Bohlenberge - Samstag ist ein ganz besonderer Tag für Torge Kamps, denn zusammen mit 15 weiteren Kindern wird er vor Ort in Bohlenberge eingeschult. Am Außenstandort der Grundschule Zetel geht der Sechsjährige nun richtig zur Schule. Doch eine Kleinigkeit unterscheidet ihn von seinen Mitschülerinnen und Mitschülern – und zwar sein Wohnort. Wenn Torge zur Schule geht, dann braucht er nicht weit laufen, denn sein Klassenzimmer steht im eigenen Garten.
Erweiterung der Schule
Der Erstklässler freut sich auf die Schule, denn dann kann er endlich seinen großen Bruder Jonathan begleiten. Dieser geht nun in die dritte Klasse, die im alten Teil der Grundschule Bohlenberge untergebracht ist. Torge hingegen wird in den neuen Räumlichkeiten unterrichtet. Seine Eltern, Thorsten und Sandra Kamps, haben in ihrem Garten ein Holzhaus gebaut, das der Grundschule als Erweiterung dient. Drinnen zu finden ist ein großzügiger Klassenraum und eine kleine Mensa, in der zwei Gruppen mittags eine warme Mahlzeit erhalten.
Hühnerstall musste weg
Der Grundschulstandort hatte zuletzt ein Platzproblem. Es gab keinen Werkraum mehr, weil dieser ebenfalls als Klassenzimmer genutzt werden musste. Außerdem mussten die Kinder mit dem Bus zum Mittagessen gebracht werden. Um den Standort zu erhalten, blieb der Gemeinde keine andere Möglichkeit, als eine Erweiterung zu bauen. In diesem Zusammenhang hat sie die direkten Nachbarn, Familie Kamps, gebeten, einen Teil ihres Grundstückes abzutreten. „Doch wir haben einen Kompromiss gefunden. Wir haben die Erweiterung gebaut, verpachten das Gebäude an die Gemeinde und verhandelt wurde eine schulische Nutzung“, erklären Thorsten und Sandra Kamps. Für die Eltern war klar: Sie wollen den Schulstandort erhalten. Die Alternative wäre gewesen, den Schulhof deutlich zu verkleinern. Familie Kamps musste allerdings ihren Hühnerstall, eine Blockhütte und ein Stelzenhaus zurückbauen.
Freude auf die Schule
Torge und Jonathan sind gleich neben der Schule aufgewachsen. Der Weg zum Spielplatz ist nicht weit. Das wissen auch ihre Freunde. „Meistens müssen sie sich gar nicht verabreden, denn der Schulhof ist auch nach dem Unterricht ein beliebter Treffpunkt. Dann klingeln die Kinder bei uns und unsere Jungs gehen zum Spielen raus“, so Sandra Kamps. Pünktlich zum Schulbeginn sind sämtliche Arbeiten in und um den Neubau abgeschlossen. Torges Lehrerin Lena Trippner hat ihr Pult bereits eingerichtet und freut sich auf die vielen neuen Gesichter, in die sie ab nächster Woche regelmäßig schaut. Seinen Sitzplatz sucht sich Torge aber erst noch aus. Am meisten freut sich der Erstklässler auf den Sportunterricht, denn Torge spielt liebend gern Fußball. Kürzlich nahm er an einem Fußballcamp teil und zusammen mit seinem Bruder war er in der Sommerzeit im Ferienlager. Mathe ist für ihn auch kein Problem. Das Ergebnis von acht plus acht weiß er bereits aus dem Effeff: „Natürlich 16“, sagt er stolz.
Feier mit den Liebsten
Am Samstag erhält Torge seine Schultüte mit ein paar Überraschungen. Zu Besuch kommen seine Großeltern, Freunde und Familie. Zusammen möchte die Familie grillen und eine schöne Einschulungsparty im Garten feiern. Über Büsche und Hecken hinaus ragt dabei das neue Schulgebäude, in dem Torge bald zum Unterricht geht.
