Varel/Zetel/Bockhorn - Hand aufs Herz: Gehören Sie zu den Autofahrern, die sich an die Richtgeschwindigkeit halten oder eher zu denen, die gern mal fünf, zehn oder auch mehr Kilometer pro Stunde zu viel auf dem Tacho haben? Sicher ist: Zählen Sie zur zweiten Gruppe, sind Sie nicht allein. Etliche Einwohner und Besucher von Varel und Friesischer Wehde geben gern mal Gas.
Häufige die zulässige Geschwindigkeit Überschreitungen
„Generell gelten Bundes- und Landesstraßen als risikobehaftete Straßenführungen, da die zulässige Geschwindigkeit hier häufiger überschritten wird. Dies gilt auch für die Bundes-, Landes- und Kreisstraßen in unserem Polizeiinspektionsbereich, somit auch in Varel, Zetel und Bockhorn“, erläuterte Tina Albers von der Pressestelle der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland auf Nachfrage. „Überhöhte Geschwindigkeiten finden sich jedoch nicht nur auf Bundes- und Landesstraßen, sondern auch auf Stadt- und Gemeindestraßen.“
Feste und mobile Blitzer
Um eben jenen Rasern auf die Schliche zu kommen, sind Polizei und Landkreis im Schulterschluss dabei, den Verkehr zu kontrollieren. Und so gibt es neben den feste Blitzern – etwa an der Bockhorner Straße in Varel – auch zwei mobile Blitzer, die immer wieder zum Einsatz kommen.
„Jede Messstelle wird mit der Polizei abgestimmt und das aktuelle Unfalllagebild wird bei der Planung natürlich berücksichtigt“, erläuterte Nicola Karmires von der Pressestelle des Landkreises. Überwachungsmaßnahmen würden zum Beispiel dort konzentriert, „wo die Wahrscheinlichkeit bestehen kann, dass sich Unfälle ereignen werden“, so Karmires weiter. Die als Gefahrenpunkte ausgemachten Straßenbereiche sind also jene, an denen wiederholt die Verkehrsregeln missachtet werden. Bedeutet: „Im Straßenverkehr wird die Geschwindigkeit nicht grundlos überwacht und sanktioniert“, so Ole Peuckert aus der Pressestelle der Polizeiinspektion.
Besonders gefährdet
„Egal ob mit dem Zweirad, dem Pkw oder dem Bus/Lkw. Eine nicht angepasste Geschwindigkeit birgt ein hohes Unfallrisiko“, erläuterte Peuckert weiter. „Witterungseinflüsse wie Glätte, schlechte Sicht oder auch eigene Fehleinschätzung tragen ebenso dazu bei, Geschwindigkeiten falsch anzupassen und Unfälle zu verursachen.“ Gerade aus diesen Gründen kontrolliere die Polizei Wilhelmshaven/Friesland immer wieder die Geschwindigkeiten an Unfallhäufungsstellen. „Insbesondere an Schulen, denn Kinder sind besonders im Straßenverkehr gefährdet.“
Ganz davon abgesehen, dass Tempo-Vorgaben auf den Straßen beachtet werden sollten, sollte auch der Abstand eingehalten werden. Hier gilt, so erläutert der ADAC: Innerhalb von Städten und geschlossenen Ortschaften sollten etwa drei Autolängen, also ca. 15 Meter, zwischen dem eigenen und dem vorausfahrenden Auto bestehen.
Auf Autobahnen und Landstraßen richten sich Verkehrsteilnehmer nach der Regel „halber Tacho“. Das sind bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h etwa 50 Meter Abstand.
Bei schlechter Sicht oder rutschiger Straße halten Sie am besten doppelt so viel Abstand. Bei 100 km/h sind das also 100 Meter.
Erstes Halbjahr 2023
Wer nun aus einem Gefühl heraus vermuten würde, die Zahl der Raser steigt, der irrt allerdings, zumindest mit Blick auf den gesamten Landkreis. Seit 2019 gehen hier die Verstöße nämlich zurück: Wurden 2019 noch insgesamt 37 619 Verkehrsordnungswidrigkeitsverfahren basierend auf der kommunalen Geschwindigkeitsüberwachung eingeleitet, waren es 2022 „nur“ 22 146. Ein Trend, der sich im ersten Halbjahr 2023 fortgesetzt hat: Hier gab es zwischen Januar und Mai 7513 Geschwindigkeitsverstöße im gesamten Landkreis, Januar bis Mai 2022 waren es mit 9919 noch knapp 10 000.
Schreiben Sie uns
Doch wo sind sie eigentlich, die Raserstrecken, die unseren Lesern aus Varel, Zetel und Bockhorn auf die Nerven gehen – und an denen aus ihrer Sicht öfter geblitzt werden sollte? Schreiben Sie uns an red.varel@nwzmedien.de.
