Sande - „Finale oho, Finale ohohoho!“, schallte es am Samstagabend in der Eishalle an der Weserstraße durch die Reihen der ausgelassen feiernden Haie-Fans. Trotz akuter Personalnot war der ECW Sande soeben im Heimspiel gegen die Salzgitter Icefighters absolut souverän ins Playoff-Finale der Eishockey-Regionalliga Nord eingezogen. Im entscheidenden dritten Halbfinalspiel, in dem beide Teams coronabedingt jeweils gerade mal zwölf Spieler aufbieten konnten, hatten sich die von der individuellen Spielstärke her diesmal klar überlegenen Hausherren deutlich mit 9:1 (4:0, 2:1, 3:0) durchgesetzt.
Zwar hatte auch ECW-Coach Sergey Yashin angesichts von acht Ausfällen nicht seine Bestformation aufbieten können, doch waren die Gäste vom Salzgittersee letztlich von der Coronawelle noch heftiger getroffen worden, weil ihnen durch den Wegfall diverser Leistungsträger noch mehr Qualität auf dem Eis fehlte als den Hausherren.
Das 1. Drittel
Sande entfachte vom Anbully an enorm viel Druck auf das Icefighters-Tor, vor dem Goalie Dennis Korff im wahrsten Sinne des Wortes alle Hände voll zu tun hatte. Schon nach 39 Sekunden durften die Hausherren erstmals jubeln – Tim Maier traf zum 1:0. Auch danach konnten sich die Gäste kaum einmal aus der eigenen Hälfte befreien. Das 2:0 besorgte der angesichts der Sander Personalnot reaktivierte Routinier Vitalij Janke mit einem Schlagschuss von der blauen Linie aus durch die Schoner von Korff (9.).
Bezeichnend: Das meiste zu tun in den ersten zehn Minuten vor dem Sander Gehäuse hatte der Eismeister. Nachdem das Tor aus der Verankerung gerissen worden war, musste es mühsam wieder im Eis befestigen, ehe die dafür unterbrochene Partie fortgesetzt werden konnte.
Derweil ging bei gekonnt herausgespielten Angriffsaktionen der Gastgeber immer wieder ein Raunen durch die Halle. Kurz nach der ersten gefährlichen Aktion der Icefighters (10.) erhöhte Sergejs Piskunovs nach schöner Vorarbeit von Artur Galwas auf 3:0 (11.). Fünf Minuten später stellte Nikolai Varianov auf 4:0 (16.).
Das 2. Drittel
Im von weniger Höhepunkten geprägten Mitteldrittel bauten die Sander ihre komfortable Führung im Powerplay-Spiel nach einer feinen Passstafette über Marian Dejdar und Andrei Teljukin durch Maier auf 5:0 aus (25.).
Danach allerdings ging der Spielfluss der Jadehaie durch mehrere Strafzeiten etwas verloren. Dabei bekam Dmytro Demianiuk eine Fünf-Minuten-Strafe nach einem Bandencheck auferlegt. So konnten sich die länger in Überzahl agierenden Icefighters sogar leichte Vorteile erarbeiten. Ein Treffer blieb ihnen zunächst aber weiter verwehrt.
Playoff-Halbfinale, Spiel 3: ECW Sande - Salzgitter Icefighters 9:1 (4:0, 2:1, 3:0)
Tore 1:0 Maier (1. Minute, Vorlage Jache, Teljukin), 2:0 Janke (10./Jache, Dejdar), 3:0 Piskunovs (11./Galwas), 4:0 Varianov (15./Piskunovs), 5:0 Maier (24./Teljukin), 6:0 Dejdar (40./Jache, Teljukin), 6:1 Kreismer (40./T. Herklotz, Löwing), 7:1 Maier (43./Jache), 8:1 Jache (45./Maier), 9:1 Galwas (53./Piskunovs, Zubulis).
Zuschauer 313.
Strafminuten 4 Sande + 5 Demianiuk – 6 Salzgitter.
Finale (Best-of-three-Modus) Spiel 1: Harzer Falken - ECW Sande (Freitag, 20 Uhr, Wurmbergstadion), Spiel 2: ECW Sande - Harzer Falken (Sonntag, 19 Uhr, Eishalle Weserstraße), mögliches Spiel 3: Harzer Falken - ECW Sande (noch nicht terminiert).
Besser machte es auf der Gegenseite der mal wieder viel Spielfreude versprühende Dejdar. Der Ex-Profi hatte in Unterzahl an der blauen Linie gelauert, wurde nach einem Puckgewinn der Sander von Teljukin auf die Reise geschickt und machte im Eins gegen Eins vor Korff das halbe Dutzend voll (40.).
Dann wurde es kurios: Hörbar kurz nach Ertönen der Schlusssirene des zweiten Drittels zappelte die Scheibe nach einem Schlagschuss von Salzgitters Tobias Kreismer im Sander Netz. Die Unparteiischen gaben den Power-Play-Treffer zunächst nicht. Erst nach längeren Diskussionen wurde das Tor doch noch gewertet – es sollte aber am Ende der Ehrentreffer der Icefighters bleiben.
Das 3. Drittel
Im Schlussdrittel bediente Vitalijs Jache den emsigen Maier, der per Rückhandschuss das 7:1 und zugleich seinen dritten Treffer an diesem Abend markierte (43.). Wenig später revanchierte sich Maier mit einer Vorlage für Jache, der auf 8:1 erhöhte (45.). Das Tor zum 9:1-Endstand war dann Artur Galwas vorbehalten (53.).
Das Finale
Nach dem Erreichen des großen Saisonziels, den Einzug ins Finale, haben die Jadehaie nun bis Freitagabend Zeit, noch einmal alle Kräfte für das erste Spiel der Best-of-three-Serie zu bündeln und auf die schnelle Rückkehr möglichst vieler aktuell erkrankter Spieler zu hoffen. Die Partie auf dem Wurmberg in Braunlage gegen den großen Titelfavoriten Harzer Falken beginnt um 20 Uhr. Spiel zwei folgt dann am Sonntag, 27. März, um 19 Uhr in Sande.
