Zetel - Sie haben sich gegenseitig ausgetauscht und haben jede Menge Briefmarken miteinander getauscht: Im Wehdehof luden die Briefmarkensammler zum Großtauschtag ein und erfreuten sich einer überwältigenden Resonanz. Sammler Paul Riechmann aus Zetel war mehr als begeistert, schließlich las nicht nur er eine Ankündigung in der Zeitung. „Innerhalb weniger Stunden meldeten sich weit über 50 Anbieter aus ganz Norddeutschland“, erzählt er.
Marken, Münzen, Postkarten
Als es dann am vergangenen Wochenende soweit war, herrschte große Aufregung bei den Sammlerinnen und Sammlern des Zeteler Briefmarkenvereins. Die Veranstaltung begann um 9 Uhr mit einer feierlichen Eröffnung durch den Zeteler Bürgermeister, Olaf Oetken. Bis 14 Uhr hatten die Besucher die Möglichkeit, nicht nur Briefmarken, sondern auch Münzen, Ansichtskarten, Papiergeld und vieles mehr zu tauschen. Die Sammler hatten sich auf einen großen Ansturm von Sammlern vorbereitet:
Aussteller aus dem gesamten Nordwesten waren zu Gast und führten ihre Briefmarken vor. (Bild: Gösta Berwing)
„Unser Vorteil ist, dass wir vor der Tür 200 Parkplätze anbieten können und unser Treffen in einem barrierefreien Saal anbieten. So hat nun wirklich jeder die Chance, vorbeizukommen“, berichtet Riechmann. Er dankt vor allem der Familie Tepe und den Helfern für den gelungenen Tauschtag.
Feldpost aus dem Weltkrieg
Wenig Platz auf seinem Ausstellungstisch brauchte Burkhard Schäfer aus Friedeburg. Er hatte nur die doppelten Stücke aus seinem Sammelgebiet zur Feldpost aus dem Ersten Weltkrieg mitgebracht. Er machte die Runde und schaute sich bei sämtlichen Ständen um, doch für seine recht spezielle Sammlung konnte er keine neuen Schätze ausfindig machen.
Mit wesentlich mehr Alben war Bertold Wunderle aus Cuxhaven angereist. Sein Kofferraum und die Rückbank sind immer voll, wenn er einmal im Monat zu Tauschbörsen unterwegs ist. Seit 67 Jahren sammelt er die kleinen gezackten Papierstückchen und hat sich mittlerweile auf europäische Ländersammlungen spezialisiert.
Geschichte bewahren
Das Briefmarkensammeln wird oft als Hobby für ältere Menschen angesehen, das langsam aus der Mode gekommen ist. Doch die überwältigende Resonanz beim Großtauschtag zeigte den Mitgliedern des Briefmarkenvereins in Zetel, dass das Sammeln nach wie vor beliebt ist und außerdem Menschen jeden Alters anspreche. „Da sind sich hier alle einig: Es ist nicht nur ein Hobby, denn wir setzen uns aktiv mit der Geschichte, die die Marken erzählen, auseinander“, erklärt Paul Riechmann. Viele Briefmarken stammen aus Ländern, die es heute nicht mehr gibt, und haben somit ihre eigene historische Geschichte. Das Sammeln von Briefmarken ermögliche es den Sammlern, diese Geschichten zu entdecken und zu bewahren.
