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Vortrag über Krebs in Jever „Leben lohnt sich auf jeden Fall“

Wolfgang Malzahn
Bei der Scheckübergaben für den guten Zweck (von links): die Vorstandsmitglieder Bernd Jeske, Gerd Thellmann, Hans-Ludwig Janssen und Detlev Klamandt von der Blücherstiftung „Kinder in Not“ sowie Dr. Bernd Schmude, Vorsitzender des Vereins „Stark gegen Krebs“.

Bei der Scheckübergaben für den guten Zweck (von links): die Vorstandsmitglieder Bernd Jeske, Gerd Thellmann, Hans-Ludwig Janssen und Detlev Klamandt von der Blücherstiftung „Kinder in Not“ sowie Dr. Bernd Schmude, Vorsitzender des Vereins „Stark gegen Krebs“.

Wolfgang Malzahn

Jever/Rahrdum - Der Mann weiß genau, wovon er redet. Dr. Bernd Schmude aus Frankfurt bekam mit 47 Jahren die Diagnose „Lymphdrüsenkrebs“. Seine ihn damals behandelnden Kollegen gaben ihm noch höchstens drei Jahre. Jetzt ist der Allgemein- und Sportmediziner 71 Jahre alt, wirkt eloquent und putzmunter und hält vor der Blücher-Stiftung „Kinder in Not“ im Logenhaus in Rahrdum einen höchst spannenden Vortrag unter dem Motto „Diagnose Krebs – mit Optimismus Leben verändern“.

Als Vorsitzender des Vereins „Stark gegen Krebs“ hat Bernd Schmude schon mehr als 140 Vorträge gehalten und fast eine Viertelmillion Euro an Spenden gesammelt. In seinem durchaus humorvoll gehaltenen Vortrag listet der Referent auf, was er als Krebspatient erleiden musste: Die Aussage seiner Kollegen, dass er „unheilbar“ an Krebs erkrankt ist, dass er alle denkbaren Therapien wie Chemotherapie, Bestrahlung, Hochdosis-Chemotherapie oder Stammzellentransplantation durchlebt hat. Und welche unter Umständen völlig nebensächlichen Gedanken den Menschen in vergleichbarer Situation durch den Kopf gehen: Werde ich wieder Skifahren können? Kann ich meinen 50. Geburtstag noch feiern?

Keine Krankheiten googeln

Eine seiner wichtigsten Aussagen: „Hüten Sie sich vor dem Internet. Googeln Sie nicht Ihre Krankheit.“ Im Web werde man eher verunsichert, als dass einem dort geholfen werde. Krebspatienten müssten sich darüber im Klaren sein, dass sie durch viele Höhen und Tiefen gehen werden.

Dass sie sich Gedanken über falsche Ernährung, Übergewicht, Umweltgifte, Rauchen und Alkohol machen müssten – alles Auslöser für das unkontrollierte Zellwachstum, was letztendlich eine Krebserkrankung bedeutet. Schmude stellte dabei heraus, dass Stress – wodurch auch immer verursacht – einer der Hauptauslöser von Krebs ist.

Deshalb sei der wichtigste Schritt, seinen Lebensstil zu ändern. „Unverbesserlicher Optimismus ist eindeutig von Vorteil“, meint der Referent. Genauso wichtig sei es aber, aktiv zu werden und Sport zu treiben. Das bedeute nicht, dass man jeden Tag ins Fitnessstudio rennen muss: „Jeden Tag 20 Minuten spazierengehen bringt auch schon viel.“ Und mit einem dehnbaren Gummiband könne sich jeder 90 Prozent der Fitness holen, die er ansonsten in einem Fitnessstudio erreicht.


Soziale Beziehungen pflegen

Weitere Tipps des Krebs-Experten: die sozialen Beziehungen pflegen, in einem Glückstagebuch jeden Abend fünf Dinge aufschreiben, die man besonders gut gefunden hat. Und möglichst viel lachen: „Lachen erhöht die Zahl der Killerzellen, die die Krebszellen abtöten.“ Der Kernsatz eines jeden Krebspatienten müsse sein: „Ich werde wieder gesund!“

Schmude riet von angeblich zuverlässigen Alternativ-Therapien ab. Eine Ampel sollte veranschaulichen, dass täglich rotes, gelbes und grünes Obst und Gemüse völlig ausreiche, um alle Vitamine aufzunehmen, die der Körper benötigt. Zucker sollte man weglassen. Ganz verboten seien Schokolade oder auch mal eine Schweinshaxe aber keinesfalls. Genau wie das Zellgift Alkohol. Der Referent: „Spaß am Leben ist auch wichtig. Und wenn man gelegentlich Lust auf ein Glas Whisky oder einen Hamburger hat, dann gehört das zum Spaß am Leben.“ Sein Hinweis an alle, die mit der Diagnose „Krebs“ konfrontiert werden: „Akzeptieren Sie die Diagnose, aber nicht die Prognose. Leben lohnt sich auf jeden Fall.“

Gerd Thellmann, Vorsitzender der Stiftung „Kinder in Not“, bedankte sich bei Dr. Bernd Schmude und überreichte ihm einen Scheck in Höhe von 1500 Euro für den Verein „Stark gegen Krebs“. Der wiederum revanchierte sich mit einem 3000-Euro-Scheck für die Blücher-Stiftung, die dieses Geld für die Kinder-Hospizarbeit einsetzen will.

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