Schortens - Schortens bezieht seinen Strom künftig aus Wittmund. Die „Energiegenossenschaft Wittmund“, kurz: EG Wittmund, 1922 als „Elektrizitätsgenossenschaft Wittmund“ gegründet, hat bei der Ausschreibung der Stadt Schortens für die Jahre 2024 und 2025 das günstigste Angebot vorgelegt und den Zuschlag erhalten. Das geht aus dem aktuellen Ratsbericht von Bürgermeister Gerhard Böhling hervor.
Bei Strom geht es um 2,43 Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Das Erdgas bezieht Schortens von der EWE: Es sind knapp 5,310 Millionen Kilowattstunden. Grundlage sind jeweils die Verbrauchswerte der städtischen Liegenschaften der vergangenen Jahre.
Insgesamt muss die Stadt Schortens für Energie künftig knapp 1,122 Millionen Euro (2024) beziehungsweise 1,087 Millionen Euro (2025) zahlen. Das ist zwar keine Verdoppelung der bisherigen Aufwendungen von 681.000 Euro pro Jahr, aber ein immenser Anstieg.
Kostensteigerung ist bereits „eingepreist“
Diese Kostensteigerung hat die Stadtverwaltung bereits im Haushalt für 2024 „eingepreist“, das heißt: Der Etatentwurf muss nicht angepasst werden. Auch die jetzt von der Ampel in Berlin beschlossene Erhöhung des CO2-Preises auf 45 Euro pro Tonne (statt geplanter 40 Euro) sei bereits berücksichtigt worden, sagt Bauamtsleiter Andreas Büttler.
Der Haushalt der Stadt Schortens wird im Finanzausschuss am Dienstag, 9. Januar, vorgestellt und soll zwei Tage später, Donnerstag, 11. Januar, vom Rat verabschiedet werden. Die Stadt hatte die eigentlich für Dezember geplante Verabschiedung verschoben, weil keine zuverlässigen Zahlen vom Landkreis vorlagen, wie viel die Stadt künftig für die Kinderbetreuung zahlen muss. Die Stadt hat diese Aufgabe mit Wirkung zum 1. August dieses Jahres an den Landkreis abgegeben und muss dafür zusätzlich zur regulären Kreisumlage von 53 Punkten eine Sonder-Kreisumlage zahlen.
Mehr als 20 Millionen an Kreisumlage
Nach derzeitigem Stand sind es weitere 17,84 Punkte, insgesamt also 70,84. In der Summe bedeutet das: Schortens muss mehr als 20 Millionen Euro pro Jahr an den Landkreis überweisen.
Da Landkreis und kreisangehörige Kommunen die Kosten für die Kinderbetreuung im Prinzip zu gleichen Teilen übernehmen, dürfte die Sonder-Kreisumlage unterm Strich eigentlich keinen Effekt auf den Schortenser Haushalt haben. Aber erst, wenn die genauen Zahlen vorliegen, kann der Haushalt endgültig aufgestellt werden.
Der Entwurf für 2024 wies ein Defizit von 4,851 Millionen Euro aus. Um den Haushaltsausgleich zu erzielen, sind Steuererhöhungen nach Einschätzung von Verwaltung und Politik unvermeidlich. Die Kämmerei hatte in einem Rechenexempel sogar eine drastische Steuererhöhung durchgerechnet: Die Grundsteuern A und B müssten demnach von 380 auf 500 Punkte, die Gewerbesteuer sogar von 380 auf 580 Punkte angehoben werden.
Diesem Rechenmodell will die Politik dem Vernehmen nach nicht folgen, aber ohne Steuererhöhung wird es wohl kaum gehen. Auch die Hundesteuer soll steigen – von 60 auf 80 Euro pro Jahr für den ersten Hund.
