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Eishockey-Regionalligist aus Friesland Zwei Zugänge und viele Fragezeichen beim ECW Sande

Sande - Spielen sie, oder spielen sie nicht? Das ist in Sachen Saisonstart in der Eishockey-Regionalliga Nord angesichts bundesweit steigender Corona-Fallzahlen und verschärfter behördlicher Auflagen zur Eindämmung der Pandemie weiter die ganz große Frage. Eigentlich hätte die neue Spielzeit am kommenden Wochenende starten sollen. Doch nun gibt es eine mindestens einmonatige Zwangspause.

Bis wann wurde der Saisonstart verschoben?

Der Niedersächsische Eissport-Verband (NEV) hat beschlossen, die neue Saison bis Ende November für alle Altersklassen und Ligen zu unterbrechen. Ab dem 5./6. Dezember ist geplant, den Spielbetrieb fortzuführen. Wie dies in den einzelnen Ligen aussehen kann, soll zeitnah mit den Vereinen erörtert werden.

Wie ist die aktuelle Situation beim ECW Sande?

Die Eishalle an der Weserstraße ist wieder geschlossen. „Wir haben den Trainingsbetrieb, der nach dem ersten Lockdown ja ohnehin erst vor drei Wochen beginnen durfte, nun wieder eingestellt und dürfen bis Ende November nicht mehr in die Eishalle rein“, erläutert Nick Hurbanek, Sportlicher Leiter des ECW Sande: „Wir hoffen noch auf Ausnahmen für Kinder, wie es in Mecklenburg-Vorpommern der Fall ist. Aber es sieht aktuell nicht danach aus.“

Derweil ist in der Sander Eishalle der Betrieb der Eismaschine aus Kostengründen heruntergefahren worden. „Es läuft aktuell nur der Schongang, nicht die volle Kühlung“, sagt Hurbanek. „Das Ganze ist zurzeit wie eine Lotterie. Wir wissen ja nicht, wann es mit dem Training weitergeht und wann die Eishalle auch für die Öffentlichkeit, die das Angebot in den ersten drei Wochen im Oktober sehr gut angenommen hat, wieder geöffnet wird“, so der Sportliche Leiter.

Wie groß ist die Gefahr einer Absage der kompletten Saison 2020/21?

Zunächst war der Start der neuen Spielzeit für den 3./4. Oktober anvisiert worden. Daraus wurde aufgrund der anhaltenden Covid-19-Pandemie und behördlichen Vorgaben nichts. Sicherheitshalber war auf der Ligatagung im Mai aber von vornherein eine Frist bis spätestens zum 20. November für den Saisonbeginn beschlossen worden, um grünes Licht für den Einlass von Zuschauern zu bekommen. So gesehen müsste die komplette Saison schon jetzt ausfallen, denn vor dem ersten Dezember-Wochenende wird nun definitiv kein Anbully erfolgen.


„Aber auch der Verband hat doch ein Interesse, dass die Saison gespielt wird“, bleibt Hurbanek gelassen: „Und die Vereine hoffen definitiv, dass es Anfang Dezember endlich losgehen kann. Zwar hätten wir in Sande davor dann nur ein-, zweimal trainiert, aber diese widrigen Voraussetzungen sind ja für alle Vereine gleich. Wir sitzen alle im gleichen Boot, keiner darf im November aufs Eis oder in Fitnessstudios.“

Welche Auswirkungen hat der verschobene Start auf den Spielmodus?

Bei einer Telefonkonferenz aller acht Nordclubs mit Ligenleiter Götz Neumann und NEV-Präsident Jochen Schierbaum war bereits Anfang Oktober festgelegt worden, den ursprünglich geplanten Modus zu ändern. So sollten auf die Doppelrunde mit Hin- und Rückspiel (insgesamt 28 Spiele) im Frühjahr 2021 keine Playoffs mehr folgen. Durch die erneute Verzögerung ist auch dieser Modus aus Zeitgründen nicht mehr zu halten.

„Es muss definitiv eine Alternative her“, betont Hurbanek. Er denkt etwa an eine anderthalbfache Runde oder eine einfache Runde mit anschließenden Playoffs. Die Vereine seien untereinander gut vernetzt und hätten schon die Initiative ergriffen, um Vorschläge zu erarbeiten.

Ist ein Punktspielbetrieb ohne Zuschauer denkbar?

„Das Problem bei vielen Vereinen ist, dass dies wegen fehlender Einnahmen aus wirtschaftlichen Gründen für sie nicht machbar ist“, weiß Hurbanek. „Unsere Jungs wollen aber auf jeden Fall spielen“, betont er: „Und natürlich hoffen wir, dass dies auch vor Zuschauern möglich ist. Sollte das jedoch nicht der Fall sein, würde uns das wirtschaftlich nicht so hart treffen wie andere Clubs.“ Selbst einen Ausfall der kompletten Saison würde der ECW Sande laut Hurbanek als Verein ohne großen Schaden überstehen: „Das könnte beim Hallenbetreiber aber leider anders aussehen.“

Ist ein Start mit weniger als acht Teams denkbar?

In der Ligentagung im Mai war auch der Beschluss gefasst worden, eine Saison nur zu starten, wenn alle acht Mannschaften auch daran teilnehmen können. Abzuwarten bleibt nun, ob sich der Solidaritätsgedanke angesichts des finanziellen Zugzwangs, in dem sich einige Ligateams befinden, noch halten lässt, oder ob es in diesem Punkt noch zu einem Umdenken kommt.

Gibt es weitere Zugänge beim ECW Sande?

Ja. Nach Stürmer Sebastian Sobczak (REV Bremerhaven), der bereits seit Mai als Verstärkung für die Jadehaie feststeht, gab Hurbanek am Montag auf Nachfrage zwei junge Neuzugänge aus Lettland bekannt: Vom lettischen Erstligisten HK Dinaburga kommt Torwart Maxims Cmutovs (21 Jahre). Aus der Schweiz, wo er zuletzt für den EHC Thun und davor für den Erstligisten Red Lions Reinach aktiv war, zieht es Verteidiger Eriks Zubulis (22) mit seiner Familie an die Jade. „Beide haben im Training einen guten Eindruck hinterlassen“, freut sich Hurbanek.

Indes steht den Jadehaien ECW-Goalie Karlis Zakrevskis, der in der Vorsaison zu den Besten seiner Zunft in der Regionalliga gehörte, nicht mehr zur Verfügung.

Henning Busch
Henning Busch Redaktion Friesland (Lokalsport)
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