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Sportgerichtsverfahren in Eishockey-Regionalliga Das sagt der Ligenleiter zum Protest des ECW Sande

Sande - Auch mehrere Tage nach der 2:4-Niederlage in Spiel zwei des Playoff-Finales der Eishockey-Regionalliga Nord gegen die Harzer Falken warten die Verantwortlichen des ECW Sande noch immer auf eine Stellungnahme des Niedersächsischen Eissport-Verbandes (NEV) zum am 26. März eingelegten Protest gegen die Finaleinsätze des Braunlagers Regan Nagy. Dabei waren die Falken am vergangenen Sonntag nach Spielschluss bereits als alter und neuer Meister mit dem Goldpokal geehrt worden. Den Silberpokal für den Vizemeister hatte Sandes Kapitän Vitalijs Jache entgegen genommen. Kaum vorstellbar, dass am Ausgang der Saison nachträglich am grünen Tisch noch etwas geändert wird.

Spielgericht entscheidet

Das bestätigte auf Nachfrage unserer Sportredaktion am Mittwochabend auch Ligenleiter Götz Neumann. „Ich sage mal so: Wir hätten den Pokal nicht übergeben, wenn wir uns der Sache nicht sicher gewesen wären“, so der Salzgitteraner, der im NEV zugleich als Fachspartenleiter Eishockey Senioren aktiv ist. Eine offizielle Reaktion des ehrenamtlichen Spielgerichts auf den ECW-Protest werde zeitnah erfolgen, wahrscheinlich schon bis zu diesem Wochenende.

Hintergrund: Schon im ersten Finalspiel, das die Falken zu Hause mit 5:1 gewannen, hatte aufseiten der Hausherren – für die Sander und andere Außenstehende überraschend – Nagy im Aufgebot gestanden. Schließlich hatte der kanadische Stürmer zwei Wochen zuvor im zweiten Halbfinale gegen den Adendorfer EC eine Matchstrafe erhalten – gleichbedeutend mit einer Sperre von mindestens zwei Spielen. Auf den Einspruch der Braunlager hin, befasste sich das Spielgericht mit dem Fall und griff dabei auch auf Videomaterial zurück.

„Ich war in die Entscheidung des Spielgerichts nicht eingebunden, aber es wurde entschieden, dass eine Matchstrafe zu hart war“, erklärte Neumann. Der Kanadier habe nach der Aufhebung der Matchstrafe im Finale also gegen Sande spielen dürfen.

Bewegte Bilder zulässig

Während sich die ECW-Verantwortlichen ob der Anwendung des Videobeweises verblüfft zeigten, schließlich habe der bislang in der höchsten Amateur-Liga nicht gegolten, erläuterte Neumann nun: „Wir sind der federführende Landeseissportverband, der diese Liga organisiert. Regeln können auch geändert werden.“


Und nach einer Vielzahl strittiger Ereignisse in den vergangenen Wochen und Monaten habe sich das Spielgericht in Abstimmung mit der zuständigen Kommission dazu entschieden, dass bewegte Bilder in diesen Fällen zur Unterstützung beziehungsweise Entkräftung der jeweiligen Strafen hinzugezogen werden können. „So kann ein besseres Urteil gefällt werden“, betonte Neumann: „Dies gilt aber nur für laufende Verfahren bei Matchstrafen und ähnlich gelagerten Strafen – und nicht für Dinge, die von den Schiedsrichtern in den Spielen nicht geahndet wurden.“

Nicht involvierter Dritter

Auf die Frage hin, ob man den ECW-Verantwortlichen Nagys Freispruch vor Finalbeginn nicht besser hätte mitteilen sollen, um genau die im Nachgang aufgekommene Konfusion und Verärgerung zu vermeiden, stellte Neumann klar: „Nein. Die Sander waren nicht involvierter Dritter.“ Zumal sich die Korrektheit des Einsatzes von Nagy schon aus dem Online-Spielberichtssystem ergeben habe. Zwar sei der Kanadier nach der im Adendorf-Spiel ausgesprochenen Matchstrafe zunächst automatisch für fünf Spiele gesperrt worden. Nach der Aufhebung des Spielverbotes sei er aber – auch für die Sander ersichtlich – sofort wieder freigeschaltet worden.

Henning Busch
Henning Busch Redaktion Friesland (Lokalsport)
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