Friesland - Als Elfriede Schwitters aus Schortens das Schreiben der Niedersächsischen Staatskanzlei bekam, in dem stand, dass ihr das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen werden sollte, hielt sie das im ersten Moment für „Fakenews“. „Für mich war das erst real als der Landkreis Friesland mir das so bestätigte“, sagte sie am Donnerstag im Schloss Jever. Dort hatte kurz zuvor Landrat Sven Ambrosy stellvertretend für den Bundespräsidenten Elfriede Schwitters das Bundesverdienstkreuz angesteckt.
Vielfältig engagiert
Damit wurde ihr vielfältiges ehrenamtliches Engagement in der Kommunalpolitik, der ev.-luth. Kirchengemeinde Schortens und in der regionalen Kultur gewürdigt. Den meisten dürfte Elfriede Schwitters wohl als langjährige FDP-Ratsfrau in Schortens und FDP-Kreistagsabgeordnete in Friesland bekannt sein. 2021 hatte sie sich nach 30 Jahren aus der Kommunalpolitik zurückgezogen.
Was dagegen nur wenige wissen: Ihre ersten politischen Gehversuche absolvierte sie in Bockhorn/Grabstede. Insgesamt drei Jahre saß sie für die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) im Rat, bevor sie 1988 nach Schortens zog und bei der FDP eintrat. 1991 trat sie dann zum ersten Mal für diese Partei an und wurde direkt gewählt. So begann eine lange kommunalpolitische Karriere. Durch ihre freundliche und charmante Art gelang es ihr, sich etliche Male durchzusetzen. Von 1996 bis 1999 war sie auch stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Schortens und hat darüber hinaus in vielen Fachausschüssen auf Stadt- und Kreisebene mitgearbeitet, mitberaten und mitentschieden.
Charmante Art
Sowohl Landrat Sven Ambrosy als auch Bürgermeister Gerhard Böhling und dessen Allgemeine Vertreterin Anja Müller schätzen Elfriede Schwitters bis heute für ihre Art und ihr großes Engagement. „Du bist eine unglaublich fleißige Kommunalpolitikerin, die engagiert an Themen dran geblieben ist und das mit einer sehr liebenswürdigen und charmanten Art“, lobte Ambrosy.
Auch Böhling, der seine Rede auch wegen der Bedeutung die das Plattdeutsche für Elfriede Schwitters und ihre Weggefährten aus FDP und Heimatverein hat, auf Platt hielt, lobte sie als einen „unheimlich freundlichen Menschen, der auch menschlich immer ein Vorbild sein wird“.
Ebenso engagiert ist Elfriede Schwitters auch in der ev.-luth. Kirche Schortens. Sie übernimmt Besuchsdienste für Senioren, ist sehr aktives und leitendes Mitglied im Frauengesprächskreis und an vielen weiteren Stellen in der Kirchengemeinde nicht wegzudenken. Bei all dem ist sie aber bescheiden geblieben und musste fast „ins Scheinwerferlicht gezerrt werden“, wie Ambrosy es augenzwinkernd nannte.
„Für mich ist das alles immer selbstverständlich gewesen“, sagte die 78-Jährige, die angesichts „so vieler netter Worte“ über sich zu Tränen gerührt war. „Ich denke, jeder kann mithelfen und nach seinen Fähigkeiten einen Beitrag leisten. Alle meine Ehrenämter sind für mich immer eine Bereicherung gewesen, denn wer viel gibt, der bekommt auch viel zurück.“
