Cleverns - Schnell verbreitete sich am Mittwochmorgen die Nachricht unter den Eltern der Grundschule Cleverns: Auf dem Schulweg ist einigen Kindern ein Wolf begegnet.
Schnell die Runde gemacht
Und auch auf dem Schulhof ist es Thema Nummer eins: „Da ist überhaupt kein Wolf hinter den Spielgeräten, du lügst!“, heißt es aus der einen Ecke und: „Hast du gehört? Ein Fuchs war bei der Schule. Müssen wir das Mama sagen?“, aus der anderen. Unter den Eltern hat sich die Neuigkeit ebenso schnell verbreitet. In mehreren Whatsapp-Gruppen sowie auf Facebook wurde ein Post geteilt, in dem eine Mutter von der Begegnung ihres Kindes mit einem Wolf berichtet. Und das hat Folgen. Zahlreiche besorgte Eltern organisierten sich am Mittwoch untereinander und bildeten unter anderem Gruppen, um ihre Kinder gemeinsam von der Schule abzuholen.
Eltern bewahren Ruhe
Johanna Nießen hat über eine Eltern-Whatsapp-Gruppe von der Wolfssichtung erfahren. Sie fährt ihre Kinder aber meistens sowieso mit dem Auto zur Schule, weil ihr jüngerer Sohn noch in den Kindergarten geht. „Mir ist vor allem wichtig, dass die Kinder jetzt nicht in Panik versetzt werden“, sagt sie. „Ich denke aber, dass es okay ist, die Kinder nun erstmal wieder auf dem Schulweg zu begleiten. Wir lassen unsere auch weiter im Garten spielen, der ist gut eingezäunt und von uns ist sowieso jemand draußen mit dabei.“
Auch andere Eltern bewahren Ruhe. „Um den Social-Media-Post kam man nicht herum“, erzählt eine weitere Mutter aus Cleverns. „Wir haben bei uns auf dem Hof auch schon Maßnahmen ergriffen und etwa die Tiere reingeholt. Aber was die Kinder angeht, können wir eh nichts ändern: Zur Schule und zurück bringe ich sie schon.“
Zu nah gekommen
Melanie Held aus Rahrdum musste sich nicht auf die sozialen Medien verlassen, um von der Begegnung der Kindergruppe mit dem Wolf zu erfahren: Ihr neunjähriger Sohn Aaron hat am Dienstagmorgen selbst die Erfahrung gemacht. „Ich war bei der Straße Am Eichenwall in der Nähe vom Clevernser Schulweg, als wir mit dem Fahrrad zur Schule gefahren sind“, berichtet der Drittklässler. „Da stand er auf einem Feld. Wir waren ganz leise und zum Glück hat er uns nicht bemerkt. Dann sind wir umgedreht und haben einen anderen Weg genommen.“
„An der Schule, wo ich mein anderes Kind gerade zum Kindergarten gebracht habe, hat er mir dann davon erzählt“, sagt Held. „Jetzt bringe ich die Kinder wieder gemeinsam mit dem Auto hin und her.“ Das gilt auch außerhalb der Schule: „Aaron war sonst auch viel alleine unterwegs mit dem Fahrrad, um seine Freunde zu besuchen. Das haben wir fürs Erste ausgesetzt. Der Wolf ist mir für mein Empfinden zu nah an mein persönliches Umfeld gekommen. Deswegen bin ich für eine Abschussgenehmigung“, so Melanie Held.
