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Henry Niebling aus Dangast Seit den 80ern hat er tausenden Varelern das Schwimmen beigebracht

Mehreren tausend Menschen aus Varel und Umgebung hat Henry Niebling (Mitte) das Schwimmen beigebracht. Bei seiner Arbeit im Quellbad wird er unter anderem von den Fachangestellten für Bäderbetriebe Maurice Bruns (links) und Larissa Schumacher.

Mehreren tausend Menschen aus Varel und Umgebung hat Henry Niebling (Mitte) das Schwimmen beigebracht. Bei seiner Arbeit im Quellbad wird er unter anderem von den Fachangestellten für Bäderbetriebe Maurice Bruns (links) und Larissa Schumacher.

Lena Hruschka

Dangast - Das Dangast Quellbad feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Jubiläum. Von Anfang an dabei ist der heutige Schwimmmeister und technische Leiter Henry Niebling. Das 63-jährige Urgestein ist „der Mann für alles“ im Quellbad und kümmert sich unter anderem um den Aufsichts- und Rettungsdienst, um die Verwaltung und Organisation vom Schwimmunterricht, von Pflege und Saisonvorbereitung bis hin zur Betriebstechnik.

Mit 15 ein Retter

Bereits 1975, als das Meerwasserquellbad – der Vorgänger des heutigen Dangast Quellbades – eröffnete, engagierte sich Niebling im Alter von 15 Jahren in der Wasserrettung. Nach seinem Schulabschluss und einem Berufsgrundbildungsjahr Metall habe er eine Ausbildung bei BMW Paffen zum KFZ-Mechaniker begonnen. Nach der Ausbildung wechselte er zur Berufsaufbauschule Technik. 1978 fing er erneut als Rettungswachgänger am Badestrand und am Freibad am Bäker an. „Dann klopfte die Bundeswehr an meine Tür“, so Niebling. 1981 kam er als Schwimmmeistergehilfe zurück zum Meerwasserquellbad. „So ging das dann richtig los bei mir und den Bädern“, erzählt Niebling.

Im damaligen Meerwasserquellbad sei er im Alter von 21 Jahren teilweise für die Sicherheit von bis zu 5000 Besucherinnen und Besuchern pro Tag zuständig gewesen. „Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen“, so Niebling. Zwischenzeitlich rotierte er zwischen Hallenbad, Freibad am Bäker und Meerwasserquellbad.

Meisterprüfung

Programm zum 25. Jubiläum

Vor 25 Jahren wurde das damalige Meerwasserquellbad mit großem Außenbecken und kleiner Anschwimmhalle zu einem wetterunabhängigen, modernen Freizeitbad, dem DanGastQuellbad, umgebaut.

Zum Jubiläum lädt das Dangast Quellbad alle Badegäste zu einem Geburtstags-Programm am Samstag, 1. Juli, von 10 bis 21 Uhr ein. Den ganzen Tag über können sich Besucherinnen und Besucher zum anderthalb Stunden Tarif im Quellbad aufhalten.

Von 10.30 bis 11 Uhr wird ein Schnupperkurs „Aqua-Power“ für bis zu 30 Personen mit Ulf Christoph angeboten.

Von 13 bis 17 Uhr beginnt ein Familien-Spielenachmittag mit dem DLRG-Spielmobil im und am Wasser.

Von 14 bis 15 Uhr wird ein Rutschwettbewerb, aufgeteilt in verschiedene Altersklassen, für Kinder und Jugendliche ab sechs Jahren stattfinden. Ein separater Wettbewerb für Kinder unter sechs Jahren soll auch veranstaltet werden.

Von 18 bis 21 Uhr soll ein gemütlicher Sommerabend mit Musik sowie Speisen, Getränken und Cocktails vom Bistro Thalassa veranstaltet werden. Auch Wellnessmassagen können hinzu gebucht werden. Es wird um Anmeldung gebeten.

Kurz vor der Geburt seiner ersten Tochter im Jahr 1991 legte Niebling seine Meisterprüfung ab. „1996 begann der Umbau zum heutigen Quellbad“, erinnert er sich. Zwei Jahre später, kurz bevor das heutige Dangast Quellbad eröffnete, erkrankte sein Vorgänger und Niebling kehrte endgültig nach Dangast zurück. „Seitdem bin ich hier.“ Sein in der Ausbildung erlangtes Wissen helfe Niebling bis heute in seinem Job. „Im Technikraum kenne ich alles und vieles habe ich davon sogar selbst gebaut“, so der 63-Jährige. In über 35 Jahren als Schwimmlehrer habe er mehreren tausend Menschen aus Varel und umzu das Schwimmen beigebracht.

Die „Spaß-Abteilung“

Eine seiner liebsten Aufgaben im Quellbad sei „das Entertainment seiner Badegäste und Kollegen“, denn: „Ich gehöre zur Spaß-Abteilung. Früher haben wir hier teilweise wirklich witzige Aktionen veranstaltet. Einmal haben wir eine Wette abgeschlossen, ob wir es in zehn Minuten schaffen, 20 Kinder per trockenen Fußes über das Außenbecken zu befördern“, erinnert sich Niebling. Zumindest 15 Kinder haben sie – ähnlich wie beim Wasserski – innerhalb der Zeit über das Becken gezogen. Doch auch gefährliche und traurige Momente verbindet der 63-Jährige mit seiner Zeit im Quellbad: „Zwölfmal war ich an Reanimationen beteiligt.“


Unter den Reanimationen seien auch Kinder gewesen: „Das ist das Schlimmste für mich“, so Niebling. Auch den Chemieunfall im März 2023 werde Niebling nicht vergessen. „Dass ich heute hier sitze, ist wirklich verdammtes Glück“, beschreibt er.

Heute Vater und Opa

Seit 1986 ist Niebling verheiratet. Mit seiner Ehefrau hat er zwei gemeinsame Töchter. Auch eine Enkeltochter habe er bereits. Dennoch müsse man für den Beruf leben, meint Niebling. Es bleibe nur wenig Zeit für sein Privatleben, denn oft sei er auch der Ansprechpartner für Fragen und Probleme außerhalb der Arbeitszeit. „Meine Familie musste über all die Jahre viel zurückstecken.“ Noch in diesem Jahr, 25 Jahre nach der Eröffnung des heutigen Quellbades, wird Niebling in die Rente verabschiedet. Besonders freue er sich dann auf das „rumtüddeln an Projekten“. Er ist und bleibe ein Handwerker: „Wir haben ein großes Haus, da kann ich meine Projekte verwirklichen.“ Eines seiner Lieblingsprojekte sei jedoch sein Segelboot. Auch daran werke der 63-Jährige. „Das Ruderblatt habe ich komplett selbst konstruiert“, erklärt er. Ob in diesem Jahr ein endgültiger Abschied von der Arbeit erfolge, wisse der 63-Jährige noch nicht: „Das Quellbad ist auch ein bisschen mein Baby. Ich hadere noch mit mir. Ich kann mir vorstellen, in Altersteilzeit weiter dort zu bleiben. Aber das wird die Zeit zeigen.“

Lena Hruschka
Lena Hruschka Volontärin, 2. Ausbildungsjahr
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