Sande - Bis 2045 soll Deutschland klimaneutral werden. „Ein ehrgeiziges Ziel, das uns vor viele Herausforderungen stellt“, erklärte Christel Bartelmei, Vorsitzende des CDU-Kreisverbands, bei einer Diskussionsrunde im Rathaus zum Thema „Energiewende nachhaltig und sicher – geht das überhaupt?“ Dazu eingeladen hatten der CDU-Gemeindeverband Sande und der Kreisverband.
Das Anliegen: Klarheit in die aktuelle Diskussion bringen. „Es wird über vieles geredet, aber meiner Ansicht nach wird bei allen guten Ansätzen auch oft das Kind mit dem Bade ausgeschüttet, sodass es zu sozialen Verwerfungen kommen könnte“, sagte Bartelmei. Rund 30 Zuhörer saßen im Publikum, von denen sich ein großer Teil wohl Antworten erhofft hatte auf die Frage, auf welche Art von Energie die Bürger demnächst setzen sollte und wohin die Planungen für das Einfamilienhaus gehen sollten.
Sorgen geäußert
Es wurden auch Sorgen laut, dass bei einem schnellen „Aus“ für die bisher genutzte Öl- oder Gasheizung manch einer in eine persönliche Krise schlittern könnte. „Wenn ich mit 5000 bis 7000 Euro, die ich einkalkuliert habe, plötzlich 50.000 Euro für eine Wärmepumpe aufbringen soll, weil es ja mit der Anschaffung der Pumpe allein nicht getan ist, dann frage ich mich, woher ich das nehmen soll. Und einen Kredit bekomme ich als Rentner nicht mehr“, sagte einer der Anwesenden.
Als Referent war Justin Müller, Leiter Politische Angelegenheiten bei der EWE, eingeladen. Die EWE ist in der Region der bedeutendste Energiedienstleister. Das Unternehmen liegt in öffentlicher Hand, unter anderem sind 21 Kommunen an dem Unternehmen beteiligt. Müller erklärte, es gelte nicht nur die Energiewirtschaft zu verändern, sondern das gesamte Wirtschaftssystem zu transformieren und zukunftsfähig aufzustellen. Das Ganze noch dazu bezahlbar und sicher.
Verschiedene Hürden
Er zeigte sich optimistisch, das Ziel zu erreichen, wandte aber auch ein: „Die Werte sind von der Politik vorgegeben, wir werden sie umsetzen. Dabei sind diese Ziele in der Praxis sehr schwer zu erreichen.“ Es gebe verschiedene Hürden, unter anderem sei das Genehmigungsverfahren für Windenergieanlagen zu aufwendig und dauere viel zu lange. Insgesamt sei man in der Region aber sehr gut aufgestellt, es gelte allerdings, ein intelligentes und stetiges System zu installieren.
In der Folge entbrannte eine hitzige Diskussion um die Frage, ob es jemals dazu kommen könne, die Versorgung ausschließlich mit regenerativen Energien sicherzustellen. Im Publikum saßen etliche Energie-Spezialisten, die diese Gesprächsrunde leider schon nach kurzer Zeit für alle Nicht-Fachleute uninteressant werden ließ.
Justin Müller (von links), Leiter Politische Angelegenheiten bei der EWE, mit Christel Bartelmei (Vorsitzende CDU-Kreisverband Friesland) und Matthias Lührs (CDU Sande). Bild: Annette Kellin
