für Waffen ist im größten Teil Frieslands der Landkreis. Lediglich in Varel und in Schortens werden die Waffen auf städtischer Ebene erfasst.

Die Daten zu den Waffen und den Eigentümern werden im Nationalen Waffenregister gespeichert. Die Waffenbehörden müssen ihre Daten für das Register anpassen. In Varel ist das bereits geschehen.

Dazu kommen noch einige wenige Waffensammler in Varel, die ein klar definiertes Sammelgebiet haben. Waffen können auch geerbt werden. Das gilt allerdings nur für registrierte Waffen. Finden sich zum Beispiel nach einem Todesfall nicht registrierte Waffen auf dem Dachboden, werden sie zerstört.

Wer solche Waffen findet, sollte am besten die Polizei oder das Ordnungsamt verständigen. Die holen die Waffen dann ab. „Es passiert aber immer wieder, das jemand eine Waffe in eine Wolldecke wickelt und zur Polizei bringt“, sagt Harald Kaminski. Allerdings sollten die Waffen besser abgeholt werden, weil die Behörden auch die entsprechenden Transportmittel haben.

Auch illegale Waffen können abgegeben werden – sogar straffrei. Mit einer entsprechenden Amnestie soll der Bestand an illegalen Waffen reduziert und verhindert werden, dass sie irgendwann in falsche Hände geraten. Sie gilt noch bis zum 1. Juli 2018. Schätzungen zufolge gibt es in Deutschland noch einmal so viele illegale Waffen, wie es legale Waffen gibt.

Nicht registriert werden die Waffen, die unter den so genannten kleinen Waffenschein fallen, wie Gas- und Schreckschusspistolen. Sehr wohl sind dagegen diejenigen registriert, die einen solchen Schein haben. Der kleine Waffenschein erlaubt es, die Schreckschusswaffe auch in der Öffentlichkeit zu tragen. Grundsätzlich sind diese Waffen aber frei.

Die Waffe öffentlich tragen zu dürfen heißt aber nicht, dass man sie überall mit hinnehmen darf. „Bei großen Veranstaltungen haben solche Waffen nichts zu suchen“, sagt Harald Kaminski. Wer zum Beispiel die Schreckschusswaffe beim Vareler Stadtfest dabei hat, muss mit Ärger rechnen, wenn er erwischt wird.

Die Nachfrage nach den kleinen Waffenscheinen ist enorm gestiegen. Nach den Übergriffen in der Silvesternacht von Köln 2015 „will sich jeder bewaffnen“, sagt Harald Kaminski. In Varel stieg die Zahl der Anträge um mehr als 1000 Prozent. Waren es 2015 noch sechs Anträge, kamen 2016 mehr als 80 in Varel zusammen. Mittlerweile flaue die Nachfrage wieder ab. Dieses Jahr waren es schon 20 Anträge.

Das merkt auch Rita Plettenberg von Waffen Tückmantel in der Vareler Innenstadt. Beim Kundenstamm von Jägern und Sportschützen habe sich aber nichts getan. „Da sind die Auflagen auch viel zu hoch“, sagt Rita Plettenberg. Die Nachfrage nach den so genannten Abwehrwaffen, wie Pfefferspray und Schreckschusswaffen, sei dagegen enorm gestiegen. Auch hier gehe der Trend zurück.

Christopher Hanraets Varel / Redaktion Friesland
Rufen Sie mich an:
04451 9988 2504
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.