„Als Zuschauer und -hörer der Bockhorner Tourismusausschusssitzung beeindruckte mich nicht so sehr die auch hierbei wieder deutlich werdende Einstellung großer Teile der Bockhorner Bevölkerung zur Natur- und Landschaftsentwicklung – zur Entwicklung einer ,kultivierten’ Natur und einer vielschichtigen ,Kultur’-Landschaft. Die ist mir seit vielen Jahren bekannt und hat mich illusionslos gemacht. Viel erschreckender war das sich hier darstellende demokratische Verständnis sowohl einiger Bürgerbeauftragter als auch der anwesenden Zuhörer. In Kompaniestärke hatte die Agrarlobby mit ihren Claqueuren den Zuschauerbereich des Ratssaals überfüllt.
Nur ein paar unvoreingenommene Bockhorner waren einsame Inseln in diesem Meer von Neinsagern; von Neinsagern zu dem erneuten Versuch, doch noch die Gesprächs- und Diskussionsbereitschaft Bockhorns über die Einbindung des Kommunalgebietes in die Entwicklungszone eines international anerkannten Biosphärengebietes zu erwirken. Der Antrag dazu war nach der ersten Absage aus Bockhorn frist- und formgerecht gestellt worden. Der Bürgermeister fand keinen Grund, diesen Antrag abzulehnen. Und so wurde von den Ausschussmitgliedern Pro und Contra ausgetauscht: Pro: sachlich und sachbezogen; Contra: Das hinlänglich bekannte Nein der Agrarlobby wurde wortreich und teilweise auch mit persönlichen Angriffen gebetsmühlenartig wiederholt.
Demokratie lebt von der sachlichen Diskussion. Demokratie ist die Herrschaft des Volkes, nicht nur des Landvolkes.“
