Sande - Sie hatten gegen den großen Favoriten noch mal alles reingehauen und bis zur Schlusssirene die letzten Körner in Angriff und Verteidigung aus sich herausgeholt, um die Finalserie gegen die Harzer Falken noch auszugleichen. Doch am Ende sollte es nicht ganz reichen: Durch die 2:4 (1:2, 1:0, 0:2)-Niederlage in einem packenden Duell auf absoluter Augenhöhe beenden die Jadehaie des ECW Sande die Saison in der Eishockey-Regionalliga als Vizemeister. Der alte und neue Titelträger kommt aus Braunlage. Er war schon in der Hauptrunde das Maße der Dinge. Ein Fragezeichen bliebt indes.
Der Protest
Der am Samstag nach der 1:5-Auftaktniederlage eingereichte Protest der Jadehaie gegen die kurz vor Finalbeginn überraschend annullierte Spielsperre von Regan Nagy läuft noch. Der Braunlager Stürmer war am 13. März im zweiten Halbfinale gegen Adendorf nach einem heftigen Check gegen einen AEC-Spieler von den Schiedsrichtern mit einer Matchstrafe belegt worden – gleichbedeutend mit einer Sperre von mindestens zwei Spielen.
Nach Intervention der Falken, die eine Videosequenz der Szene ans Sportgericht geschickt hatten, hob dieses die Sperre wieder auf. Und das, obwohl in der Regionalliga kein Videobeweis zugelassen ist und das Foul nach Meinung der Sander durchaus als „Illegaler Check gegen den Kopf- und Nackenbereich“ gewertet werden könne.
„Wir haben am Montagvormittag eine weitere E-Mail ans Sportgericht geschickt. Unser Protest steht noch im Raum“, bestätigte ECW-Teamleiter Jörg Opitz auf Nachfrage. Somit bleibe die Möglichkeit bestehen, dass die beiden Finalspiele gegen die Falken, in denen Nagy jeweils zum Einsatz kam, am grünen Tisch noch für Sande gewertet werden. „Ich bin der Meinung, die Entscheidung muss sportlich auf dem Eis fallen, auch wenn natürlich ein komischer Beigeschmack wegen der Aufhebung der Spielsperre bleibt“, gab sich Sandes Sportlicher Leiter Nick Hurbanek am Montag zwiegespalten.
Den ECW-Spielern attestierte er unterdessen eine super Leistung im zweiten Finale: „Unsere Jungs haben noch mal alles versucht. Das Spiel war beste Werbung fürs Eishockey. Wir waren nah dran, leider hat es nicht ganz gereicht.“
Der Spielverlauf
Vor 453 Zuschauern, die im „Haifischbecken“ an der Weserstraße in der Tat voll auf ihre Kosten kamen, hatten die Sander den Führungstreffer von Torjäger Eric Krienke (8.) durch Artur Galwas ausgeglichen (11.). Danach waren die Hausherren dem zweiten Treffer näher als die Harzer. Doch mit einem unglücklich abgefälschten Schlagschuss von der blauen Linie ging Braunlage durch Fedor Kolupaylo wieder in Front – 1:2 (15.).
Im Mitteldrittel gelang dem ECW dann ein Blitzstart. Nach nur 28 Sekunden netzte Dmytro Demianiuk zum 2:2 (21.) ein. Im Anschluss mussten die Gastgeber allerdings mehrere brenzlige Unterzahlphasen nach Hinausstellungen überstehen – zweimal sogar mit nur drei gegen fünf Feldspielern. Doch auch weil Goalie Maksims Cmutovs immer reaktionsschnell auf dem Posten war, blieb es beim 2:2.
Playoff-Finale, Spiel 2: ECW Sande - Harzer Falken 2:4 (1:2, 1:0, 0:2)
Tore 0:1 Krienke (8./Vorlage Kolupaylo), 1:1 Galwas (11./Meinhardt, L. Synowiec), 1:2 Kolupaylo (15./Ehmann), 2:2 Demianiuk (21./T. Maier, Dejdar), 2:3 Nagy (46./Krienke), 2:4 P. Maier (58./Droick).
Strafminuten 12 Sande – 8 Falken
Zuschauer 453.
Die Spannung stieg im Schlussdrittel von Minute zu Minute, während die Fans beider Lager weiter für echte Playoff-Atmosphäre sorgten. Die Sander drängten auf den Führungstreffer. Aber nach einem Konter traf ausgerechnet Nagy aus halbrechter Position und vollem Lauf zur erneuten Führung des Favoriten – 2:3 (46.). Die Jadehaie ließen danach nichts unversucht, um das Ruder noch einmal herumzureißen. Doch auch ein Powerplay blieb ohne Torerfolg.
Als die Falken kurz vor Ende durch Philipp Maier auf 2:4 erhöhten (58.), war die Vorentscheidung gefallen. Sandes Coach Sergey Yashin nahm zwar noch eine Auszeit und Torhüter Cmutovs zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis – aber ohne Erfolg.
Die Siegerehrung
Während die Falken ausgelassen die erfolgreiche Titelverteidigung feierten, bedankten sich die ECW-Spieler bei den Haie-Fans für die Unterstützung und wurden im Gegenzug lautstark für eine gelungene Saison gefeiert. Kapitän Vitalijs Jache nahm bei der Siegerehrung den Silberpokal entgegen, ehe die Gäste jubelnd den Goldpokal in die Höhe recken konnten.
