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Landkreis stellt neues Radverkehrskonzept vor Knapp 500 Maßnahmen sind in Friesland vorgesehen

Im ganzen Landkreis Friesland, auch in der Stadt Varel, sind Maßnahmen zur Optimierung des Radverkehrs vorgesehen.

Im ganzen Landkreis Friesland, auch in der Stadt Varel, sind Maßnahmen zur Optimierung des Radverkehrs vorgesehen.

Jan-Ole Smidt

Friesland - Zum ersten Mal gibt es einen Plan darüber, welche Fahrradstrecken in Friesland stark genutzt werden und welche eher weniger bis gar nicht. Diese Vernetzung ist die Grundlage eines neuen Radverkehrskonzeptes des Landkreises, das in dieser Woche den Bürgern vorgestellt wurde. Dazu eingeladen hatte der Landkreis in Varel und Schortens.

Was ist enthalten ?

Das Konzept beinhaltet unter anderem eine Übersicht der bestehenden Radverkehrsanlagen, die Bewertung von Straßen und Wegen, punktuelle Mängel und eine Begutachtung von Fahrrad-Abstellplätzen. Diese Daten zusammengetragen hat das „Stadt- und Planungsbüro Kaulen“ aus Aachen, das der Landkreis Friesland beauftragte. Die zuständigen Planer Philipp Herzog und Robin Frömmer haben nach einer Analyse knapp 500 Maßnahmen vorgeschlagen, die nun weiter im Kreistag debattiert werden. Die endgültige Entscheidung über das Konzept soll Anfang März fallen.

Das neue Radverkehrskonzept für Friesland wurde in der Varel Weberei vorgestellt, wo Anwohner noch einmal zu Wort kamen.

RADVERKEHRSKONZEPT DES LANDKREISES FRIESLAND Bürger gaben in Varel noch einmal Anregungen

Jan-Ole Smidt
Varel

Kommunale Vertreter, der ADFC-Friesland, die Polizei, die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr und vor allem die Bürger in Friesland haben im Vorfeld mitgewirkt und ihre Ideen eingebracht. Dadurch konnte das Planungsbüro zum Beispiel Hindernisse, Straßenschäden und fehlende oder schlecht ausgebaute Wege einbeziehen.

Wo wird verbessert ?

Beispielhafte Sicherheitsmängel im Landkreis gibt es an der Friedeburgerstraße Ecke Wehdestraße in Zetel, weil Radfahrer dort keine Querungshilfe über die viel befahrene Straße haben. Am Bahntrassenradweg bei Neugarmssiel oder auf dem Bahnhofsweg in Varel stehen Schranken und Poller, die laut Planungsbüro ein Sicherheitsrisiko darstellen. Und Schlaglöcher sowie Bodenwellen, etwa auf der Grodenstraße in Ellenserdammersiel oder auf dem Hunnenmoorsweg in Bockhorn gilt es auszubessern.


Die Vorschläge sehen auszugsweise vor, einen Radweg entlang der L812 (Fookwarf) sowie an der Sillensteder Straße bei Wadderwarden komplett neu zu bauen. Vielerorts reiche es allerdings aus, Fahrradfahrern auf der Straße Schutzflächen einzuräumen. Bedeutet: Die Straßen werden um einen Schutzstreifen ergänzt. So zum Beispiel vorgesehen an der Jeverschen Straße und an der Bismarkstraße in der Gemeinde Wangerland,

Wo wird nicht verbessert ?

In einigen Fällen gibt das Planungsbüro auch keine Maßnahmen vor, weil keine erforderlich seien. In der Tempo-30-Zone am Brunsdamm in Obenstrohe werden die Standards für Radfahrer eingehalten. Außerdem geht die Straße in eine autofreie Zone über, die lediglich von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden darf. Planer Robin Frömmer stellte die Ergebnisse in Varel vor. „Positiv zu berücksichtigen ist, dass bereits Dreiviertel aller Wege im Landkreis gesicherte Wege sind. Allerdings gibt es im Kreisgebiet bislang keine Fahrradstraßen. Daher gilt es zu überlegen, ob diese sinnvoll wären“, erklärt Frömmer.

Wie geht es weiter ?

Das Fahrradnetz für Friesland umfasst 459 Kilometer, darunter 190 Kilometer, die als Radvorrangrouten zu betrachten sind – also Streckenabschnitte mit hoher Radfahrerdichte oder Straßen mit hoher Priorität, zum Beispiel Schulwege. Vor diesem Hintergrund gibt es 80 Maßnahmen, die der Landkreis in Absprache mit den einzelnen Kommunen sofort umsetzen sollte. Das betrifft die Beseitigung von Unfallschwerpunkten, die Schulwegsicherung und die Schließung von Netzlücken. Langfristig müssen die baulichen Maßnahmen abgearbeitet werden.

Landrat Sven Ambrosy erklärte während der Info-Veranstaltung in Varel, dass kurz- und mittelfristige Maßnahmen in den nächsten fünf Jahren abgearbeitet werden müssen, langfristig wolle man in zehn Jahren das Radverkehrskonzept umsetzen. „Generell ist das Konzept ein wichtiger Beitrag zur Mobilität im ländlichen Raum und ein wichtiger Fortschritt in Sachen Energiewende“, betont er.

Jan-Ole Smidt
Jan-Ole Smidt Redaktion Varel
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