ELISABETHGRODEN - Zur Deichverteidigung wurde in Friesland jetzt eine ehrenamtliche Küstenwehr aufgestellt.
„Die Küstenwehr besteht aus 16 Personen, die alle am Deich wohnen“, erläuterte der Vorsteher des III. Oldenburgischen Deichbands, Früsmer Ortgies, der die Wehr am Sonnabend am Elisabethgrodendeich vorstellte. Aufgabe der Küstenwehr ist, im Fall einer schweren Sturmflut neben den Deichgeschworenen die Deiche zu beobachten und mögliche Schäden den Katastophenschutzbehörden zu melden. Die Küstenwehr wurde auf der Grundlage der Deichverteidigungsordnung des Deichbands aufgestellt.
Der III. Oldenburgische Deichband hat eine 60 Kilometer lange Hauptdeichlinie, die in Abschnitte von maximal zehn Kilometern Länge aufgeteilt wurde. Jeweils zwei Mitglieder der Küstenwehr bilden ein Team. Eine dritte Person wurde als Ersatzkraft benannt.
Bei einem Katastrophenaufruf des Landkreises wegen hoch auflaufender Sturmflut machen sich die Männer mit einem Schlepper oder einem schweren Wagen auf den Weg, um die Deiche nach Schäden abzusuchen. Sollten sie fündig werden, informieren sie die Einsatzzentralen. Diese haben dann die Aufgabe, entsprechende Maßnahmen zu veranlassen, um Schäden zu beseitigen und die Deichsicherheit weiter zu gewährleisten.
„Die Freiwilligen sind der verlängerte Arm des Deichbands und haben eine Kontrollfunktion für uns“, sagte Ortgies. Sie ersetzen die rund 150 Deichgänger, die früher in kritischen Momenten allein die friesländischen Deiche abgingen. Die heutigen Teams sind mit Fahrzeugen, Scheinwerfern und Telefon ausgerüstet.
Bei dem Treffen am Sonnabend wurden die Mitglieder der Küstenwehr über ihre Aufgaben informiert und mit wetterfester Kleidung ausgestattet. In Zusammenarbeit mit den Feuerwehren sollen Übungen stattfinden, um die Kooperation untereinander zu gewährleisten.
Auf diese Weise werde im Ernstfall ein noch effektiverer Küstenschutz möglich, war sich Ortgies sicher.
