Neustadtgödens - Mit Christine Münkenwarf und Hendrick Clemens engagieren sich jetzt zwei junge Nachwuchskräfte im Heimatverein Gödens-Sande, deren Väter maßgeblich zur Gründung des Vereins beitrugen und lange im Vorstand tätig waren. Sie wissen also genau, worauf sie sich einlassen, dass nicht alles reibungslos läuft und es auch mal Frust geben kann. Doch das werden sie meistern, sind sich die beiden sicher, die schon gemeinsam bei den „Nordseekrabben“ tanzten und sangen, als es die noch unter dem Dach des Heimatvereins gab.
Seit der Geburt im Verein
Sich für Vereinsarbeit zu verpflichten, ist nicht gerade der Hit in der Generation, die mitten im Leben steht. Ganz anders bei Christine Münkenwarf. „Ich gehöre schon seit meiner Geburt zum Heimatverein“, sagt die 38-Jährige, die mit Ehemann und Hund in Neustadtgödens lebt, schmunzelnd.
Christine Münkenwarf
Ihr Vater, Lothar Mehl, war Schriftführer im Verein und übernahm auch sonst immer wieder Aufgaben bei Veranstaltungen und Festen. Ihre Mutter, Karin Mehl, leitete die „Nordseekrabben“ an, die oft mit ihren Volkstanz-Aufführungen begeisterten. Der Hochbautechnikerin ist es heute wichtig, das Dorfleben zu stärken, Nachbarschaften zu pflegen. Und deshalb hat sie sich ganz spontan entschieden, selber mit anzupacken. „Ich habe schon lange immer mal wieder unterstützt. Jetzt war der Zeitpunkt, sich festzulegen.“ Sie wurde vor Kurzem zur zweiten Vorsitzenden gewählt.
Bunt und liebenswert
Der Heimatverein Gödens-Sande wurde 1979 gegründet, um die Wasserschöpfmühle auf dem Wedelfeld zu retten. Die Mühle ist mittlerweile in einem guten Zustand, muss natürlich immer wieder im Blick behalten werden. Doch diese Aufgabe gehört zum „Alltagsgeschäft“. Brauchtumspflege, das locke heute nicht mehr. „Wir wünschen uns einen modernen Verein, der das Dorfleben bunter und liebenswerter macht“, sagt Christine Münkenwarf.
Dem stimmt Hendrick Clemens zu. Der ebenfalls 38-Jährige lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Neustadtgödens. „Die Vereine müssen bleiben, sie sind wichtig für das Dorfleben, damit nicht jeder für sich wurschtelt“, sagt der Verwaltungsangestellte. Schon sein Vater, Michael Clemens, engagierte sich im Vorstand, war lange zweiter Vorsitzender. Als Hendrick Clemens hörte, dass Merle Mänz als Vorsitzende mit dem Gedanken spielte, alles hinzuwerfen, weil es sich als extrem schwierig erwies, immer wieder Unterstützer zu organisieren, sprach er sie spontan an und bot seine Mitarbeit im Vorstand an. Jetzt wurde er als Schriftführer gewählt.
„Wir brauchen junge Menschen mit frischen Ideen, damit es in unserem Dorf immer wieder Höhepunkte gibt, die es liebenswert machen“, sagt Clemens. So könnte zum Beispiel die Mühlenscheune genutzt werden, um dort im Sommer immer mal wieder ein Café einzurichten. Vor Kurzem gab es einen Grillabend bei der Mühle und in Kürze soll ein Bücherflohmarkt stattfinden.
Andererseits sei Mitgliederwerbung ein wichtiger Faktor, ebenso der Aufbau einer Internetpräsenz. „Wir können jeden brauchen, denn jeder kann irgendetwas besonders gut“, meint auch Merle Mänz, die sich über die Verjüngung des Vorstands freut. „Dass beide von sich aus kamen, das hat mich besonders gefreut“, sagt sie.
