Jeverland - In Friesland häufen sich aktuell die Einbrüche in Häuser und Wohnungen. Mehr als 40 Fälle, darunter auch Kellereinbrüche, gehen seit Anfang November auf die Konten der Täter oder Tätergruppen. Zuletzt häuften sich Einbrüche im Bereich von Oestringfelde und Addernhausen, aber auch verteilt im übrigen Schortenser Stadtgebiet, sowie in Jever und im Wangerland.
Der oder die Täter gehen dabei fast immer nach der gleichen Methode vor. Sie verschaffen sich über aufgehebelte Terrassentüren oder rückwärtig und von der Straße oder Nachbargrundstücken nur schwer einsehbare Fenster Zutritt ins Haus. Abgesehen haben es die Täter dabei vor allem auf Bargeld und Schmuck. Die Polizei ermittelt auf Hochtouren.
In den meisten betroffenen Häusern waren offenbar keine zusätzlichen oder nur geringere Sicherungsmaßnahmen gegen Einbrecher vorhanden.
Anwesenheit zeigen
Die Polizei rät den Bürgern daher dazu, sich intensiver mit dem Thema Einbruchschutz zu befassen. Das Wichtigste sei, Anwesenheit zu signalisieren, wenn man nicht zu Hause ist. Also durch Zeitschaltuhren oder entsprechende Handy-Apps immer mal wieder für Licht oder eine Geräuschkulisse im Haus zu sorgen, zum Beispiel ein Radio laufen zu lassen. Ebenso wichtig sei mechanischer Einbruchschutz durch zusätzliche Verriegelungssysteme an Fenstern und Türen, besonders im Erdgeschoss. Bei längerer Abwesenheit sollten Rollläden nicht permanent heruntergelassen sein und der Briefkasten nicht überquellen, rät Präventionsbeauftragte Anja Kienetz von der Polizei Jever. Denn all das zeige Einbrechern: Hier ist jemand offensichtlich länger nicht zu Hause.
Wer ein gutes und vertrauensvolles Verhältnis zu seinen Nachbarn hat, sollte diese bitten, regelmäßig die Zeitungen aus den Briefkasten zu holen und morgens die Rolläden hochzuziehen und abends wieder herunterzulassen. Generell sei eine gut funktionierende Nachbarschaft, in der jeder auch etwas auf den anderen achtet und registriert, wenn am Nachbarhaus oder -grundstück Ungewöhnliches vor sich geht, ein guter Schutz vor ungebetenen Gästen. Dazu zählt auch, unbekannte Fahrzeuge und Personen zu erkennen und mal ein Kennzeichen zu notieren, wenn Fahrweise oder anderen Umstände verdächtig erscheinen. Das kann alles ganz harmlose Gründe haben – vielleicht aber wird auch gerade eine Wohngegend nach lohnenden Objekten für einen Einbruch ausgespäht.
Vorsicht, Kamera
Nicht zuletzt halten Überwachungskameras am Hauseingang und vor allem mit Blick auf die Terrasse und verdeckte Seitenbereiche Einbrecher davon ab, in ein Haus einzusteigen. Vor allem, wenn es Systeme sind, die über den Bewegungsmelder für Licht in dunklen Ecken sorgen und sofort ein Signal aufs Handy senden und den Hauseigentümer informieren, dass sich da in seiner Abwesenheit jemand auf seinem Grundstück herumtreibt.
Wer von Einbrechern heimgesucht wurde, der hat oft weniger am materiellen Verlust, sondern meist viel mehr und länger an der psychischen Belastung zu leiden, dass jemand in den intimsten Bereich eingedrungen ist und Schränke, Schubladen und die privatesten Dinge durchwühlt hat.
Die Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland hat Präventionsbeauftragte, die kostenlos ins Haus kommen und Bewohner beraten, was sie konkret tun können, um ihr Haus vor Einbrechern möglichst gut zu schützen. Das ist im Jeverland Oberkommissarin Anja Kienetz (Tel. 04461/ 7449181), Hauptkommissar Eugen Schettler für den Bereich Varel (Tel. 04451/ 923181) sowie Katja Reents für den Bereich Wilhelmshaven (Tel. 04421/ 943108). Der kostenlose Service der Polizei kann auch per E-Mail angefragt werden: praevention@pi-whv.polizei.niedersachsen.de.
