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Eishockey-Regionalliga Jadehaie gewinnen ersten Halbfinal-Krimi

Sande - Was für ein Krimi am Samstagabend! Der ECW Sande hat das erste von möglichen drei Halbfinalspielen gegen die Salzgitter Icefighters hauchdünn gewonnen. In einer extrem spannenden Partie, in der die Hausherren zweimal einen Zwei-Tore-Rückstand wettmachten, behielten die Jadehaie mit 5:4 (2:2, 0:2, 2:0, 1:0) die Oberhand. Den umjubelten Siegtreffer markierte Routinier Andrei Teljukin in der Verlängerung mit einem verdeckten Schuss von der blauen Linie.

Das 1. Drittel

Zu Beginn waren die Jadehaie eiskalt erwischt worden: So setzte Thomas Herklotz nach einem Alleingang den Puck nach gerade mal 21 Sekunden aus halbrechter Position in die Maschen. Die Hausherren hatten sich von diesem Fehlstart noch nicht erholt, da folgte in Unterzahl schon der nächste Nackenschlag: Wieder brachen die Gäste über deren rechte Angriffsseite durch und erhöhten durch Jakob Ceglarski auf 0:2 (3.).

Die Icefighters wirkten in der Anfangsphase spritziger, auch gedanklich schneller und strahlten bei Kontern große Torgefahr aus. Doch die Sander, bei denen die kurzfristig erkrankten Sergejs Piskunovs und Vitalijs Jache vermisst wurden, kämpften sich in die Partie. Als Torjäger Demianiuk aus dem Gewühl heraus das 1:2 erzielte (5.), waren die Gastgeber endgültig wach.

„Gewinner waren alle, die in der Halle waren“

Sande

Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem beide Teams fast aus allen Lagen abzogen. In Überzahl liefen die Jadehaie in einen gefährlichen Fastbreak, den Goalie Cmutovs gegen Thomas Herklotz klären konnte (10.). In erneuter Überzahl gelang den Jadehaien dann der sehenswerte Ausgleich. Auf Steilpass von Vladislav Balakuns umkurvte der grippegeschwächte Marian Dejdar den Icefighters-Keeper und markierte das umjubelte 2:2 (14.).

Das 2. Drittel

In der 26. Minute ging Salzgitter in Überzahl aber erneut in Führung. Einen Schlagschuss hatte Cmutovs noch parieren können, den Abpraller verwertete Ron Friedrich (26). Im eigenen Powerplay (35./36.) waren die Sander nah dran am erneuten Ausgleich, trafen aber nicht. Unmittelbar nachdem die Gäste wieder vollzählig waren, liefen diese einen Konter, den Cmutovs aber akrobatisch entschärfte (37.).

Statistik
Eishockey-Regionalliga

1. Halbfinale, Spiel 1: ECW Sande - Salzgitter Icefighters 5:4 (2:2, 0:2, 2:0, 1:0) nach Verlängerung

Tore 0:1 Th. Herklotz (1. Minute), 0:2 Ceglarski (3./Vorlage Záhora), 1:2 Demianiuk (5./Maier, Dejdar), 2:2 Dejdar (14./Balakuns, Teljukin, 2:3 Friedrich (26./Th. Herklotz), 2:4 Th. Herklotz (39./Ceglarski, Záhora), 3:4 Meinhardt (49./Chr. Synowiec), 4:4 Dejdar (53./Teljukin, Maier), 5:4 Teljukin (78./Demianiuk).

Zuschauer 390.

2. Halbfinale, Spiel 1 Harzer Falken - Adendorfer EC 6:4 (3:0, 0:2, 3:2).

Die Haie-Fans verbreiteten davon unbeirrt weiter lautstark Playoff-Stimmung, doch der Funke aufs Eis schien im Mitteldrittel nicht richtig überzuspringen. So stellte Salzgitters Thomas Herklotz mit seinem zweiten Treffer des Abends auf 2:4 (39.).

