Sandelermöns - Dort, wo am Upschloot der südlichste Teil der Stadt Jever in das Harlingerland übergeht, steht als Mahnmal ein etwa Meter hohes Kreuz. Es wurde unter dem Eindruck des Zweiten Weltkrieges und der menschenverachtenden Gewalt des Nationalsozialismus 1948 errichtet. Die Stiftung Jeverländisches Mahnmal hatte, wie in den vergangenen Jahrzehnten, zum Gottesdienst unter dem Kreuz eingeladen.
Findlinge mit Namen
Als ein Mahnmal gegen jeden künftigen Krieg errichtet, erinnert das Kreuz an die Menschen, die aus politischen, rassischen und religiösen Gründen Ihr Leben verloren haben. Findlinge mit den Namen der ehemals selbstständigen Gemeinden des Jeverlandes reihen sich links und rechts entlang auf dem Weg zum Hochkreuz. In dem Wäldchen steht für die Kriegstoten aus der Gemeinde Cleverns-Sandel je eine Eiche.
Es ist erfreulich, dass die Kirchengemeinde Leerhafe wieder die Tradition aufnimmt, den Gottesdienst wechselseitig mit Predigern aus dem Harlingerland und dem Jeverland zu besetzen. Lektor Ralf Abels aus Leerhafe legte seine Predigt mit einem Text aus dem 15. Kapitel des Briefes des Paulus an die Korinther aus. Er verglich den Tod und die Auferstehung mit einem Getreidekorn, das äußerlich tot wirkt; dennoch sprießt aus ihm ein grüner Halm und eine Ähre, wenn das Korn in die Erde kommt.
Tod und Hoffnung
Zum christlichen Glauben gehöre, so Abels in dem in Plattdeutsch gehaltenen Gottesdienst, die Auferstehung und das ewige Leben in einer besseren Welt. Er bleibt er selbst mit seinen Eigenarten, denn aus dem Getreidekorn wird keine Blume. Tod und Hoffnung stehen nicht im Widerspruch; sie gehören auf diese Art und Weise zusammen. Jeder schöpft nach einer Phase der Trauer neuen Mut. Es gilt nach vorne zu schauen und den Lebensweg weiterzugehen.
Musikalisch begleitete der Posaunenchor Leerhafe den gut besuchten Freiluftgottesdienst. Die Altersabteilung der Feuerwehr Cleverns sorgt seit Jahren für einen guten Zustand der weitläufigen Anlage. Geleitet von Gerd Wilken hatten die Männer vor einigen Tage das Gelände gepflegt. Für den Fall der Fälle standen zwei Helfer der Johanniter bereit.
