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Labore in Omikron-Welle überlastet Zwei Testzentren in Jever werten PCR-Tests jetzt selber aus

Symbolbild.

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Julian Stratenschulte/dpa

Jeverland - Die Corona-Variante Omikron ist auf dem Vormarsch, auch im Jeverland. Neue Testgeräte machen allerdings schnelle Ergebnisse möglich, genau wie neue Testmethoden. Labore kommen dennoch an ihre Grenzen – je mehr PCR-Tests gemacht werden, desto länger dauert es, bis sie ausgewertet sind. Deswegen setzen Testzentren in Jever nun auf Auswertungen vor Ort.

Sowohl das Testzentrum von Healthcare-Nordwest bei Famila als auch das Testzentrum an der Schlachtstraße gehen diesen Weg. „Die Labore kommen einfach an ihre Grenzen und nehmen teilweise auch keine Proben mehr an“, sagt Sascha Abraham von Healthcare-Nordwest. Darum arbeitet der Dienstleister seit kurzem mit der Firma Bosch zusammen. Bosch hat mit dem „Vivalytics Analyser“ eine Plattform entwickelt, die laut eigener Aussage „PCR-Tests in Laborqualität“ liefert. Bosch nennt es „die All-in-One-Lösung für PCR-Schnelltests“.

Relevante Berufe

„Es ist das schnellste Gerät auf dem Markt“, sagt Hussein Wehbe von Healthcare-Nordwest. Demnach sind mit dem Vivalytic bis zu 30 PCR-Test-Auswertungen in einer Stunde möglich. „Die Auswertung vor Ort hat den Vorteil, dass die Menschen innerhalb einer Stunde sichere Ergebnisse bekommen“, sagt Sascha Abraham. Das sei vor allem für gesellschaftlich relevante Berufsgruppen interessant.

Diese sind es auch, auf die sich der medizinische Dienstleister bei seinen Tests fokussiert. „Das ist auch so gewollt“, sagt Hussein Wehbe. „Wir testen vorrangig Menschen aus den systemrelevanten Berufsfeldern.“ Healthcare-Nordwest setzt in seinen Testzentren ausschließlich medizinisches Fachpersonal ein. Alle Informationen zur Anmeldung für einen PCR-Test gibt es online auf der Webseite von Healthcare-Nordwest.

Laborunabhängig

Auch das Testzentrum an der Schlachtstraße in Jever hat sich ein neues Gerät zugelegt, das in Kürze zum Einsatz kommen soll. „Damit sind wir dann unabhängig von den Laboren“, sagt Dr. Stefanie Beier. So könne man die Last auf mehrere Schultern verteilen und die Labore entlasten. Momentan bekommen Getestete ihr Ergebnis innerhalb von 48 Stunden. Mit Hilfe des neuen Gerätes und neuer Testmethoden soll die Wartezeit deutlich reduziert werden.


„Mit dem neuen Gerät werden wir in der Lage sein, Pool-Testungen durchführen zu können“, sagt Dr. Stefanie Beier. Dann kann das Team innerhalb von 39 Minuten 20 Proben gleichzeitig auswerten. Bei dem so genannten Pooling besteht eine Probe aus maximal zehn Abstrichen, die gemeinsam beprobt werden. Ist das Ergebnis negativ, hat sich die Beprobung erledigt. Kommt „positiv“ heraus, muss jeder der zehn Abstriche einzeln beprobt werden. Mit der Pooling-Methode sind pro Stunde also theoretisch 200 Test-Auswertungen möglich.

Aber: „Wenn eine Probe positiv ist, müssen wir die einzelnen Abstriche natürlich nochmal einzeln testen“, erklärt Dr. Stefanie Beier, die in ihrem Testzentrum primär Privatpersonen testet. Der hypothetische Wert von 200 Testungen sei allerdings auch das Maximum. „Dann kommen auch wir an unsere Grenzen.“ Eine Anmeldung ist unter Tel. 0157/51 91 59 17 möglich oder online unter jever.testet-schnell.de. Ein PCR-Test für symptomfreie Personen kostet aktuell 79 Euro.

Sarom Siebenhaar
Sarom Siebenhaar Redaktion Jever
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