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Bürgerverein Sande Osterfeuer am Sander See ist Geschichte

Annette Kellin
Der Vorstand im Bürgerverein Sande hat sich verschlankt (von links): Jürgen Conrad (Festausschuss), Ute Roßkamp und Sylke Lübben (beide Vorsitzende), Ute Conrad (Festausschuss), Britta Kranzioch (Protokoll), Wilfried Wurst (Kasse) und Theo Kerker (plattdeutsche Runde).

Der Vorstand im Bürgerverein Sande hat sich verschlankt (von links): Jürgen Conrad (Festausschuss), Ute Roßkamp und Sylke Lübben (beide Vorsitzende), Ute Conrad (Festausschuss), Britta Kranzioch (Protokoll), Wilfried Wurst (Kasse) und Theo Kerker (plattdeutsche Runde).

Annette Kellin

Schortens - Der Bürgerverein Sande geht in puncto Osterfeuer neue Wege: Erstmals seit Jahrzehnten wird es am Sander See kein Feuer geben, stattdessen präsentiert der Verein ein Osterspektakel für die ganze Familie am Samstag, 8. April, ab 16 Uhr auf dem Gut in Altmarienhausen. Das gab der Vorstand bei der Jahreshauptversammlung bekannt.

Probleme bei Lieferung

Hintergrund für die Änderung sind die Probleme bei der Strauchanfuhr in früheren Jahren. Es seien oftmals Materialien angeliefert worden, die laut Verordnung des Landkreises nicht aufs Osterfeuer dürften. Bei der Aufforderung, diese Dinge wieder mitzunehmen, sei es immer wieder zu Pöbeleien gekommen. „Wir haben überall ehrenamtliche Kräfte im Einsatz, die das aber nicht mit sich machen lassen wollten und dann ihren Dienst quittiert haben. Ohne die Helfer geht es nicht, wir mussten eine Entscheidung treffen“, erklärte Sylke Lübben vom Vorstand.

Spiel- und Bastelaktionen

Das Osterspektakel soll Ausgleich schaffen, es gibt Spiel- und Bastelaktionen, Führungen durch den Naturgarten der Anlage, der Imkerhaus hat geöffnet und natürlich gibt’s auch was Leckeres vom Grill. Die Gastronomie des Marienstübchens sorgt für Kaffee und Kuchen. Zur Eröffnung spielen die Moorland Pipes & Drums, gegen Abend gibt’s noch eine Feuershow.

Osterfeuer am Sande See

Das Osterfeuer am Sander See ist Geschichte. Dass der Bürgerverein das Osterfeuer am Sander See nicht organisiert, hat zur Folge, dass es auch zukünftig kein Feuer mehr dort geben wird, denn als Osterfeuer gelten Brauchtumsfeuer, die ohne Unterbrechung stattgefunden haben (Corona ausgenommen). Damit geht also eine Tradition verloren.

Voller Terminkalender

Auch sonst geht der Bürgerverein immer wieder neue Wege, um ein attraktives Programm zu bieten. So wurde unter anderem von der mehrtägigen Fahrt in Sandes Partnergemeinde Ueckermünde berichtet, außerdem gab‘s eine Besichtigung in einer Wollweberei und einen Bingonachmittag. Nach Corona hätten viele Mitglieder Nachholbedarf an geselligen Veranstaltungen, sagte Ute Roßkamp vom Vorstand. So soll es in diesem Frühling ein gemeinsames Spargelessen geben. Die plattdeutsche Runde und die Radgruppe sind wieder aktiv. Hier wollen die Verantwortlichen die Termine allerdings jeweils spontan bekanntgeben, um die Wetterlage besser einschätzen zu können. Der Vorstand hat sich verschlankt, die Versammlung stimmte zu, nur noch zwei statt bisher drei Vorsitzende zu haben.

Auch beim Kassenverwalter reicht eine Person aus, bisher gab es zwei. Die Beiträge bleiben stabil bei acht Euro pro Mitglied. Wie fast alle Vereine kämpft der Bürgerverein mit Mitgliederschwund, 550 Personen sind hier noch engagiert, 26 weniger als noch 2022.

Bürgermeister zu Gast

Zu Gast war Bürgermeister Stephan Eiklenborg, der die Fragen der Bürger beantwortete. So ärgerte sich jemand, dass die Berliner Halle derzeit weder von Flüchtlingen belegt noch von Sportlern genutzt werden kann. Es sei aber wichtig, Möglichkeiten zur Einquartierung zu haben, denn die Verteilung laufe noch immer so, dass überraschend ein Bus mit Flüchtlingen zugewiesen werde. „Und dann muss ich sofort eine Unterbringung haben“, erklärte Eiklenborg. Ärgerlich war man auch darüber, dass das Dorfgemeinschaftshaus in Cäciliengroden erhalten werden soll. „Es gab doch einen Bürgerentscheid. Wie kann sich die Politik so über den Bürgerwillen hinwegsetzen?“, fragte eine Bürgerin. Eiklenborg erläuterte, dass der Bürgerentscheid nicht maßgeblich sei, weil zu wenig Bürger zur Wahl gegangen seien. Es sei ein Trugschluss, dies mit einem „Nein“ gleichzusetzen. Nun habe die Politik eben so entschieden. „Mit den Konsequenzen werden wir klarkommen müssen.“ Zur Frage nach der Entwicklung des Sander Sees konnte der Bürgermeister nur eins sagen: „Kein Geld“.

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