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Ehemaliges Kaffeehaus Rahrdum Bauschutt türmt sich - nichts passiert

Die Baustelle auf dem Gelände des ehemaligen Kaffeehaus Rahrdum ist mit Bauzäunen gesichert, Bauschutt türmt sich. Doch nichts passiert.

Die Baustelle auf dem Gelände des ehemaligen Kaffeehaus Rahrdum ist mit Bauzäunen gesichert, Bauschutt türmt sich. Doch nichts passiert.

privat

Jever - Die Bauarbeiten stehen still auf dem Gelände des ehemaligen „Kaffeehaus Rahrdum“ - und das ist der SWG/FB-Fraktion in Jever ein Dorn im Auge. In einem Antrag schreibt sie, dass das geplante Neubauprojekt aufgrund der Insolvenz der Heino Frerichs GmbH auf dem Gelände derzeit nicht umgesetzt wird. Die Fraktion macht Druck: Sie will, dass die Stadtverwaltung sich mit der Insolvenzverwaltung über eine adäquate Herrichtung des Geländes beziehungsweise des Baufeldes an der Rahrdumer Straße verständigt.

Rückblick: Im Frühjahr dieses Jahres begannen die Abrissarbeiten des traditionsreichen „Kaffeehaus Rahrdum“, das seit Ende 2022 leer stand. Nach Informationen dieser Zeitung hatte das Bauunternehmen Heino Frerichs auf dem weitläufigen Grundstück den Bau von Mehrfamilienhäusern geplant. Der Landkreis Friesland bestätigte damals auf Nachfrage, dass dort ein Bauvorhaben geplant sei und auch Gehölze in geringem Umfang dafür entfernt werden dürften.

Ein Stück Gastronomiegeschichte

Damit endete ein Kapitel jeverscher Gastronomiegeschichte. Schon zu Kaisers Zeiten ist die Gaststätte bewirtschaftet worden, die anfangs noch „Zum gemütlichen Rahrdum“ hieß. Ab 1909, nachdem das Ehepaar Katharina und Ahrend Ahrens das Geschäft übernommen hatte, lautete der Name „Kaffeehaus Rahrdum“. Bis 1975 betrieben Tochter und Schwiegersohn des Paares die Gastronomie noch weiter. Auch unter den späteren Wirten blieb das Kaffeehaus eine gute Adresse und behielt seinen Namen, obwohl es hier nicht nur Kaffee gab - man konnte dort gepflegt essen, kegeln und feiern.

Bauzäune sichern Gelände

Doch nun steht alles still. Die Baustelle ist mit Bauzäunen gesichert, Bauschutt türmt sich. Das Bauunternehmen Heino Frerichs in Jever hat seinen Betrieb nach mehr als 100 Jahren Unternehmensgeschichte im September eingestellt. Bereits Mitte Juni war das vorläufige Insolvenzverfahren eingeleitet worden. Seitdem wurde der Betrieb aufrechterhalten. Bestehende Aufträge wurden nach Angaben des Insolvenzverwalters Rechtsanwalt Michael Waculik weiter abgewickelt. Die Nachfrage, wie es konkret mit diesem Projekt in Rahrdum aussieht, blieb am Donnerstag allerdings noch unbeantwortet.

Begonnene Arbeiten nicht beendet

„Leider wurde durch die Ereignisse der Firmen Heino Frerichs und des beauftragten Abbruchunternehmens der begonnene Abriss des Kaffeehauses Rahrdum nicht vollständig vollzogen“, schreibt die SWG/FB in ihrem Antrag. „Hierdurch wird das Ortsbild empfindlich gestört. Verletzungsgefahren drohen beim Eindringen (Kinder) auf das Baugelände. Ferner können in den Bauschuttresten auch unerwünschte Nebenerscheinungen (Ratten) entstehen.“


Die SWG/FB vermutet, dass aufgrund der „derzeitigen wirtschaftlichen Voraussetzungen im Bereich Bauen (...) ein Ersatzprojekt in naher Zukunft dort nicht gestartet wird.“ Das will sie mit ihrem Antrag ändern.

Antje Brüggerhoff
Antje Brüggerhoff Lokalredaktion, Jeversches Wochenblatt
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