Braunlage/Sande - Die Erfolgsserie des ECW Sande ist im Gipfeltreffen auf dem Wurmberg gerissen. Die Jadehaie mussten sich nach fünf Siegen in Folge am Sonntagabend vor 473 Zuschauern in Braunlage dem Spitzenreiter und großen Titelaspiranten Harzer Falken mit 2:6 (1:3, 1:1, 0:2) geschlagen geben. Sie bleiben aber mit komfortablem Vorsprung vor den ärgsten Verfolgern auf dem zweiten Tabellenplatz.
Die Ausfälle
Beide Trainer konnten am Sonntag nicht ihre beste Formation aufs Eis schicken und traten jeweils nur mit elf Feldspielern an. Bei den Falken gab es einige coronabedingte Ausfälle, bei den Jadehaien fehlten unter anderen einige Verletzte und der nach einem Bandencheck im Timmendorf-Spiel am Vortag gesperrte Topscorer Dmytro Demianiuk. Für ihn kam Sergejs Piskunovs zum Einsatz – blieb im Abschluss aber glücklos.
Der Verlauf
Gegen den ausgeruhten Titelverteidiger aus Braunlage, der sein Freitagspiel beim Hamburger SV wegen Personalnot abgesagt hatte, waren die Sander keine 24 Stunden nach ihrem 8:4-Sieg beim CE Timmendorfer Strand zwar durch Marian Dejdar früh in Führung gegangen (3.). Doch wenig später schlug die extrem spielstarke Paradereihe der Falken mit den Kanadiern Regan Nagy und Eric Krienke sowie dem Deutsch-Russen Fedor Kolupaylo erstmals zu – 1:1 durch Krienke (6.).
Harzer Falken - ECW Sande 6:2 (3:1, 1:1, 2:0)
Tore 0:1 Dejdar (3. Minute/Vorlage Bahlau, Teljukin), 1:1 Krienke (6./Nagy), 2:1 Kolupaylo (14./Krienke, Nagy), 3:1 Nagy (16./Kolupaylo, Krienke), 4:1 Nagy (31./Kolupaylo, Krienke), 4:2 Varianov (37./Galwas, C. Synowiec), 5:2 Nagy (42./Krienke, Kolupaylo), 6:2 Kolupaylo (44./Krienke, Nagy).
Strafminuten 6 Braunlage – 18 Sande + 5 + 20 Galwas + 10 L. Synowiec.
Zuschauer 473.
Nächste Spiele Adendorfer EC - ECW Sande (Freitag, 20 Uhr), ECW Sande - Weserstars Bremen (Sonntag, 19 Uhr, Eishalle Weserstraße).
Dank weiterer Treffer von Kolupaylo (16.) und Nagy (16., 31.) zogen die Braunlager Mitte des zweiten Drittels auf 4:1 davon, ehe Sandes Nikolai Varianov auf 4:2 verkürzte (37.) und zumindest wieder für etwas Spannung im Wurmbergstadion sorgte. Im Schlussdrittel läutete dann allerdings ein recht früher Doppelschlag von Nagy (42.) und Kolupaylo (44.) die sechste Saisonniederlage des ECW ein.
Als sich wenig später Artur Galwas wegen eines Kniechecks eine Spieldauerdisziplinarstrafe einhandelte (46.) und Ludwig Synowiec wegen Meckerns für zehn Minuten vom Eis geschickt wurde (48.), war der Drops für die Gäste endgültig gelutscht.
Die Überlegenheit
„Man muss einfach anerkennen, dass da oben auf dem Berg tolles Eishockey gespielt wird. Die Falken stehen zurecht an erster Stelle und werden irgendwann Größeres vorhaben“, erkannte ECW-Teamleiter Jörg Opitz die Überlegenheit der Braunlager im Gipfeltreffen an: „Das Team ist technisch und konditionell auf höchstem Stand.“ Dagegen seien auf Sander Seite die Kräfte mit zunehmender Spieldauer angesichts der vorherigen Partie in Timmendorf immer mehr geschwunden: „Zudem haben uns einige blöde Fouls und strittige Entscheidungen aus der Bahn geworfen.“
Die Trainerstimmen
Auch ECW-Coach Sergey Yashin gratulierte den Falken zum Sieg. Schon allein aufgrund der personellen Ausfälle auf beiden Seiten sei es aber kein Spitzenspiel mit Playoff-Charakter gewesen. Falken-Trainer Josef Potac bilanzierte: „Bis auf die Phasen Ende des ersten und Anfang des zweiten Drittels können wir mit unserem Spiel sehr zufrieden sein.“ Man sei froh über die drei Punkte. Insgesamt habe die Partie leider etwas unter den vielen Strafzeiten gelitten.
Das Zwischenfazit
Bereits in zwei Wochen gibt es ein Wiedersehen der beiden Regionalliga-Spitzenteams auf dem Wurmberg. „Mal sehen, was dann in stärkerer Besetzung dort möglich ist“, sagte Opitz, der unterm Strich ein zufriedenes Fazit des Doppelspielwochenendes zog: „Unsere Siegesserie ist zwar gerissen, aber wir haben ein wichtiges Ziel erreicht: Wir haben die Playoff-Teilnahme rechnerisch sicher.“
Seit Dienstag ist es amtlich: Nach dem Ende der Hauptrunde werden in der Eishockey-Regionalliga Nord trotz bereits diverser coronabedingter Spielabsagen und noch ausstehender Nachholspiele die Playoffs wie geplant ausgespielt. Das hat Fachspartenleiter Götz Neumann (Salzgitter) vom Niedersächsischen Eisport-Verband (NEV) den Regionalliga-Clubs mitgeteilt.
Wegen möglicher Terminnot zum Saisonende hin waren zuvor von Verbandsseite zwei Szenarien entwickelt worden, wie die aktuelle Spielzeit 2021/2022 im Falle einer Playoff-Absage dennoch gewertet werden könnte. Zum einen hätte die Quotientenregelung zur Anwendung kommen können, zum anderen wäre die Hauptrunde komplett zu Ende gespielt worden und das Team auf dem ersten Tabellenplatz dann automatisch Meister.
Doch die Abstimmung bei den Vereinen habe laut Neumann kein einheitliches Bild ergeben. Somit werde die Hauptrunde den Durchführungsbestimmungen folgend zu Ende gespielt mit anschließenden Playoffs der vier besten Teams (mit Halbfinale und Finale). Für die nicht durchgeführten Hauptrunden-Spiele solle eine Spielwertung erfolgen: als Sieg mit drei Punkten und 5:0 Toren für den jeweiligen Spielgegner, der das Spiel nicht abgesagt hat.
Zufrieden mit der Entscheidung zeigt sich Nick Hurbanek. „Es ist gut, dass die Playoffs in jedem Fall ausgespielt werden sollen. Sonst wäre die Titelfrage ja jetzt schon entschieden“, sagt der ECW-Sportleiter: „Außerdem ist die Regionalliga Nord – ganz im Gegensatz zur DEL – ja bislang noch ganz gut durch die Omikron-Krise gekommen.“
