Cleverns - Freitagabend, kurz vor Beginn des Dienstabends der Feuerwehr Cleverns: die Mitglieder sind zur Lagebesprechung einer Übung angetreten. Da kommt ein Pferd aus Richtung Sandel direkt auf den Vorplatz der Feuerwache spaziert, geführt von einer Frau. „Wir waren alle überrascht und wussten nicht, was das bedeuten sollte“, so der stellvertretende Ortsbrandmeister Erik Reck. Es folgten dann ein Mann und zwei Kinder mit einem Präsentkorb, sie hielten eine große Tafel. Dieser Auftritt hat die Einsatzkräfte sehr berührt – ein Dank, der leider immer seltener nach Einsätzen ausgesprochen wird.
Stute tragend
„Wir wollen uns für die behutsame, umsichtige und liebevolle Rettung von Fienchen bedanken“, sagte dazu Pferdebesitzerin Annika Eisenhauer aus Sandel. „Ohne Euch hätte unsere tragende Stute diesen Unfall nicht so gut überstanden!“
Ihr Pferd war am 24. Juni in einen Graben an der Weide in der Nähe des Sandeler Pads gerutscht und schaffte es nicht mehr heraus. Auch die Besitzerin konnte das Pferd allein nicht aus dieser bedrohlichen Lage befreien. Sie wählte den Notruf 112 und die Leitstelle alarmierte die Freiwillige Feuerwehr Cleverns.
Um die Rettung möglichst schonend für das Pferd durchzuführen, wurde auch eine Tierärztin hinzugezogen. Sie begleitete unter ständiger Rücksprache mit dem Einsatzleiter jede Maßnahme.
Keine Blessuren
Doch die der Ortsfeuerwehr Cleverns zur Verfügung stehenden Seile und Schlaufen reichten nicht aus, das Tier artgerecht zu retten. Von der Feuerwehr Hohenkirchen wurde darum ein Tierhebegeschirr angefordert – im Wangerland haben die Feuerwehren häufiger mit Pferden und Rindern zu tun, die irgendwo herausgehoben werden müssen. Feuerwehr-Alterskamerad und Landwirt Folkert Rieniets half zudem mit seinem Trecker.
Behutsam hob er mit dem Frontlader das um das Pferd gelegte Hebegeschirr an und setzte das Pferd neben dem Graben ab. Rund zwei Stunden dauerte die Rettungsaktion für Fienchen. Außer viel Matsch waren an dem Pferd äußerlich keine Blessuren sichtbar. Die Tierärztin versicherte, dass durch die fachkundige Bergung dem Pferd nichts passiert sei.
