Sande - Das drittletzte Doppelspiel-Wochenende der Hauptrunde mit zwei Partien binnen 24 Stunden hat der ECW Sande vor der Brust. Zunächst ist der Tabellenzweite der Eishockey-Regionalliga Nord an diesem Samstag, 12. Februar, um 19.30 Uhr im Nachholspiel beim CE Timmendorfer Strand gefordert. Nach einer Übernachtung an der Ostsee machen sich die Jadehaie dann direkt auf den Weg in den Harz. Dort folgt am Sonntag, 13. Februar, auf dem Wurmberg in Braunlage um 19 Uhr das Gipfeltreffen bei Titelfavorit Harzer Falken.
„Die Jungs werden versuchen, das Beste aus der schwierigen Situation zu machen und die Punkte an die Küste zu holen. Das Hauptaugenmerk liegt dabei natürlich auf einem Erfolg in Timmendorf“, erläutert Sandes Sportlicher Leiter Nick Hurbanek.
Wiedersehen nach Galavorstellung
Vor zwei Wochen hatten die Jadehaie ihre erste Auswärtspartie der Doppelrunde beim Tabellenvierten Timmendorfer Strand nach einer Galavorstellung klar mit 9:1 gewonnen. Die Beach Devils werden sich allerdings nicht noch einmal in eigener Halle derart beherrschen lassen wollen – zumal sie im Kampf um einen Playoff-Platz jeden Punkt noch dringend benötigen.
Seit Dienstag ist es amtlich: Nach dem Ende der Hauptrunde werden in der Eishockey-Regionalliga Nord trotz bereits diverser coronabedingter Spielabsagen und noch ausstehender Nachholspiele die Playoffs wie geplant ausgespielt. Das hat Fachspartenleiter Götz Neumann (Salzgitter) vom Niedersächsischen Eisport-Verband (NEV) den Regionalliga-Clubs mitgeteilt.
Wegen möglicher Terminnot zum Saisonende hin waren zuvor von Verbandsseite zwei Szenarien entwickelt worden, wie die aktuelle Spielzeit 2021/2022 im Falle einer Playoff-Absage dennoch gewertet werden könnte. Zum einen hätte die Quotientenregelung zur Anwendung kommen können, zum anderen wäre die Hauptrunde komplett zu Ende gespielt worden und das Team auf dem ersten Tabellenplatz dann automatisch Meister.
Doch die Abstimmung bei den Vereinen habe laut Neumann kein einheitliches Bild ergeben. Somit werde die Hauptrunde den Durchführungsbestimmungen folgend zu Ende gespielt mit anschließenden Playoffs der vier besten Teams (mit Halbfinale und Finale). Für die nicht durchgeführten Hauptrunden-Spiele solle eine Spielwertung erfolgen: als Sieg mit drei Punkten und 5:0 Toren für den jeweiligen Spielgegner, der das Spiel nicht abgesagt hat.
Zufrieden mit der Entscheidung zeigt sich Nick Hurbanek. „Es ist gut, dass die Playoffs in jedem Fall ausgespielt werden sollen. Sonst wäre die Titelfrage ja jetzt schon entschieden“, sagt der ECW-Sportleiter: „Außerdem ist die Regionalliga Nord – ganz im Gegensatz zur DEL – ja bislang noch ganz gut durch die Omikron-Krise gekommen.“
Derweil kann der amtierende Meister und Titelfavorit aus Braunlage (49 Punkte) schon sicher für die Playoffs ab Mitte März planen. Auch den Jadehaien (35) dürfte ein Platz unter den besten vier Hauptrunden-Teams nicht mehr zu nehmen sein. „Unser primäres Ziel ist das Erreichen der Playoffs“, betont Hurbanek: „Da sind wir auf einem sehr guten Weg. Und dort im Halbfinale als Erstes Heimrecht zu haben, wäre natürlich noch besser.“ Daher wolle man den zweiten Tabellenplatz verteidigen.
Favorit im Spitzenspiel an diesem Sonntag im Wurmbergstadion sind indes die Harzer Falken, die erst ein einziges Saisonspiel nach regulärer Spielzeit verloren haben – und zwar am 17. Oktober mit 1:4 in Sande. Damals lief DEL-Profi Eduard Lewandowski noch für die Jadehaie auf, ehe er wenig später zu den Krefeld Pinguinen wechselte.
Top Qualität bei Falken
„Die Falken sind sehr agil, fahren schnelle Konter und zeigen viel Zug zum Tor“, weiß Hurbanek. Man merke schon, dass die Braunlager öfter als zweimal pro Woche trainieren: „Die haben top Qualität in den ersten beiden Reihen. Wenn die dann sogar drei Reihen aufbieten können, noch dazu auf der großen Fläche in Braunlage, wird das Ganze noch einmal eine Nummer schwerer für die Gegner.“
Dass der Spitzenreiter allerdings auch in eigener Halle verwundbar ist, bewiesen zuletzt die Timmendorfer, als sie sich am 21. Januar völlig überraschend mit 3:2 nach Verlängerung auf dem Wurmberg durchsetzen konnten.
Trotz einiger Verletzungssorgen nahmen die Falken danach jedoch schnell wieder Fahrt auf und ließen drei Siege in Serie (24:3 Tore) folgen. Auch der nachverpflichtete kanadische Verteidiger Shaun Lymer fügte sich dabei problemlos ins Teamgefüge ein.
Indes müssen die Jadehaie verletzungsbedingt vier bis sechs Wochen auf Marc Meinhardt verzichten. Er hat sich bei einem unglücklichen Sturz im Auswärtsspiel bei den Weserstars Bremen zwei Rippen angebrochen. Somit kann ECW-Coach Sergey Yashin vorerst nur zweieinhalb Reihen aufbieten. Immerhin ist Alexander Bahlau unter der Woche ins Training zurückgekehrt und dürfte am Wochenende auflaufen können.
