Schortens - Im Rathaus, das der Öffentlichkeit zugänglich war, blieb die Verwaltung am Sonntagabend während der Auszählung der Stimmen zum Bürgerentscheid unter sich. Punkt 18 Uhr wurde ein letzter Blick in den Briefkasten geworfen, bis dahin hatten die Bürgerinnen und Bürger Zeit, ihre Stimme abzugeben. Und tatsächlich kamen auch noch wenige Briefe in letzter Minute an.
Und mit dem Auszählen der Briefwahlstimmen waren die Wahlhelfer auch tatsächlich am längsten beschäftigt, denn allein 1235 Mal waren die Unterlagen angefordert worden. Die Auszählung der Stimmen – Briefwahlstimmen wurden im Rathaus gezählt, die anderen in den jeweiligen Wahllokalen – verlief vollkommen unspektakulär. Wie meist, gab es aber auch hier einige Stimmzettel, die neben oder statt der zu setzenden Kreuze Kommentare enthielten. „Es gab nichts Pöbelhaftes, aber einige sachliche Kommentare“, sagte eine der Wahlhelferinnen. Insgesamt waren am Ende 18 der 5938 abgegebenen Stimmen ungültig.
Weil das Publikum fehlte, war die Stimmung im Rathaus sachlich-kühl. „Mir war erst einmal wichtig, dass die Abstimmung reibungslos vonstattengeht, nachdem die Stimmung vorab ja doch politisch ziemlich aufgeheizt war. Und da ist alles hervorragend gelaufen“, zog Heiko Klein vom Fachbereich Ordnung und Soziales ein Fazit.
Auf Bürgermeister Gerhard Böhling und Heiko Klein kommt in den nächsten Tagen eine Menge Arbeit zu, denn nun muss das Ergebnis des Bürgerentscheids umgesetzt werden. Am Montag wurde das Abstimmungsergebnis nochmal geprüft und das amtliche Endergebnis am Abend im Abstimmungsausschuss festgestellt.
An diesem Dienstag wird das Ergebnis im Verwaltungsausschuss vorgestellt. Anschließend soll in Gesprächen mit der Politik und den Anliegern über eine Lösung beraten werden. „Ich bin verpflichtet, den Bürgerentscheid umzusetzen und werde das auch in einer angemessenen Zeit tun“, sagte Böhling. Innerhalb von zwei bis vier Wochen sollen alle Möglichkeiten ausgelotet und „eine für alle Beteiligten gute Lösung gefunden werden“.
