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Weihnachten in Dykhausen Das Zentrum der „Christkinder“

Annette Kellin

Dykhausen - Zufälle gibt es, die würde man eher in einem kitschigen Roman vermuten als im echten Leben. Und man reibt sich die Augen, wenn sie tatsächlich passieren. So wie in Dykhausen.

Gerade mal 170 Einwohner hat dieser kleine Ortsteil von Sande, und es gibt tatsächlich gleich vier „Christkinder“ in diesem Dorf – Menschen also, die am Heiligabend Geburtstag haben. Die „Christkinder“ aus Dykhausen sind Neele Kujath, Erzieherin, die am Heiligabend 23 Jahre wird, Mareike Petersen (36), Krankenschwester, Stefan Haak (43), Servicetechniker, und Ulrike Oncken-Roeben (50), Krankenschwester.

Gemeinsame Feier?

Natürlich wissen sie alle voneinander, denn bei 170 Einwohnern kennt jeder jeden. Eine gemeinsame Feier haben sie aber bislang noch nicht organisiert. In diesem Jahr haben die Vier allerdings schon mal darüber nachgedacht, ob es nicht zu einem schönen Brauch werden könnte, abends vor dem Heiligabend-Gottesdienst mit den anderen Dorfbewohnern unter freiem Himmel auf das neue Lebensjahr anzustoßen.

Tag ist zweigeteilt

Denn der Tag ist immer zweigeteilt: „Es geht los mit dem Geburtstag, wenn aber um 17 Uhr der Gottesdienst beginnt, dann ist der Geburtstag zu Ende und Weihnachten beginnt“, erzählt Stefan Haak. Als er vor zwölf Jahren nach Dykhausen zog und sich der Nachbarschaft vorstellte, wurde er natürlich auch nach seinem Geburtstag gefragt. „Ich kenn‘ das schon, der Heiligabend als Geburtstag bleibt nie unkommentiert stehen. Aber hier in Dykhausen hießt es gleich: Ach, du ahnst es nicht, noch einer… – und ich habe ganz schön blöd geguckt, als ich erfuhr, dass hier wohl das Ballungszentrum der Christkinder ist“, sagt Haak schmunzelnd. Neele Kujath ist dabei auch noch gleich seine Nachbarin, und die wiederum ist eine Cousine von Mareike Petersen.

Für Mareike Petersen war Neele Kujath einst so etwas wie ein zusätzliches Weihnachtsgeschenk. Sie kann sich noch genau erinnern, wie ihre Tante mit dem winzigen Baby wenige Stunden nach der Entbindung zum Familienfrühstück auftauchte. „Du lagst in so einem riesigen Trageding und hast die ganze Zeit geschlafen“, erzählt sie ihrer jüngeren Cousine. Geburtstag an Heiligabend – fehlt da nicht immer was? „Ich kenne das ja gar nicht anders, aber ich habe auch nie etwas vermisst“, sagt Stefan Haak und erzählt, dass er auch schon mal die „Halbzeit“ gefeiert habe, um mal eine Sommerparty genießen zu können. Sein Fazit: „Ne, das ist nicht das Gleiche, einmal hat gereicht.“


Frühstück mit Familie

Bei Neele Kujath hat sich ein riesengroßes Frühstück im Familienkreis etabliert, zu dem jeder etwas mitbringt. „Dieses Frühstück ist extrem wichtig. Ohne das geht es nicht. Und natürlich wird dabei auch schon das eine oder andere Glas Sekt getrunken“, verrät sie.

Mareike Petersen ist bei diesem Frühstück immer dabei, eine eigene Tradition für ihren Geburtstag hat sie aber nicht. „In diesem Jahr organisiere ich auch keine Feier, irgendwie ist mir gerade nicht danach“, sagt sie.

In diesem Jahr der 50.

Für Ulrike Oncken-Roeben steht in diesem Jahr ein besonderes Fest an. „Ein halbes Jahrhundert, das ist schon was. Da gibt’s erstmal zum Reinfeiern einen zünftigen Mädelsabend mit einigen Freundinnen – lecker Essen, viel Quatschen und selbst gemachter Marsala sind die Hauptkomponenten“, sagt sie schmunzelnd.

Insgesamt sind die Geburtstagsfeiern aber anders als bei „normalen“ Geburtstagskindern immer mit vielen Überlegungen verbunden. „Es ist egal, was du machst, die Leute sind immer irgendwie unentspannt“, sagt Stefan Haak.

Jeder hat noch was vor

„Klar, wenn du reinfeierst, guckt jeder auf die Uhr, weil am folgenden Tag ja wieder Programm ist. Und wenn du morgens was organisierst, guckt jeder, dass er ja nicht zu spät loskommt, weil ja nachmittags auch noch was ist“, erzählt Ulrike Oncken-Roeben.

Aber unterm Strich seien das nur Kleinigkeiten. „Wichtig ist, wir sind vom Dorf, wir stehen alle füreinander ein und deshalb – ob Christkinder oder nicht – sind wir ganz einfach toll.“

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