Jever - Christoph Gerken will noch in dieser Woche in Urlaub fahren. Er ist geimpft und will sich in der Apotheke die Impfungen beglaubigen lassen – für den digitalen Impfpass, den Impfzentren, Ärzte und Apotheken seit 14. Juni ausstellen sollen. Jekatherina Johannpeter, Mitarbeiterin der Löwenapotheke in Jever, muss Gerken enttäuschen: Heute ist die Übergabe eines Impfzertifikats nicht möglich, die Internetseite des Deutschen Apothekerverbands sei überlastet. Dort müssen sich die Apotheken ersteinmal registrieren. Sie und ihre Kollegen hoffen, dass es ab Ende der Woche klappen kann.

Der digitale Corona-Impfausweis

Der digitale Impfpass speichert nur Impfungen gegen das Coronavirus und ist eine freiwillige Ergänzung zum gelben Impfheft. Neben den Impfungen sollen demnächst in der App auch Negativtests und überstandene Infektionen dokumentiert werden können.

Geeignet sind die Corona-Warn-App (ab Version 2.3) und die neue CovPass-App. Ab Mittwoch, 16. Juni, kann der Impfnachweis auch in der Luca-App angezeigt werden. Die Apps sind gratis.

Unter „Mein Apothekenmanager“ finden sich Apotheken, die u.a. Schnelltests anbieten und das digitale Impfzertifikat ausstellen.

Genauso ergeht es auch den anderen Apotheken in Jever. Sowohl in der Bären-Apotheke von Sonja Reuß als auch in der Schlossapotheke gab es am Montagmorgen bereits die ersten Anfragen nach dem digitalen Impfpass. „Wir werden das auf jeden Fall machen und haben uns bereits registrieren lassen, per Post muss nun der Zugangscode für unsere Apotheke kommen“, erklärt Reuß. „So schnell können die Apotheken das nicht regeln, das war wieder sehr überstürzt von der Regierung“, sagt sie.

Geimpfte erhalten von ihrer Arztpraxis, dem Impfzentrum oder der Apotheke einen QR-Code für jede Covid-Impfung. Via CovPass-App wird der Code abgelesen – der digitale Impfpass zeigt zunächst nur die Impfung gegen das Coronavirus und kann für Reisen ins Ausland genutzt werden.

Das ist Gerken aber auch wichtig, schließlich sind in seinem gelben Impfpass alle Impfungen seit Kindertagen dokumentiert. Würde er diesen verlieren, wäre das schon schade, sagt er. „Dann hätte ich doch lieber die Corona-Impfung auf meinem Handy dabei.“ Er und die meisten, die am Montag nachfragten, zeigten Verständnis dafür, dass die Apotheken noch nicht technisch ausgerüstet sind. Diese hingegen hoffen, ihren Kunden so bald wie möglich Nachweise über die Corona-Impfung bereitstellen zu können.