Sande - Die Kanalisation, die Asphaltdecke, der Gehweg, das Glasfasernetz, die Bushaltestelle am Schulzentrum - und sogar die Straßenbäume: Am Falkenweg in Sande ist fast alles neu. Seit wenigen Tagen sind die Bauarbeiten abgeschlossen, die nur rund 700 Meter lange Straße – eine Hauptverkehrsachsen in Sande – ist für den Verkehr wieder freigegeben. Rund 1,6 Millionen Euro wurden verbaut, das meiste Geld liegt buchstäblich unter der Erde. „Frau Schmidt hat ihre erste Straße fertig“, freute sich dann auch der Vorsitzende des Sander Fachausschusses für Straßen und Wege, Achim Rutz (SPD), beim Ortstermin. Zusammen mit „Frau Schmidt“ – die Sander Bauamtsleiterin Heidi Schmidt – Bürgermeister Stephan Eiklenborg und Vertreter Klaus Oltmann sah sich der Ausschuss das Ergebnis der fast zwei Jahre währenden Sanierung an und ließ sich erklären, was hier alles passiert ist. „Das Ergebnis kann sich sehen lassen“, lobte Rutz.
Zwei Jahre wurde am und im Falkenweg von der Kreuzung Hauptstraße bis zur Dollstraße gebuddelt und gebaut, rund 1,6 Millionen Euro wurden investiert. Das meiste Geld floss in den Untergrund: Auf der kompletten Straßenlänge wurde die Kanalisation erneuert.
Komplett neu aufgebaut wurde anschließend die Fahrbahn. Der Falkenweg ist nun aber deutlich schmaler als zuvor, dafür wurden die Gehwege auf beiden Seiten breiter. Die wurden ebenfalls komplett neu hergestellt und darin bei der Gelegenheit auch schon die Glasfaserleitungen verlegt. Auch die EWE hat Gasleitungen neu- verlegt. Die Parkbuchten entlang des Falkenweg wurden neu angelegt und Säulenahorne gepflanzt, Zudem eine Querungshilfe neu hergestellt. Der Landkreis ließ zudem die Bushaltstelle am Schulzentrum Falkenweg neu anlegen.
Größtes Problem war das Wasser im Untergrund: Die Baufirma hatte nicht geplant, große Pumpen zu installieren; doch musste komplett mit Spülgrund gearbeitet werden, um den Untergrund in vier Metern Tiefe trocken zu halten.
Kanalisation erneuert
Auslöser des Sanierungs-Großprojekts war eine Havarie der Schmutzwasserkanalisation unter dem Falkenweg vor gut drei Jahren. Ursprünglich hatte die Politik zuvor mal beschlossen, nur die Fahrbahn zu erneuern. Doch der genauere Blick einer Fachfirma unter die Straße ließ befürchten, dass Alter und Zustand der Kanalisation sehr bald weitere Schäden und große Reparaturen erwarten ließen und dann eine frisch sanierte Straße wieder aufgerissen werden müsste. Also wurde umgeplant, neu gerechnet und entschieden: Wenn schon, denn schon. Das sagte sich auch der Landkreis Friesland und nutzte die Bauarbeiten der Gemeinde Sande, um auch die Bushaltestelle vor dem Schulzentrum am Falkenweg zu erneuern. Denn das war ohnehin auch geplant.
Wieder High Heel tauglich
Heidi Schmidt hatte gute Planer und gute Firmen an ihrer Seite, die die Sanierung der Straße gut umgesetzt haben, gab die Bauamtsleiterin das Lob weiter. Man habe sich jeden Mittwoch auf der Baustelle getroffen. Vorab habe es mit jedem einzelnen Anwohner Gespräche gegeben, denn die hatten mit einigen Einschränkungen zu leben - von der Erreichbarkeit ihrer Grundstücke bis zur Müllentsorgung. Natürlich sei nicht jeder Anwohner immer begeistert gewesen. „Wir haben aber fast immer die Zufahrt zu den Häusern gewährleisten können“, so Schmidt. Mit zwei Anliegern habe man intensiver sprechen müssen, weil zwei Zäune auf Gemeindegrund standen.
Tatsächlich habe auch die Corona-Pandemie dem Bauvorhaben in die Karten gespielt: „In dieser Zeit war kaum ein Auto auf den Straßen. Das hat es einfacher gemacht, auch wenn die Bauabschnitte clever eingeteilt waren.“ Nun ist alles fertig: „Tatsächlich laufe ich jetzt das erst mal nicht in meinen Arbeitsstiefeln, sondern mit normalen Schuhen durch diese Straße“, sagte die Bautechnikerin. Der Falkenweg ist wieder Sneaker- und High-Heel-tauglich.
