Schortens - Manchmal begegnet einem das Glück ganz einfach auf der Straße. So war es bei Marie Sjuts und Gerhard Hillrichs aus Schortens. Er sah das junge Mädchen häufig an seinem Lehrbetrieb vorbeigehen – und fasste sich irgendwann ein Herz, um sie anzusprechen. Das wurde sozusagen ein Erfolg auf der ganzen Linie, denn Marie und Gerhard Hillrichs feiern heute, 65 Jahre nachdem sie sich die ewige Treue versprochen haben, die eiserne Hochzeit.
Einwilligung des Vaters
Blutjung war Marie, die an der Schooster Straße geboren wurde, bei ihrer Eheschließung. Als 19-Jährige benötigte sie noch die Einwilligung des Vaters zur Hochzeit. Gerhard Hillrichs war gerade 21 geworden, „großjährig“, wie man damals sagte. Eigentlich hatte er Maurer lernen wollen, doch diese Lehrstellen seien lange Zeit sozusagen vererbt worden, erzählt er. So lernte der gebürtig aus Minsen stammende Gerhard erst einmal Schlachter. Zum Glück, denn sonst wäre Marie ihm wohl nie über den Weg gelaufen.
Das Paar am Tag der grünen Hochzeit. Weil seine Liebste erst 19 Jahre alt war, musste Gerhard Hillrichs ihren Vater um Erlaubnis für die Eheschließung bitten.
Kurz nach dem Kennenlernen ging es für beide jedes Wochenende in den Dorfkrug (heute: Dörp). „Da mussten wir ziemlich aufpassen, Marie war ja noch so jung. Immer wenn die Kontrolle kam, mussten wir zügig hinten aus dem Fenster springen“, erinnert er sich.
Heimweh nach Schortens
Nach der Trauung in der St. Stephanus-Kirche zog das Paar in ein Zimmer, das sie mieten konnten. Wenig später kauften sie in Minsen ein altes Haus, rissen alles ab und bauten neu. Vieles erledigten sie selber, denn Gerhard Hillrichs hatte zwischenzeitlich doch noch eine Lehre zum Maurer absolviert. Gleichwohl hatte Marie immer Heimweh nach Schortens und so zog das Paar 1970 dorthin um.
Gerhard Hillrichs war jahrelang erfolgreicher Boßler bei „Liek ut Schortens“, viele Pokale zeugen davon. Gemeinsam mit seiner Frau gehörte er zu einem Kegelclub und sie genossen etliche Urlaubsreisen, am liebsten auf die Kanaren oder in die Türkei. Heute genießen sie mit ein wenig Unterstützung im Alltag ein ruhiges Leben und erwarten zum Ehrentag die Glückwünsche der Familie mit drei Kindern und einem Enkelkind.
