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Gesprächsrunde auf Wangerooge Emotionale Diskussion über Baumschutz auf der Insel

Antje Hagemann
Diskutierten angeregt über verschiedene Themen (von links): Stefan Kruse, Peter Kuchenbuch-Hanken, Wilhelm Wilken, Martina Esser, Katja Garbe, Sigrid Busch, Sina Beckmann, Uwe Burgenger, Reiner Tammen.

Diskutierten angeregt über verschiedene Themen (von links): Stefan Kruse, Peter Kuchenbuch-Hanken, Wilhelm Wilken, Martina Esser, Katja Garbe, Sigrid Busch, Sina Beckmann, Uwe Burgenger, Reiner Tammen.

Antje Hagemann

Wangerooge - Bei schönstem Wetter am Sonntagnachmittag und letztem Tag im April besuchten gut 40 Personen eine Informations- und Diskussionsrunde im Oberdeck am Platz am Meer zu der die Fraktion Bündnis90/Die Grünen im Rat von Wangerooge eingeladen hatte. Gemeinsam mit den Mitgliedern der Grünen der Kreistagsfraktion im Kreis Friesland wurden zwei Stunden lang verschiedene für die Insel relevante Angelegenheiten angesprochen.

Unattraktiv

Speziell ging es um die aktuellen Themen „Baustopp neuer Ferienwohnungen“ und „Einführung einer Baumschutzsatzung“. Unter den Interessierten waren neben den drei Grünen Ratsmitgliedern auch Thomas Commichau (FDP) und Rüdiger Mann (SPD). Gemeinsam mit den Mitgliedern der Kreistagsfraktion wurde zunächst über die Problematik bezüglich der Ausspülungen am Nord-Oststrand Höhe Bootsweg, beim Deckwerk, gesprochen, um in diesem Zusammenhang auf die Arbeit der Grünen Fraktionen im Gemeinde- und Kreisrat hinzuweisen. Mit immerhin drei Sitzen sind sie im Rat des Nordseeheilbads stimmgewaltig in der Verantwortung.

Katja Garbe und Stefan Kruse (beide Grüne) sind beruflich im Westen der Insel von den Folgen durch die immer noch nicht abgeschlossenen Baumaßnahmen am Deckwerk betroffen. Seit 2016 können die Gäste der Beherbergungsbetriebe im Westen Strand und Badefeld nur noch sehr eingeschränkt nutzen, da kaum Sand, dafür aber viele großformatige Steine das Ufer unattraktiv machten. Im Nachgang zur Deichschau der vergangenen Woche wurde erklärt, dass mit einer Fertigstellung erst 2027 zu rechnen sei. Viele Gruppen, darunter Stammgäste, würden mittlerweile andere Orte an der Nordsee bevorzugen.

Fehlender Baumschutz

Emotional wurde es, als Peter Kuchenbuchen-Hanken (Grüne) den Baumschutz thematisierte. Auf der Insel seien in diesem Frühjahr zahlreiche gesunde Bäume gefällt worden, die nach Ansicht vieler Insulaner ortsbildenden Charakter gehabt hätten. Aufgrund einer fehlenden Baumschutzsatzung war dies sogar legal. Nicht rechtens seien die Abholzungen nach dem Stichtag 1. März gewesen, die es auch gegeben habe. Eine Baumschutzsatzung hätte das verhindern können.

Die Fraktion möchte jetzt vor der Antragstellung eine Unterschriftenliste einreichen, um die Notwendigkeit für die Baumschutzsatzung zu unterstreichen. Man wolle Rückhalt aus der Bevölkerung. Angestrebt werde, dass für jede Abholzung, ob auf Privat- oder Gemeindegrundstück, eine Ersatzpflanzung vorgenommen werde. Ein langwieriger Prozess sei vermeidbar, man könne auf die Mustersatzung des Deutschen Städtetags zurückgreifen.


Ferienwohnungsstopp

Dass auch die Insel Wangerooge ein Wohnraumproblem hat, ist kein Geheimnis. Zu wenig Dauerwohnraum, diese dann häufig auch unsaniert, so dass die Nebenkosten häufig zu einer „zweiten Miete“ werden. Die Problematik verstärke gleichzeitig den Arbeitskräfte-Mangel. Das führe letztlich auch zu Einbußen in der Qualität des Tourismus vor Ort. Ein Grund für diese Entwicklung liege an der ausufernden Schaffung von Ferienwohnungen.

Es gehe nicht um die Ferienwohnungen, die den Einheimischen zur Finanzierung ihrer eigenen Immobilie dienen, betonte Kuchenbuchen-Hanken. Aber auf Grundstücken, auf denen mal ein Einfamilienhaus stand, entstünden zunehmend Komplexe mit mehreren Wohneinheiten. Die Infrastruktur komme damit an ihre Grenzen, was mit zahlreichen Diskussionsbeiträgen unterstrichen wurde.

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