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NWZonline.de Region Friesland Blaulicht

Alarmstufe „Rot“ in Wangerooger Wehr

13.01.2020

Wangerooge Die Personalsorgen bei der Freiwilligen Feuerwehr Wangerooge und die Diskussion um die mögliche Einführung einer Pflichtfeuerwehr waren das große Thema bei der Jahreshauptversammlung der Inselwehr. Nachdem Gemeindebrandmeister Thorsten Stumpf auf die 46 Einsätze (darunter vier Kleinbrände, etliche Hilfeleistungen und eine große Alarmübung „Schiffsbrand“) im vergangenen Jahr eingegangen war und von Lehrgängen, Dienststunden und über Fuhrpark und Feuerwehrgerätehaus gesprochen hatte, ging es ans Eingemachte: das Personal – vor allem die Kameraden, die nicht da sind.

Zwar liegt der letzte größere Brand auf der Insel schon rund drei Jahre zurück. Doch es mag sich keiner ausmalen, was passiert, wenn es in einem der vielen mehrstöckigen Gebäude einmal brennt und keiner da ist, um zu löschen und die Menschen aus Rauch und Flammen zu retten. Aktuell stehen der Freiwilligen Feuerwehr nur noch 17 Frauen und Männer in der Einsatzabteilung zur Verfügung, sagte Stumpf – „und das auch nur dann, wenn im Notfall auch gerade alle auf der Insel sind und nicht auch noch einige auf dem Festland“. 26 wären daher das Minimum für eine Stützpunktfeuerwehr wie die auf der Insel Wangerooge; mittelfristig sollten es sogar 40 sein, sagte Stumpf.

Auf dem Papier habe die Feuerwehr Wangerooge zwar noch etwas mehr Personal, doch etliche Kameraden seien keine Aktivposten mehr, nehmen an Dienstabenden und Übungen nicht teil und haben sich auch sonst weitgehend ausgeklinkt.

Stumpf wie auch Landrat Sven Ambrosy, Bürgermeister Marcel Fangohr und Kreisbrandmeister Gerd Zunken richteten in ihren Reden den dringenden Appell zunächst an diese Feuerwehrleute, „es sich noch mal anders zu überlegen und zur Feuerwehr zurückzukehren“. Aber auch an alle anderen Insulaner zwischen 18 und 45 Jahren ging der Appell, sich ehrenamtlich bei der Feuerwehr zu engagieren. Die Reaktion auf das Schreiben, das Gemeinde und Feuerwehr gemeinsam aufgesetzt und an alle Insulaner im entsprechenden Alter geschickt haben, macht wenig Hoffnung: Kaum jemand meldete sich. Schlimmer noch: Es gab wüste Beschimpfungen in Richtung Feuerwehr.

Man weiß nicht, ob man diesen Leuten wünschen soll, dass sie selbst mal auf Rettung angewiesen sein mögen. Wissen sollte jeder: Im Notfall ist die Feuerwehr auf der Insel zunächst auf sich allein gestellt; bis Hilfe vom Festland anrücken kann, vergeht – besonders nachts und bei schlechtem Wetter – viel wertvolle Zeit, sagte Stumpf.

Die Feuerwehrkameraden seien „Helden des Alltags“, betonte Ambrosy. „Eine Pflichtfeuerwehr will hier niemand, das widerspricht dem Charakter der Feuerwehr, wie wir sie kennen.“ Der Landkreis tue alles, um die Feuerwehr auf der Insel nach Kräften zu unterstützen. Der Schlüssel für den Erfolg liege oft in der Jugendfeuerwehr. Die sei Garant, dass langfristig die Freiwillige Feuerwehr Bestand hat. Nur leider löse das aktuell die Probleme nicht.

Der Bürgermeister appellierte – auch tags darauf beim Neujahrsempfang – an die Bürger, in die Feuerwehr einzutreten. Er selbst wird mit gutem Beispiel vorangehen und Dienstabende besuchen und baldmöglichst einen Truppmann-Lehrgang mitmachen. Um der Personalnot mehr Dynamik zu verleihen, kündigte Fangohr an, dass die Gemeinde eine Ehrenamtskarte einführen wird – mit Vergünstigen von freien Eintritten bis zu verbilligten Flügen und Schifffahrten, Mietzuschüssen und Bevorzugung bei der Wohnungssuche. „Wir müssen alles dafür tun, besonders die ehrenamtlich Engagierten auf der Insel zu halten und dafür zu sorgen, dass sich Insulaner das Leben auf der Insel auch leisten können.“

Kreisbrandmeister Gerd Zunken lobte Appelle und Engagement, war aber auch erschrocken, wie wenig Resonanz es bisher auf die Hilferufe gab: „Gibt es denn nur noch Egoisten?! Das ist traurig und beschämend.“ An die abtrünnigen Feuerwehrleute gerichtet, sagte er: „Kommt zum Dienst – oder tretet aus!“

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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