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NWZonline.de Region Friesland Blaulicht

Hilfsaktion: Welle der Hilfsbereitschaft macht Mut

04.12.2010

SILLENSTEDE „An Weihnachten mag ich noch gar nicht denken“, sagt Yvonne Köhler (25), wischt sich eine Träne von der Wange und drückt die Hand ihres Lebensgefährten Sascha Mildner (28) noch ein wenig fester. Während draußen leise der Schnee rieselt und sich in vielen Häusern Weihnachtsvorfreude ausbreitet, weiß das junge Paar aus Sillenstede noch nicht einmal, wo es das Weihnachtsfest mit seinen vier kleinen Kindern feiern kann.

Die Familie verlor am vorigen Montagabend bei dem Großbrand in Sillenstede ihr gesamtes Hab und Gut. Auch ihre Nachbarn Nadine Boost und Yvonne Hibbeler mit zwei neunjährigen Mädchen und ein junger Mann stehen nach dem Feuer im alten Sillensteder Dorfkrug vor dem Nichts.

Aber sie sind nicht allein: Nachbarn, Freunde und Familie haben den Brandopfern mit dem Nötigsten geholfen, sind enger zusammengerückt und haben ihnen Nachtquartier für die nächsten Tage geboten. Kirchengemeinde, Dorfgemeinschaft und wildfremde Menschen melden sich bei der Stadt Schortens und bieten Hilfe an. Ob Kleidung, Möbel, Spielzeug – alles ist verbrannt oder von Löschwasser ruiniert und muss nun wiederbeschafft werden.

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„Die Welle der Hilfsbereitschaft ist sehr groß“, sagt Bürgermeister Gerhard Böhling. Die Stadt koordiniere nun die Hilfsangebote. Am dringendsten würden Wohnungen für die beiden Familien in Sillenstede gesucht. „Wir haben bisher zwei Wohnungen angeboten bekommen“, sagt Holger Rabenstein vom Ordnungsamt. Die wolle er sich mit den Familien nun ansehen.

Die Mädchen von Nadine Boost und Yvonne Hibbeler sind vorübergehend bei der Familie in Varel untergekommen. Der Landkreis Friesland habe einen Fahrdienst organisiert, damit die Kinder von Varel zur Schule nach Sillenstede kommen. Auch in Kindergarten und Grundschule Sillenstede sowie auf dem Fliegerhorst Upjever seien Spendenaktionen angelaufen. „Die Hilfsbereitschaft macht uns allen Mut“, sagt Mildner. Dafür seien sie alle sehr dankbar.

Denn mit dem Brand brach ein zweites Unglück über seine Familie herein: Sascha Mildner und Yvonne Köhler haben keine Hausratversicherung. „Die haben wir vor zwei Wochen gekündigt und wollten eine neue abschließen“, sagt der 28-Jährige. Ausgerechnet in dieser Zeit brach das Feuer aus.

Auch Andreas Menßen (20), der in der Wohnung über dem Dorfkrug wohnte, hatte sein Eigentum nicht versichert. „Jetzt fange ich wieder bei Null an“, seufzt der junge Auszubildende. Seine Praktikumsmappe sei das einzige, was er retten konnte.

Seit Montagnacht beschleicht alle fünf Brandopfer ein beklemmendes Gefühl, wenn sie nur an Kaminfeuer oder Kerzenschein denken. Das Feuer habe auch bei den Kindern Spuren hinterlassen. Von den Eltern aus dem Schlaf gerissen und in Panik aus dem Haus gezerrt, standen die Kleinen zunächst barfuß und im dünnen Nachtzeug bei Minusgraden frierend im Garten. Irgendwer brachte den verängstigten Kindern Schuhe und Jacken und setzte sie ins warme Feuerwehrauto, wo sie mitansehen mussten, wie ihr Zuhause abbrannte.

Sascha Mildner kämpft mit den Tränen, wenn er von den schlimmen Erlebnissen der Brandnacht berichtet. „Wir wollten gerade zu Bett, da sah ich vom Flur ein helles Licht. Das ganze Obergeschoss und die Decke über dem Kinderzimmer standen bereits lichterloh in Flammen.“ Intuitiv sei zuerst nach oben gestürmt und habe erst seinen sechsjährigen Sohn aus dem brennenden Haus geholt, danach habe er die unten schlafenden jüngeren Kinder gerettet. Hätte er sich für eine andere Reihenfolge entschieden, hätte das Feuer wohl Menschenleben gekostet. So sind – bis auf all die Erinnerungsstücke – nur Dinge verbrannt, die sich irgendwie ersetzen lassen.

Wer den Brandopfern helfen möchte, kann sich bei der Stadt Schortens melden: Tel. 04461/982 121 oder E-Mail an holger.rabenstein@schortens.de.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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