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Eishockey-Team ECW Sande vor schwieriger Saison Wegfall der Playoffs trübt Vorfreude der Jadehaie

Sande - Nun ist es amtlich: Die neue Saison 2020/2021 in der Eishockey-Regionalliga Nord soll am Freitag, 6. November, starten. Das wurde bei einer Telefonkonferenz aller acht Nordclubs zusammen mit Ligenleiter Götz Neumann und Jochen Schierbaum, Präsident des Niedersächsischen Eissport-Verbandes (NEV), beschlossen. Eine in unsicheren Corona-Zeiten nicht unumstrittene Entscheidung. So wird auch in den sozialen Medien mitunter kontrovers diskutiert. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten.

Gibt es einen weiteren zeitlichen Puffer für den geplanten Saisonstart?

Ja. Zunächst war der Start der neuen Spielzeit für den 3./4. Oktober anvisiert worden. Daraus wurde aufgrund der anhaltenden Covid-19-Pandemie und behördlichen Auflagen jedoch nichts. Sicherheitshalber war auf der Ligatagung im Mai aber von vornherein eine Frist bis zum 20. November für den Saisonbeginn beschlossen worden, um von den Behörden grünes Licht für den Einlass von Zuschauern zu bekommen. Klargestellt wurde dabei: Ohne zugelassene Zuschauer in den Eishallen fällt die Saison komplett aus.

Hat der verspätete Saisonstart Auswirkungen auf den Modus?

Ja. In der Telefonkonferenz am Wochenende ist der ursprünglich geplante Modus geändert worden. So folgen auf die Doppelrunde mit Hin- und Rückspiel (insgesamt 28 Spiele) im Frühjahr 2021 nun keine Playoffs mehr. „Diese wurden aus Sicherheitsgründen gestrichen, da man den März und die nun entstandenen Lücken in den Monaten vorher, für eventuell coronabedingte Spielverlegungen nutzen möchte“, heißt es in der Begründung.

„Der Wegfall der Playoffs ist natürlich großer Mist“, erklärt Nick Hurbanek, Sportlicher Leiter des ECW Sande. „Eventuell ist dann schon im Januar die Spannung im Titel- und Abstiegskampf raus“, fürchtet er. Trotz dieses dicken Wermuttropfens seien die ECW-Spieler aber positiv gestimmt und hoffen, dass es am 6. November endlich losgehen kann: „Aber es wird in jedem Fall eine harte Nummer – auch wegen des engen Spielplans.“

Gibt es auch Kritik am beschlossenen Saisonstart?

Das Echo scheint durchaus geteilt zu sein. Während einige Clubs im Falle einer Komplettabsage der Saison befürchten, im Vergleich zu anderen Sportarten noch weiter von der Bildfläche zu verschwinden und Sponsoren zu verlieren, heben andere den Gesundheitsasket in den Vordergrund. Harsche Kritik am geplanten Saisonstart übte etwa ECW-Teamleiter Jörg Opitz: „Man setzt die Gesundheit der Spieler und aller Staffs und Zuschauer aufs Spiel, um des Geldes wegen Spiele auszutragen. Eine Verantwortungslosigkeit ohnegleichen.“


Ist die Eishalle in Sande bereits wieder geöffnet?

Noch nicht. Immerhin ist die Eismaschine in der Eishalle an der Weserstraße angelaufen. Vereinsboss und Hallenbetreiber Witalij Saitz hat ein Hygienekonzept erarbeitet, für das das Gesundheitsamt grünes Licht gegeben hat. Am 9. Oktober soll die Halle wieder öffnen. „Wichtig ist, dass die Mannschaft jetzt schnell aufs Eis und trainieren kann“, erklärt Hurbanek. In Sande wird aktuell mit 300 bis 350 Zuschauern zu den Heimspielen geplant. Details zur Kartenvergabe müssen laut Hurbanek noch geklärt werden. Ohnehin müsse nun möglichst zügig der Spielplan in Abstimmung unter den acht Nordclubs erstellt werden.

Wie groß ist der Wettbewerbsnachteil für Sande?

Angesprochen auf die mangelnde Chancengleichheit in Bezug auf andere Clubs, die bereits trainieren und Testspiele absolviert haben, bleibt Hurbanek gelassen. „Dann ist das halt so und der aktuellen Corona-Situation geschuldet“, sagt er mit Blick auf die unterschiedlichen Auflagen in den Bundesländern und Landkreisen. Fakt ist: Die Spieler des ECW Sande haben viereinhalb Wochen vor dem Saisonstart noch keine einzige Trainingseinheit auf dem Eis absolviert.

Welche Spieler haben den ECW Sande verlassen?

Die Jadehaie haben diverse Abgänge zu verzeichnen. Neben Kapitän Hurbanek, der seine Karriere bereits im April beendet hat, sind darunter bislang Lubomir Sivak (Karriereende), Viktors Jasjonis (Riga), Sergey Tichshenko (Leipzig), Franz Bastron (beruflich bedingt), Kevin Schophuis sowie Christian und Ludwig Synowiec (alle EC Nordhorn). Noch immer nicht abschließend geklärt ist der Verbleib von ECW-Goalie Karlis Zakrevskis und Christoph Josch.

Welche Neuzugänge stehen bereits fest?

In Sebastian Sobczak haben die Sander erst einen einzigen Zugang bekannt gegeben. Der Stürmer gehörte bereits in der Saison 2018/2019 zum Kader von ECW-Coach Sergey Yashin und kehrt nun vom REV Bremerhaven an die Jade zurück.

„Es sind schwierige Zeiten“, sagt Hurbanek. Profis kämen für Sande sowieso nicht in Frage. Und Verträge mit einer Corona-Ausfall-Klausel, in der festgehalten ist, dass die Spieler beim vorzeitigen Saisonabbruch kein Gehalt mehr ausbezahlt bekommen, würden von den Akteuren nicht akzeptiert. „Wir bleiben in unseren Planungen in diesen Zeiten daher vorsichtig und werden uns bestimmt nicht übernehmen“, betont Hurbanek: „Wir können nicht jedes Jahr Erster, Zweiter oder Dritter werden.“

Dennoch laufen Gespräche mit potenziellen Zugängen wie auch Sponsoren. Hurbanek: „Aber es muss passen und im Rahmen sein. Daher ist die Kaderplanung zurzeit wirklich nicht einfach.“

Henning Busch
Henning Busch Redaktion Friesland (Lokalsport)
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