Das 3. Drittel

Im Schlussdrittel entwickelte sich dann immer mehr ein Spiel auf ein Tor – das der Gäste, die praktisch nur noch auf Konter lauerten. Nach einem Wechselfehler (42.) und einem Crosscheck (43.) der Icefighters, jeweils verbunden mit einer Zwei-Minuten-Strafe, hatten die Sander in doppelter Überzahl die große Chance zum Anschlusstreffer. Doch das Powerplay blieb ungenutzt, was wiederum ECW-Coach Sergey Coach Yashin auf die Palme brachte. Er redete in der Box lautstark auf seine Paradereihe Demianiuk, Dejdar und Tim Maier ein.


Die Sander drängten auch im Anschluss immer weiter. Vor dem Kasten von Icefighters-Torwart René Schoch, der die erkrankte Nummer eins Dennis Korff bestens vertrat, herrschte Hochbetrieb. In der 49. Minute wurde das ECW-Team für das andauernde Anrennen belohnt: Marc Meinhardt verkürzte per Fernschuss von der Bande auf 3:4. Und es kam noch besser aus Sicht der Hausherren: Dejdar stürmte pfeilschnell auf den Gästekeeper zu, zog aus vollem Lauf ab, traf zum 4:4 ins kurze Eck und ließ sich danach vor der Haie-Fankurve feiern (53.). Erneut hatte Sande einen Zwei-Tore-Rückstand egalisiert.

Ukraine-Hilfe

Vor dem Anbully der ersten Halbfinal-Partie zwischen dem ECW Sande und den Salzgitter Icefighters gab es in der mit 390 Zuschauern gut gefüllten Eishalle an der Weserstraße eine Schweigeminute wegen des russischen Kriegs gegen die Ukraine. Während des Playoff-Spiels sammelte die Redaktion des Stadionheftes „PowerBreak“ zudem beim Verteilen der aktuellen Ausgabe Geldspenden, die komplett an einen Hilfsfond für die notleidenden Menschen in der Ukraine gehen sollen.

Aus dem Team der Jadehaie, zu dem auch Spieler und Verantwortliche mit russischen Wurzeln gehören, setzte Torjäger Dmytro Demianiuk am Samstag nicht nur mit seinem starken kämpferischen Einsatz und dem Treffer zum zwischenzeitlichen 1:2 besondere Akzente auf dem Eis. Der in Kiew geborene Ukrainer lief mit einem Eishockeyschläger sowie mit Handschuhen der Marke Warrior (deutsch: Krieger) in blau-gelben Nationalfarben auf und signalisierte somit Solidarität mit den Landsleuten in seiner Heimat.

Und die Spannung nahm immer mehr zu. Zwei Minuten vor Schluss wurde Salzgitters Martin Zahora nach einem Kniecheck gegen Balakuns mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe vom Eis geschickt. In Überzahl versuchten die Sander alles, um in der regulären Spielzeit den Siegtreffer zu erzielen. Doch es blieb beim leistungsgerechten 4:4.

Die Verlängerung

In der extrem packenden Overtime hatte als Erstes der beste Sander an diesem Abend, Ex-Profi Dejdar, den Siegtreffer auf dem Schläger. Sein Schlenzer prallte aber ans Schulterpolster von Schoch (64.). Danach hatten die Icefighters die besseren Chancen, scheiterten aber mehrmals am reaktionsschnellem Cmutovs. Dieser vereitelte den alles entscheidenden Gegentreffer sogar einmal – nach dem unfreiwilligen Verlust seiner Kelle – mit seinem Helm bei einem Kopftreffer.

Dann wechselte das Momentum wieder auf die Seite der Hausherren. Auf Steilpass von Teljukin tauchte Dejdar im Alleingang vor Schoch auf, traf mit seinem Schuss aber nur dessen Schoner (75.). Doch in der 78. Minute war es dann soweit: Mit einem verdeckten Schlenzer von der blauen Linie sorgte Teljukin für Ekstase bei den Haie-Fans und eine Spielertraube mit seinen Teamkollegen. Abschließend feierten die Jadehaie den schwer erkämpften Heimsieg mit einer Ehrenrunde und einer La Ola vor der Fankurve.

Henning Busch
Henning Busch Redaktion Friesland (Lokalsport)
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