Jever/Cleverns - „Heute vor einem Jahr, am 17. Februar, war unser großer Sturmeinsatz. Wenn man raus schaut, hoffe ich, dass unsere Jahreshauptversammlung nicht durch ein Unwetter unterbrochen wird.“ An diesen ganztägigen Feuerwehreinsatz erinnerte Cleverns neuer Ortsbrandmeister Philipp Köhler am Freitagabend bei der Jahreshauptversammlung im Gartencafé de Boer in Sandelermöns. Das Jahr 2023 ist ein besonderes: Am 1. November 1933 wurde die Freiwillige Feuerwehr Cleverns gegründet, dieses Jahr wird sie 90.
Rathaustür verschlossen
Personal, Material, Ausbildung, Einsätze, Blick in die Zukunft: So strukturierte er die Tagesordnung mit einem kurzen aber inhaltsreichen Ablauf. Köhler erinnerte an das Dilemma der verhinderten Amtseinführung mit der verschlossenen Rathaustür. Aus laufbahnrechtlichen Erwägungen wurde in letzter Minute die Amtseinführung verschoben, ohne aber die Clevernser Feuerwehrführung darüber zu informieren. Weil die Akademie für Brandschutz Köhler bislang die erforderlichen Lehrgänge nicht bereitstellen konnte, ist Eile geboten.
Herausforderungen
Am 30. September 2024 endet seine kommissarische Bestellung als Ortsbrandmeister und ohne die erforderlichen Lehrgänge kann er nicht weitermachen. Eine ausreichende und an die Zeit angepasste Ausstattung und Ausrüstung sei in der Freiwilligen Feuerwehr Cleverns vorhanden. Köhler bezeichnete das als Basis für eine funktionale Einsatztruppe. Zum Jahresende 2022 zählte die Feuerwehr Cleverns 32 Einsatzkräfte, das ist ein Drittel des Personalbestands der Stadtfeuerwehr. „Wenn wir zu unseren acht Frauen noch eine dazu-gewinnen, hätten wir eine komplette Gruppe“, sagte der Ortsbrandmeister.
„Die Herausforderungen für uns als Akteure als Teil des Bevölkerungsschutzes nehmen immer weiter zu“, mahnte er im selben Atemzug. Der Vielfalt der Großereignisse stoße für die Einsatzkräfte oft an die Grenzen der personellen Möglichkeiten. Dafür wird mehr freiwilliges Personal benötigt. Beim Tag der offenen Tür im vergangenen Jahr hatte die Feuerwehr mehr Eintritte erwartet. Die Wertschätzung der Feuerwehr ist vorhanden. Doch das Mitwirken für den Fall der Fälle blieb unbeantwortet.
