Carolinensiel - „Wir sind mit unserer Gemüseernte in diesem Jahr etwa 14 Tage später“ sagt Redelf Heyken: Er baut in Carolinensiel-Waterstraat Kartoffeln und Gemüse an. „Unsere Kunden warten immer schon auf das frische Gemüse aus der Region “, berichtet er.
Das kalte Frühjahr hat die kleinen Pflänzchen ausgebremst und die übermäßigen Regenmengen haben Flächenteile überspült, so dass der Knacksalat verfaulte. „Wenn wir noch sonnige warme Tage bekommen“, so Heyken, „rechnen wir mit einer geringeren, aber qualitativ hochwertigen Ernte von unserem fruchtbaren Marschboden, der in den letzten Wochen nicht so von der Sonne verwöhnt wurde.“
Vierte Generation auf Hof
In vierter Generation wird auf dem Hof zwischen Altfunnixsiel und Altharlingersiel von der Familie Heyken Kartoffelanbau betrieben. 1962 erweiterte Otto Heyken die Milchwirtschaft mit Schweinemast und Getreideanbau mit der Vermehrung von Kartoffelsaatgut. Die schlechten Milchpreise in den 1970er Jahren waren ein Grund, die Milchviehhaltung aufzugeben und die Schweinemast zu forcieren. 1985 erweiterten die Heykens den Saatkartoffelanbau um Esskartoffeln. Aus Rentabilitätsgründen wurde 2010 die Schweinemast eingestellt.
„Gemüse wird in Deutschland vorwiegend im Freiland angebaut“, berichtet Sönke Heyken, der in vierter Generation den Heyken-Betrieb übernehmen will. Nach Angaben des statistischen Bundesamtes wurde 2020 auf einer Fläche von ca. 126 000 Hektar Gemüse gepflanzt. Heykens begannen vor zehn Jahren mit dem Gemüseanbau. „Unsere Kartoffelkundschaft auf den Märkten in Sande, Voslapp und Rathausplatz Wilhelmshaven hat uns dazu ermutigt, Gemüse mit anzubieten“, erzählt er.
0,5 Hektar für Gemüse
Das Geschäft läuft gut, doch mehr als o,5 Hektar Gemüsefläche sollen es nicht werden. 10 000 Gemüsepflanzen wie Rot- und Weißkohl, grünen und weißen Blumenkohl, Romanesco und Salat brachten Heykens im Frühjahr mit der Pflanzmaschine in die Erde. Sie sind nun teilweise erntereif, Grünkohl und Sprutkohl und Rosenkohl ergänzen das Angebot im Spätherbst.
Heykens sind zwar kein anerkannter Biobetrieb, produzieren aber nachhaltig. Zur Schädlingsbekämpfung setzen sie biologische Mittel ein, betont Heyken. Weil das feuchtwarme Wetter besonders die Vermehrung der Kohlweißlinge gefördert hat, wird nun mit Vorsicht punktuell biologisch die Eiablage bekämpft, um Raupenfraß zu verhindern.
„Die Vermarktung des Gemüses ist für Erzeugerinnen und Erzeuger eine große Herausforderung“, erklärt Senior Otto Heyken. Einen Hofladen gibt es nicht, „unsere Frischeprodukte können bestellt und dann bei uns abgeholt werden“. Vor den Markttagen wird geerntet und dann am Spätnachmittag der Lastwagen beladen. Die mehlig kochende Frühkartoffel Leyla ist bereits für die Märkte im Verkauf, Sorge bereitet die Belana-Ernte, weil der Acker für den Roder nur schwer passierbar ist.
