Sande - Die Diskothek „Twister-Dance Sande“ liegt am Mittwochvormittag nach dem verheerenden Großbrand in der Nacht in Trümmern. Nachdem die ersten Versuche, den Brand an der Weserstraße noch unter Kontrolle zu bringen, letztlich gescheitert waren, entschied sich die Feuerwehr dazu, die Diskothek kontrolliert abbrennen zu lassen.
Die Einsatzkräfte sind am Dienstagabend um 23.14 Uhr ausgerückt. Fast zwölf Stunden später befindet sich der stellvertretende Ortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Sande, Don Hollje, noch immer im Einsatz. In Jogginghose sitzt er gerade auf der Wache, atmet kurz durch, ehe es an die Säuberung des Materials geht. Trotz großer Erschöpfung nimmt er sich kurz Zeit, seine Eindrücke von der Brandnacht in einem Telefonat mit der Redaktion zu schildern.
Aus kleinen Flammen wurden in nur wenigen Minuten meterhohe Stichflammen
Don Hollje war als erster an der Einsatzstelle und übernahm mit Jan Holst, dem Ortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Sande, die Einsatzleitung. „Ich habe zunächst nur eine kleine Flamme in einer Ecke des Gebäudes gesehen. Da dachte ich: Das kriegen wir auf jeden Fall hin“, sagt Don Hollje. Doch innerhalb weniger Minuten seien dann meterhohe Stichflammen entstanden. „Ich habe noch nie gesehen, dass sich ein Feuer so schnell ausbreitet. Das hat sich in Windeseile durch die Verkleidung gefressen“, schildert er seine Beobachtungen.
Die Nachlöscharbeiten dauern an.
Christoph Hinz
Eine Ruine: Die ehemalige Diskothek „Twister-Dance Sande“.
Christoph Hinz
Die Diskothek Twister-Dance Sande ist in der Nacht zu Mittwoch abgebrannt.
Christoph Hinz
Innerhalb weniger Augenblicke bildeten sich meterhohe Stichflammen.
PolizeiVor Ort bot sich den nach und nach anrückenden Einsatzkräften der Feuerwehren ein mächtiges Schadensbild, wie die Feuerwehr Sande in einem Facebook-Beitrag schreibt. Zunächst hätten sie noch versucht, das Gebäude zu retten. „Wenige Minuten nachdem wir mit den Löscharbeiten begonnen haben, öffneten sich nach und nach die Rauch- und Wärmeabzüge. Meterhohe Flammen schlugen heraus. Das Feuer konnte von außen nur schwer festgestellt werden, da die Diskothek keinerlei Fenster und auch keine Brandmeldetechnik besitzt. Somit konnte sich das Feuer bereits unbemerkt im Inneren ausbreiten“, schildert die Feuerwehr.
Gleich mehrere Umstände hätten die Brandbekämpfung erschwert. Ein Grund dafür laut Hollje: In dem Gebäude waren große Eternit-Platten verbaut. „Die hat es dann zerfetzt. Eternitfasern können allerdings sehr gefährlich für uns werden. Die sind ein rotes Tuch für uns“, erklärt Hollje.
Propangasflaschen, Pyrotechnik und Batteriespeicher im Gebäude
Zudem hätten sich mehrere große Propangasflaschen sowie Pyrotechnik, CO
Verletzt wurde bei dem Brand niemand. Die Feuerwehr schätzt den Schaden auf einen hohen sechsstelligen Betrag.
Don Hollje wird diesen Brand wohl nicht so schnell vergessen. Er freut sich nach dem mehr als zwölfstündigen Einsatz auf sein Bett.
Im Einsatz waren circa 70 Feuerwehrleute von den Freiwilligen Feuerwehren Sande, Varel und Gödens. Die Vareler rückten unter anderem mit der Drehleiter, einem Löschfahrzeug und einem Schlauchwagen an. Am Mittwoch hat in den Vormittagsstunden zudem die Freiwillige Feuerwehr Accum die Nachlöscharbeiten übernommen. Zur Hilfe kam den Einsatzkräften außerdem ein Bagger der Firma Buhr aus Jever. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) versorgt die Einsatzkräfte mit Getränken und stellt einen warmen Unterschlupf für die Pausen bereit.
Auch am Mittwochnachmittag gegen 13 Uhr war noch kein Ende der Löscharbeiten in Sicht. Seitens der Feuerwehr hieß es: „Die Löscharbeiten dauern immer noch an.“
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