Sande - Wer auf der Autobahn 29 von Schortens kommend Richtung Oldenburg fährt, dem werden in Höhe des Windparks Sande sicher schon die vielen dicht an dicht stehenden Metallgestelle aufgefallen sein. Es sind die ersten sichtbaren Vorboten für die großen Freiflächen-Fotovoltaik-Anlagen, die hier in den kommenden Monaten entstehen und die aus dem Windpark einen hybriden Energiepark machen, in dem künftig aus Wind und aus Sonne Energie erzeugt wird. Anfang nächsten Jahres sollen die Photovoltaik-Module Strom liefern.
Für 80 000 Haushalte
Mitte April erfolgte der symbolische Spatenstich für die Photovoltaikanlage im Hybriden Energiepark Sande. Seit 1999 wird an diesem Standort bereits Windenergie produziert, derzeit mit acht Anlagen, die eine Leistung von 22,3 Megawatt erbringen. Über den Stand des Ausbaus und den Sachstand zum geplanten Elektrolysepark Sande, der ganz in der Nähe in Richtung Dykhausen und Neustadtgödens entstehen soll, informierte sich nun die SPD-Bundestagsabgeordnete und Staatssekretärin im Bundesverteidigungsministerium Siemtje Möller vor Ort beim Geschäftsführer der Friesen Elektra Green Energy AG, Maximilian Graf von Wedel. „147.798 PV-Module werden bis November 2023 in diesem Park verbaut. Diese PV-Module werden Strom für rund 80 000 Haushalte jährlich produzieren können“, so von Wedel. „Das bedeutet 90 000 Tonnen weniger Treibhausgase.“ Der Hybride Energiepark Sande werde in der ersten Ausbaustufe der Photovoltaikanlage eine installierte Leistung von insgesamt rund 107 Megawatt haben. Trotz der widrigen Witterungsverhältnisse sei der Bau im Zeitplan, sagte von Wedel: „Alle Unterkonstruktionen sind bereits geliefert und die Hälfte schon verbaut. Zudem schreitet die Verkabelung gut voran und man wartet nun auf die Lieferung der Module.“ Vor drei Monaten gab der Gemeinderat Sande zudem grünes Licht für die Planungsphase des Grünen Elektrolyseparks Friesland – ein Milliardenprojekt, an dem auch große Energiekonzerne als Kapitalgeber beteiligt sind.
Standort wird überplant
Derzeit ist die Friesen Elektra Green Energy AG dabei, den Standort unter Berücksichtigung zahlreicher Interessen von öffentlichen Institutionen zu überplanen.
„Wir arbeiten im engen Austausch mit Landkreis, Gemeinde, Umweltbehörde und Gewerbeaufsichtsamt, um Emissionsauflagen und Naturschutz zu berücksichtigen”, berichtete Projektleiter Jan Sommer von der Friesen Elektra Green Energy AG. Sobald der Standort überplant wurde, soll die Öffentlichkeit in einer breit angelegten Informationskampagne über die Vorhaben informiert und der Standort visualisiert werden. Bis hier grüner Wasserstoff produziert wird, dürfen, noch sechs bis sieben Jahre ins Land gehen.
Nach Aussage der Investoren und Projektbetreiber soll später rund ein Fünftel bis ein Viertel des deutschlandweit produzierten grünen Wasserstoffs aus Sande kommen.
