Bockhorn - „Wird noch was an der Drainage des Platzes verändert?“ Diese Frage stellte Harald Duttke von der FDP-Fraktion in der Rubrik „Anfragen und Mitteilungen“ der jüngsten Bockhorner Ratssitzung.
Damit brachte er ein Thema auf die Tagesordnung, dass in Bockhorn schon länger polarisiert: die neugeschaffene Spielfläche für den Fußballverein BV Bockhorn. Der Platz wurde als Ausgleich für die auf einer alten Spielfläche errichtete kommunale Kita in der Uhlhornstraße geschaffen.
Das Problem: Der neue Platz ist nicht bespielbar. Fotos aus Dezember zeigen ihn durchnässt. Die Suche nach Lösungen gestaltet sich allerdings schwierig. Eine Seite beruft sich auf ein Gutachten, die andere fordert andere Maßnahmen. Aber wo liegt das Problem?
Nasser Dezember
Fotos aus Dezember zeigen Teile des Platzes deutlich durchnässt, besonders der sogenannte Elternbereich. Ein nasses Spielfeld sei aber öfter, als nur im Dezember zu beobachten, so Harald Duttke. Dass so kein Spielbetrieb möglich wäre, darüber sind sich auch die Ratsfraktionen einig. „Wir sind definitiv unzufrieden“, bezieht Thorsten Reuter Stellung in der Ratssitzung.
Die Baumaßnahmen des Platzes seien allerdings abgeschlossen, so Kerstin Meyer-Staudt vom Bauamt der Gemeinde in der Ratssitzung. Im August 2021 habe es ein Gutachten von einer Fachfirma für Sportplätze gegeben. Nach diesem habe die Gemeinde den Platz gebaut. „Gutachten hin oder her, mag ja auch alles richtig sein. Aber uns stellt sich die Frage, ob das alles so unten ist, denn der Boden besteht von unten aus Lehm“, sagt Thorsten Reuter.
Der Platz heute
Unsere Redaktion verabredet sich im März mit dem ersten Vorsitzenden des BV Bockhorns, Heinz Hinrichs, und dem Jugendleiter des Vereins, Thorsten Reuter, für eine Besichtigung des Platzes.
Die beiden Vereinsmänner betonen, die Art der Drainage reiche nicht aus. Die anderen beiden Plätze des BV Bockhorns seien mit einer Drainage, mit Leitungen versorgt, „dabei wird das Wasser durch kleine Rohre abtransportiert“, erklärt Hinrichs. Aus dem neuen Platz wurde allerdings eine Drainage mit Kies installiert. „Hier soll das Wasser durch den Kies nach unten absickern. In den Erdschichten darunter befinde sich aber eine Lehmschicht und das Wasser könne nicht abfließen“, erklärt Thorsten Reuter. Die Kies-Drainage reiche also nicht aus, sind sich die Männer sicher. „Wir können von Glück reden, wenn wir den Platz von Juli bis August nutzen können und da liegen noch sechs Wochen Sommerferien dazwischen“, sagt Thorsten Reuter frustriert.
Ärger und Frust
„Wir haben in den letzten drei Jahren auf so viele Dinge hingewiesen, die sich jetzt als richtig erweisen. Das ärgert uns maßlos“, sagt Heinz Hinrichs vom BV Bockhorn. „Dass es wichtigere Themen gibt, als einen neuen Sportplatz kann ich verstehen, aber wir haben das Thema nicht aufgemacht“, sagt Thorsten Reuter.
Der Verein zeigt sich frustriert. Wenn nicht doch eine Drainage mit Leitungen eingebaut werde, sind sich die Männer sicher, könne der Platz nur im Hochsommer genutzt werden. Da sich das Training des BV Bockhorns jetzt auf zwei Plätze konzentriert, seien die anderen beiden Plätze bereits überfordert, so Hinrichs. Er vermutet, dass im Sommer in den B-Platz investiert werden muss, um die Überlastungen abzumildern.
Wünsche
„Wir fordern nichts Außergewöhnliches. Wir fordern nur, dass unsere Spielfläche, wie sie uns durch die Kita genommen wurde, wie besprochen und beschlossen wieder hergestellt wird. Mehr wollen wir nicht“, sagen Thorsten Reuter und Heinz Hinrich.
Auch Streit mit der Gemeinde wollen sie nicht, aber eine Lösung, betonen sie. „Uns ist wichtig, wie wir jetzt mit der Geschichte umgehen“, fasst es Thorsten Reuter zusammen: „Es ist zwar nachvollziehbar, dass sich die Gemeinde auf das Gutachten bezieht, aber die Fakten liegen jetzt auf dem Tisch: so hat es nicht funktioniert“, sagt Reuter.
