Sande - „Beltane“, vier gestandene Musiker aus Wilhelmshaven, die sich der Musik aus Irland und dem „Celtic Folk“ verschrieben haben, war der „Abräumer“ in der Kulturreihe „Cultura“, die in Sande über die Bühne des Gemeindehauses lief. Das Quartett beendete die diesjährige Reihe, sie trafen exakt den Nerv des Publikums und waren zugleich mit Abstand der gefragteste Auftritt in dieser Reihe.
Am Freitagabend war der Saal im Gemeindehaus gut besetzt, als Volker Henning, Marc Stünkel, Christian Gruel-Hafemann und Norbert Dreyer zu den Instrumenten griffen und spontan mit einem flotten Stück die ersten Besucher aus der Reserve lockten. Das Publikum erlebte einen musikalisch überaus stimmungsvollen Abend zwischen schnellen Tanzweisen und melancholisch vorgetragenen Balladen, die Musiker, die alle mehrere Instrumente spielen, erhielten viel Applaus.
Christian Gruel Hafemann beeindruckte mit seinen Soli auf der Flöte.
Bleibt aber nun die Frage, wie es mit der Reihe „Cultura“ weitergeht. Schon vor Corona und den damit einhergehenden Beschränkungen war „Cultura“ eine Reihe, die wechselndes Interesse fand.
Was kommt wirklich an?
Noch im Gemeindehaus in Neustadtgödens, das mittlerweile lange zu einer Kindertagesstätte umgebaut ist, lief die Reihe mal mehr mal weniger gut. Man muss wohl schon sehr gut im Thema sein, um einigermaßen vorhersehen zu können, welche Gruppen, Einzelinterpreten und Genres bei welchem Publikum ankommen und welche nicht. Zumal auch überall Veranstaltungen im Sinne von „umsonst und draußen“ aus dem Boden sprießen, die dann eben ohne Eintritt laufen.
Ball abgesagt
„Wir haben diesmal etwas ganz Neues gewagt, zum Auftakt sollte es einen Ball geben. Und obwohl wir eine renommierte Tanzschule mit diesem Abend beauftragt hatten, die eigentlich immer Garant für gute Stimmung ist, hat es nicht funktioniert: Es wurden zu wenig Karten verkauft, sodass wir die Reißleine gezogen haben und den Ball abgesagt haben“, berichtete Tobias Hartmann von der Gemeinde Sande.
Kinderdisco
Die Kinderdisco, ebenfalls in Zusammenarbeit mit einer Tanzschule, hätte besser besucht sein können, „die Kinder und Eltern, die da waren, hatten aber viel Spaß und waren ganz begeistert“, so Hartmann. Ein Konzert mit dem Duo „Blue Tales“ und ein witziges Ein-Personen-Stück hätten wesentlich mehr Zuschauer vertragen.
Unterm Strich habe sich die Veranstaltungsreihe finanziell nicht getragen, die Gemeinde musste kräftig zuschießen. „Diese Reihe wird in diesen Tagen bei den Haushalsgesprächen sicher auch Thema sein“, meinte Hartmann. Die Politik müsse nun entscheiden, wie es damit weitergehen solle.
