Sande - Sie waren 16 Stunden unterwegs, ließen 1203 Kilometer hinter sich, mussten vier Tankstopps einlegen und 230 Liter Diesel bunkern, dann erreichten sie den Flughafen im polnischen Rzeszow, kurz vor der Grenze zur Ukraine. Sandes Gemeindebrandmeister Peter Hoffbauer hat sich vor Kurzem gemeinsam mit Rolf Steen von der Freiwilligen Feuerwehr Sande auf den Weg nach Polen gemacht, um dort das ausgediente Tanklöschfahrzeug (TLF) zu übergeben, damit es in die Ukraine gebracht werden konnte.

Die Feuerwehr in Sande hat bereits 2021 einen neuen Einsatzwagen erhalten, das Hilfeleistungsfahrzeug (HLF 20) ersetzte das TLF 16 / 25, das mittlerweile schon mehr als 30 Jahre alt war. „Das Fahrzeug ist nicht schlecht, es entspricht in Deutschland aber nicht mehr den modernen Anforderungen. Deshalb hätte es wohl auch keine weitere Verwendung gefunden. Der Versuch, es zu verkaufen, wäre wohl sinnlos gewesen“, berichtet Peter Hoffbauer.

Rolf Steen hatte zwischenzeitlich aber erfahren, dass andere Feuerwehren ihre nicht mehr benötigten Fahrzeuge spenden. Zunächst war das Ahrtal angedacht, wo nach der furchtbaren Flutkatastrophe viele Wagen fehlten. „Doch da war die Welle der Hilfsbereitschaft groß, viele Feuerwehrschulen hatten ihre Wagen dorthin gegeben. Und die waren eine ganze Ecke jünger als unseres und der Bedarf war längst gedeckt“, erzählt der Feuerwehrmann.

Dann aber entstand ein Kontakt zur Ukraine-Hilfe in Lobetal bei Berlin. Eigentlich hatte man das Fahrzeug mit Hilfsgütern vollpacken wollen, um es in die Ukraine zu schicken, sagt Peter Hoffbauer. Ein Aufruf, an die Feuerwehren der Nachbarkommunen aber führte dazu, dass man den Wagen komplett ausstatten konnte. Zudem wurde noch eine kleine Reparatur vorgenommen und dann konnte es losgehen – natürlich nicht, ohne zuvor die Hürden der Bürokratie zu überwinden.

Hoffbauer und Steen erhielten sogar eine schriftliche „Danksagung für wohltätige Hilfe und Unterstützung der Ukraine im Kampf für Freiheit und Unabhängigkeit“ sowie eine Flagge mit den Unterschriften etlicher Männer, die gerade im Krieg sind.


„Die Freude über unser Fahrzeug war groß, denn in dem Ort, in den das Fahrzeug ging, gibt es nur eine gering bestückte Berufsfeuerwehr. Die Bürger selber sind gerade erst dabei, eine freiwillige Wehr aufzubauen“, berichten die beiden.