Bockhornerfeld - „Es bleibt immer die Sorge, dass eines Tages ein Autofahrer mit seinem Wagen bei mir im Wohnzimmer steht“, sagt Katrin Schoefer. Aus ihrem Fenster hat die Bockhornerfelderin einen guten Blick auf die Gabelung Dorfstraße/Filmerdamm: „Die Leute fahren teilweise mit bis zu 50 Kilometern pro Stunde um die Ecke.“
Uwe Twele, ebenfalls Bockhornerfelder, bewegt vor allem das Verkehrsgeschehen vor den Bushaltestellen in der Ortschaft: „Alleine bei der Haltestelle Heidekrug beobachte ich häufig, wie dort geschnitten wird. Eigentlich sollte der Schulbus mit Schrittgeschwindigkeit überholt werden, aber daran halten sich viele einfach nicht.“
Die Einwohner gehören zu einer zehnköpfigen Bürgergemeinschaft, die den alltäglichen Verkehr schon seit längerem beobachtet. Ihr Wunsch: Die Dorfstraße soll vom Ortseingang bis Ortsausgang inklusive des Reindersdamms eine 30er-Zone werden. Das die Dorfstraße über keinen eigenen Bürgersteig verfügt, sei ein weiteres Argument für eine solche Verkehrsberuhigung, findet Katrin Schoefer.
Unauffällig
Janina Schäfer, Sprecherin der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland, teilt auf Nachfrage unserer Redaktion mit, dass die Unfallsituation aus polizeilicher Sicht als völlig unauffällig zu bewerten sei. Im Jahr 2018 wurden in Bockhornerfeld zwei Verkehrsunfälle polizeilich bekannt. 2019 gab es lediglich einen Wildunfall, 2020 wurde ein Unfall bekannt, als sich zwei Autos im Begegnungsverkehr touchierten. Verletzt wurde dabei niemand.
Auf die Frage, ob aus polizeilicher Sicht aufgrund des fehlenden Bürgersteigs eine Entschärfung sinnvoll ist, teilt die Polizeiinspektion unter anderem mit: „Die dargestellte Unfalllage und die allgemeinen polizeilichen Erkenntnisse bieten aus hiesiger Sicht keine Argumente dafür.“
Nicht jeder dafür
Dem Wunsch nach einem durchgehenden 30er-Bereich auf der Dorfstraße steht Bockhorns Bürgermeister Thorsten Krettek differenziert gegenüber: „Nach meiner Kenntnis sind nicht alle Bockhornerfelderinnen und Bockhornerfelder für eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Kilometer pro Stunde.“
Zur Zeit sei eine Geschwindigkeitsbegrenzung für alle Kraftfahrzeuge über 3,5 Tonnen angeordnet. Dies beträfe nicht nur den landwirtschaftlichen Verkehr, sondern auch den öffentlichen Personennahverkehr und alle weiteren Kraftfahrzeuge über 3,5 Tonnen. Der Wunsch nach einer weitergehenden Verkehrsberuhigung auf der Dorfstraße besteht aus Sicht des Bürgermeisters allein bei den Anwohnern, die direkt betroffen seien.
