Jever - Wie sah Jever früher aus? Wie hat sich die Stadt verändert? Antworten auf diese Fragen gibt der neue Bildband „Ein (Spazier)Gang durch Jever“. Der frühere Stadtkämmerer Klaus Andersen stellte dazu aus seinem Fundus alter Stadtansichten ein Buch zusammen. Der Jeveraner zog mit drei Jahren von Brake nach Jever und wohnt hier nun 80 Jahre. Er beschäftigt sich schon lange mit der Historie Jevers. Die jeverschen Ansichten erweiterte er mit Bilddokumenten aus der Altgemeinde Cleverns-Sandel.
Ebbe und Flut
Bürgermeister Jan Edo Albers lobte das Buch als ein Kleinod für Jever. Er bezeichnete die einzigartigen Aufnahmen als eine Steilvorlage für die, die Jever gestalten wollen und hier gute Vorlagen finden. Das Buch, so Albers, sei eine Fundgrube historischer Ansichten, liebevoll und kenntnisreich zusammengestellt.
Gut 70 Interessierte besuchten Mittwochabend die Buchpremiere im Graf-Anton-Günther-Saal. Nach der Buchvorstellung zeigte Andersen eine Bilderschau und nahm seine Gäste in einer Lichtbildschau mit auf die Reise in eine Zeit vor über hundert Jahren. Er zeigte ein Bild vom Hookstief, das bis zur Schlachte führte. Er erinnerte sich daran, dass in seiner Kindheit dort noch die Gezeitenströme Ebbe und Flut sichtbar waren.
Kritik
Dr. Matthias Bollmeyer, Vorsitzender des Jeverländischen Altertums- und Heimatvereins, lobte das Engagement von Klaus Andersen, Jever im Bild und informativ kurz betextet zu einem moderaten Preis bereitzustellen. Das Buch rege dazu an, heute und in der Zukunft Altes zu bewerten, zu bewahren, zu pflegen und weiter zu geben.
Andersen ist bekannt dafür, dass er auch mal ein kritisches Wort führt. So zeigte er historische Gebäude, die heute verschwunden sind und wunderte sich, dass da der Denkmalschutz nicht eingegriffen habe. Während man heute bei verrottenden oder verfallenen Gebäuden sehr genau hinschaue. Dazu gehören viele Bausünden, die oft in letzter Sekunde von Bürgerinitiativen verhindert werden konnten.
Unterstützung
Die wichtigsten Kapitel der jüngeren Stadtgeschichte sind breit gefächert erfasst und vom Buchmacher als Zeitzeugnisse aus der Schwarz-Weiß-Fotografie zusammengetragen worden. Land und Leute, Brauchtum und Vereinsgeschehen sind mit Kurztexten informativ ergänzt worden. Sie zeigen und beschreiben eine Zeit bis vor etwa 120 Jahren mit teils abgerissenen historischen Gebäuden.
Andersens Buch ist kein Erstlingswerk. In Zusammenarbeit mit dem Verlag Hermann Luers gab es sechs Wandkalender als „Bummel durch das alte Jever“. Zu seinem Werk verhalfen ihm viele Jeversche Sammler wie Wilke Krüger, Helmut Bath, Peter Gabriels, Hugo Rase und das Bildarchiv des Jeverschen Schloßmuseums. Für zehn Euro ist das Buch zu haben. Es ist als Heft Nummer 24 in der Schriftenreihe des Jeverländischen Altertums- und Heimatvereins erschienen.
