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Kreisbrandmeister in Friesland verabschiedet Feuerwehrchef geht nach 45 Jahren in den Ruhestand

Dietmar Reck
Die Ausstattung und Erweiterung der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) wurde in der zwölfjährigen Amtszeit von Gerd Zunken vorangetrieben. Der Übungsturm (hinten links) bietet der Feuerwehr eine optimale Übungsmöglichkeit für die Absturzsicherung, für Anleiterübungen und für Atemschutzübungen

Die Ausstattung und Erweiterung der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) wurde in der zwölfjährigen Amtszeit von Gerd Zunken vorangetrieben. Der Übungsturm (hinten links) bietet der Feuerwehr eine optimale Übungsmöglichkeit für die Absturzsicherung, für Anleiterübungen und für Atemschutzübungen

Dietmar Reck

Friesland/Schortens - Gerd Zunken erinnert sich an große Schadensereignisse, aber auch viele schöne Momente während seiner Zeit als Feuerwehrmitglied. Als Kreisbrandmeister wurde er jetzt in der Feuerwehrtechnische Zentrale (FTZ) in Jever, seinem zwölfjährigen Hauptwirkungsbereich, verabschiedet. Als Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands Friesland bleibt er der Feuerwehr erhalten. Mit einer Mischung aus Fachwissen, Ruhe und Überblick ist er in den zwölf Kreisbrandmeister-Dienstjahren zu einer Institution im Friesischen Brand- und Katastrophenschutz geworden.

Mit 18 zur Feuerwehr

Mit 18 Jahren trat Zunken 1978 in die Freiwillige Feuerwehr Accum ein. Von seinen 45 Feuerwehr-Dienstjahren, hat Zunken fast 36 Jahre Führungspositionen ausgefüllt: zehn Jahre Gruppenführer, zehn Jahre Ortsbrandmeister in Accum, zwei Jahre Schortenser Stadtbrandmeister, eineinhalb Jahre stellvertretender Kreisbrandmeister und zwölf Jahre Kreisbrandmeister.

„Als ich anfing, war fast alles mechanisch. Die Pumpen hatten große Handräder zur Bedienung“, erinnert sich der 63-Jährige. „Heute läuft viel digital und mit Software.“ Gerade für die Maschinisten sei dieser Fortschritt ein Segen, „allerdings müssen sie viel Zeit aufwenden, um mit den Fahrzeugen richtig umgehen zu können“, schildert er die Entwicklung.

Dass es heute seltener brennt, betrachtet Zunken als relativ. Fakt sei aber, dass technische Hilfeleistungen insbesondere nach Verkehrsunfällen oder Unwettern stark zugenommen haben. Dank der schnellen Ausrückzeiten und einer effizienteren Löschtechnik würden viele Wasserschäden verhindert. Die Brandmeldeanlagen seien Fluch und Segen zugleich. Brände würden deutlich früher entdeckt, doch schlechte Wartung führe zu häufigen Fehlalarmen.

Hinzu komme: „Die Bevölkerung hat heute eine viel größere Anspruchshaltung.“ Beispielsweise bei Wasser im Keller oder einem abgebrochenen Ast im Garten werde mittlerweile schnell die 112 gewählt. „Insgesamt rücken die Feuerwehren deutlich häufiger aus“, so sein Fazit. Ob kleiner oder großer Einsatz – jeder ist und bleibt eine Herausforderung für die Feuerwehr.


Notfallversorgung

„Bei belastenden Einsätzen hat man sich früher im Gerätehaus zusammengesetzt und sich ausgesprochen. Heute gibt es eine professionelle Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV)“, erklärt Zunken, die er gemeinsam mit Dieter Becker vom DRK aufgebaut hat.Zunken hätte noch vier Jahre Kreisbrandmeister sein können, denn erst mit 67 Jahren wäre Schluss gewesen. Doch er entschied sich dagegen und sieht die Nachfolge mit Olaf Fianke und Dirk Heuer als Stellvertreter gut aufgestellt. Den Feuerwehren bleibt er als Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands Friesland erhalten.

6700 Stunden Ehrenamt

„Zwölf Jahre Kreisbrandmeister waren nur möglich, weil ich von den Kommunen und Institutionen und meinen Stellvertretern in diesem Ehrenamt unterstützt wurde“, resümiert Zunken. Ohne Telefonate und Büroarbeitszeit leistete er rund 6700 Stunden Ehrenamtszeit. Er legte knapp 90 000 Kilometer bei Dienstfahrten zurück und nahm an circa 2200 Sitzungen und Besprechungen teil. Zunken erfüllte das Ehrenamt Kreisbrandmeister mit viel Enthusiasmus und Pflichtgefühl. Dafür zeichnete ihn der Deutsche Feuerwehrverband mit dem Ehrenkreuz in Silber aus.

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