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Klimaneutral dank Eisspeicher Energieversorgung im Bürgerhaus Schortens „auf Eis gelegt“

Blick in die nahe Zukunft: So soll das Bürgerhaus Schortens nach Modernisierung und Erweiterung aussehen. Baubeginn soll in etwa einem Jahr Anfang 2025 sein.

Blick in die nahe Zukunft: So soll das Bürgerhaus Schortens nach Modernisierung und Erweiterung aussehen. Baubeginn soll in etwa einem Jahr Anfang 2025 sein.

Stadt Schortens

Schortens - Kantig und modern, viel Glas, tragende Säulen und vor allem klimaneutral: Bis 2027 soll das erweiterte und umfassend modernisierte und aufgestockte Bürgerhaus Schortens ganz neu aufgestellt sein und Kernstück der „neuen Mitte“ von Schortens sein. Wie aber wird das Innenleben des neuen Bürgerhauses aussehen? Wie sieht der Zuschnitt der Räume aus, was verändert sich zum Beispiel im großen Saal, in der Bücherei, im Kulturbüro oder auch in der Bürgerhaus-Gastronomie? Im Januar will die Stadt Schortens die Bürgerinnen und Bürger und alle, die es interessiert, zu einer öffentlichen Infoveranstaltung ins Bürgerhaus einladen und dort über den aktuellen Planungsstand berichten. Einen genauen Termin für den Infoabend gebe es noch nicht, der müsse noch mit dem Architekten abgestimmt werden, berichtete Bürgermeister Gerhard Böhling. Aktuell arbeitet das Neuenburger Planungsbüro Thalen an den Details für das neue Bürgerhaus.

Umbau ab 2025

16 bis 17 Millionen Euro, so die (derzeitige) Kostenkalkulation, wird das neue Bürgerhaus kosten – das ist soviel wie zwei Schortenser Hallenbäder. Aber: Ein Löwenanteil davon, zwölf Millionen Euro, kommt als Zuschuss aus dem Fördertopf „Strukturhilfe Kohleausstieg“. „Ein enormer Beitrag“, so Böhling. Für ihn war die Millionen-Zusage daher auch die beste und erfreulichste Nachricht für Schortens in diesem Jahr.

2024 werde das Bürgerhaus noch in bewährter Weise genutzt werden können. Der große Saal und die Versammlungsräume stehen noch zur Verfügung. Aber ab Anfang 2025 wird umgebaut. Bis dahin muss klar sein, wo das Kulturprogramm zwei Jahre lang stattfinden kann. Fix ist noch nix – aber im Moment spricht offensichtlich viel für eine Halle auf dem TCN-Gelände in Roffhausen. Ob das Bürgerhaus für die eine oder andere Veranstaltung auch mal auf Tour geht, ist derzeit ungewiss. Um neues Publikum zu gewinnen, spricht einiges dafür; der große logistische Aufwand spricht vielleicht eher dagegen. Auch die vielen Gruppen, Vereine und Organisationen, die das Bürgerhaus nutzen, sollen für die etwa zweijährige Umbauphase eine verlässliche Alternative angeboten bekommen. „Wir arbeiten daran und versuchen, so gut es geht zu unterstützen“, sagte Böhling. Im Laufe des Frühjahrs sollen die Fragen beantwortet sein. Die Bücherei zieht bereits Anfang des neuen Jahres in die früheren Räume von Actic Fitness ins Hallenbad um.

Wärme aus Eisspeicher

Auch mit Blick auf weiter steigende Energiepreise ist die Klimaneutralität oberstes Gebot der Modernisierung. Fossile Brennstoffe waren gestern, das neue Bürgerhaus soll mit einem Eisspeicher geheizt werden. Ein Eisspeicher ist eigentlich ein Wärmespeicher. Denn beim Gefrieren und Auftauen von Wasser wird Wärme freigesetzt, die man für die Raumheizung und die Warmwasserbereitung nutzen kann. Im Mittelpunkt dieses Systems stehen neben einem Eisspeicher eine Wärmepumpe sowie ein gekoppelter Solar-Luft-Absorber. Der Eisspeicher selbst ist eine nicht isolierten Zisterne – diese wird mit Regenwasser aufgefüllt und in die Erde gesetzt. Im Inneren der Zisterne sind Kunststoffrohre verlegt – diese sind wiederum mit der Wärmepumpe verbunden. Das Funktionsprinzip ist vergleichbar mit einer Grundwasser- oder Erdwärmepumpe. Die Wärmepumpe entzieht dem Wasser in der Zisterne die Wärme. Über den Warmwasserspeicher wird das Haus mit der nötigen Energie für das Heizen und die Warmwasseraufbereitung versorgt. Im Sommer kann man die Anlage zum Kühlen nutzen.

„Ein Markenname“

In drei Jahren soll das alles fertig sein. Und auch wenn das Bürgerhaus dann eher an eine Stadthalle erinnert: Der Name „Bürgerhaus Schortens“ bleibt erhalten, so Bürgermeister Böhling. „Das ist ja wie ein Markenname und in der Kultur- und Kleinkunstszene überregional ein Begriff.“

Oliver Braun
Oliver Braun Redaktion Jever
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