Schortens - Ob es ein eher ruhiger Sonntag für die Helferinnen und Helfer wurde oder ob sich sogar Schlangen im Abstimmungslokal gebildet haben, das lag ganz daran, für welches Wahllokal das Personal eingeteilt war. In 19 Schulen, Bürgerhäusern und Versammlungsstätten standen am Sonntag die Türen für die Abstimmung über die Zukunft der oberen Menkestraße in Heidmühle offen.
Eine Initiative der Kaufleute hatte einen Bürgerentscheid ins Rollen gebracht. Am Sonntag lag es nun an den wahlberechtigten Schortensern, über die Frage „Sind Sie dafür, dass die Menkestraße durchgängig für den Kfz-Verkehr befahrbar bleibt?“ auf dem Abstimmungsbogen mit Ja oder Nein abzustimmen.
In Middelsfähr und Roffhausen interessierten sich vergleichsweise wenig Einwohner für diese Entscheidung. Von den 978 (Middelsfähr) beziehungsweise 670 (Roffhausen) Wahlberechtigten waren am frühen Nachmittag erst jeweils rund 60 zur Abstimmung gekommen. „So ein Bürgerentscheid ist im demokratischen Recht verankert. Und das nehme ich selbstverständlich wahr – auch wenn ich nicht direkt betroffen bin. Man kann ja aber durchaus auch als Außenstehender eine Meinung haben und die dokumentiere ich hier“, meinte ein Bürger. So dachten aber nur wenige.
Sven Folkert Janssen gab in Roffhausen seine Stimme ab. Er kauft oft in Schortens ein. (Foto: Annette Kellin)
Sven Folkert Janssen gab seine Stimme im Wahllokal Roffhausen ab. Er befürchtet deutliche Verluste für die Kaufleute an der oberen Menkestraße, sollte die Straße geschlossen bleiben, erklärte er. Zudem ärgere er sich auch selber über den Umweg, der zurzeit zu fahren sei.
Auch Thomas Schlimgen würde eine andere Lösung bevorzugen: „Ich wünsche mir mehr Unterstützung für die wenigen Selbstständigen, die wir noch haben.“ Manuel Röben dagegen hielt die Abbindung für eine Bereicherung, ganz abgesehen davon, dass sie mehr Sicherheit für Radfahrer bringe.
Ähnlich sieht es Monika Urban. Sie kreuzte auf ihrem Abstimmungsbogen „Nein“ an. Sie sieht viele Vorteile in der Abbindung, Schortens gewinne dadurch mehr ruhigere Zonen – Vorteile für Fußgänger und Radfahrer, meinte die Schortenserin.
Im Wahllokal in der Grundschule Heidmühle musste sie sogar kurz anstehen, denn hier gingen alle zur Abstimmung, die im direkt betroffenen Bereich leben. Von den 1246 Wahlberechtigten aus dem Bereich Heidmühle-Feldhausen waren am frühen Nachmittag bereits 280 Stimmen abgegeben, im Bereich Heidmühle-Zentrum waren von 973 Wahlberechtigten mehr als 200 an der Urne (jeweils ohne Berücksichtigung der Briefwahl).
Die Stimmung unter den Bürgern war gemischt, sodass auch die Wahlhelferinnen und Wahlhelfer in den Abstimmungslokalen am Nachmittag noch keine Tendenz abgeben mochten, wie der Bürgerentscheid denn nun ausgehen würde.
Die neuen Poller, die für die Abbindung der oberen Menkestraße installiert wurden, erhitzen die Gemüter in Schortens. (Foto: Annette Kellin)
