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Ortsfeuerwehr muss sich höherer Bebauung anpassen Drehleiter für Sande wird brandaktuell

Henning Karasch
Ernennungen und Beförderungen bei der Feuerwehr Sande (von links): Ortsbrandmeister Jan Holst, ernannte Jannek Arnold zum Feuerwehrmann und Larissa Semmler zur Feuerwehrfau und beförderte Marvin Janßen zum Hauptfeuerwehrmann. Stv. Ortsbrandmeister Don Hollje steckte ihnen die neuen Schulterklappen an.

Ernennungen und Beförderungen bei der Feuerwehr Sande (von links): Ortsbrandmeister Jan Holst, ernannte Jannek Arnold zum Feuerwehrmann und Larissa Semmler zur Feuerwehrfau und beförderte Marvin Janßen zum Hauptfeuerwehrmann. Stv. Ortsbrandmeister Don Hollje steckte ihnen die neuen Schulterklappen an.

Henning Karasch

Sande - Die Jahreshauptversammlung der Ortswehr Sande eröffnete Ortsbrandmeister Jan Holst mit dem Hinweis, ordentlich Zeit mitgebracht zu haben, schließlich würden drei Jahre abgearbeitet. So lange wurde es dann aber doch nicht. Für Jan Holst war es die erste Jahreshauptversammlung als Ortsbrandmeister. „Vor fast drei Jahren habe ich voller Tatendrang und hoch motiviert meinen Posten angenommen. Als Erstes wollte ich mich bei der Jugendfeuerwehr als der Neue vorstellen“, erinnerte er. Stattdessen musste er alle Dienste für die folgenden sieben Monate absagen. Schnellstmöglich mussten Masken und Desinfektionsspender besorgt werden, um die Einsatzbereitschaft zu gewährleisten. Schulungen gab es online und als Kurznachricht.

Nur zwei Lehrgänge zugeteilt

Die Einsatzzahlen gingen um die Hälfte zurück. Von 82 Einsätzen 2019 auf nur noch 49 bzw. 43 Einsätze in den Corona-Jahren 2020 bzw. 2021. Im vergangenen Jahr 2022 gab es wieder mehr zu tun, berichtete Holst: Die Ortswehr wurde zu 27 Brandeinsätzen gerufen, außerdem zu 42 Hilfeleistungen. Zudem hat es 14 Fehlalarme gegeben. Mit insgesamt 83 war bereits wieder das Niveau wie vor Corona erreicht. Diese 83 Einsätze bedeuteten aber auch 775 Dienststunden. Plus 1416 Stunden für Übungs- und Ausbildungsdienste. Die Zahlen von 45 Männern und acht Frauen in der Einsatzabteilung, beim Altersdurchschnitt von 33,9 Jahren, blieben in etwa gleich.

Sandes Ortsbrandmeister klagte über fehlende Lehrgangsmöglichkeiten beim Niedersächsischen Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz, wo von 41 beantragten Lehrgängen zwei zugeteilt wurden.

Jugend rückt nach

Die Alters- und Ehrenabteilung zählt 17 Mitglieder, die Jugendfeuerwehr 20 Jungen und vier Mädchen. Jugendwart Ralf Goda, 2022 neu gewählt, berichtete von 42 Diensten mit 1992 Stunden und 340 Stunden der Betreuer sowie drei Übertritten in die Einsatzabteilung. Alle Jugendlichen erhielten die Jugendflamme I, sieben von ihnen die Leistungsspange. Für dieses würden fünf Jugendliche in die Einsatzabteilung wechseln, für 2024 sogar sechs Übertritte geplant. Dann müssen keine sechs Jugendlichen mehr auf der Warteliste stehen. Denn 24 Jugendliche seien der Höchststand.

Höhepunkte der letzten Jahre waren der „Tag der Feuerwehr“ unter dem Motto „Anpacken statt Zuschauen“, außerdem die Übernahme und Indienststellung des neuen Fahrzeugs – ein HLF20 –, die Umstellung der Atemschutztechnik auf Überdruck und die Ausschreibung des Löschfahrzeugs LF20.


Höhere Gebäude

„Feuerwehrleute leben im Spannungsbogen von Idealismus und Realismus“, sagte Sandes stv. Bürgermeisterin Kirstin Anders-Pöppelmeier in ihrem Grußwort von Rat und Verwaltung. Da die Häuser an der Hauptstraße immer höher würden, sei bald eine Drehleiter fällig. Dem entgegnete Jan Holst, er werde oft gefragt, wann die Drehleiter komme. Einige Häuser seien jetzt schon „drehleiterpflichtig“.

Landrat Sven Ambrosy wies auf das Sicherheitsbündnis zwischen Landkreis und Kommunen hin, in dem 70 Sirenen installiert werden sollen. „Zivilschutz ist kein Randthema. Wir müssen Sicherheit in der örtlichen Gemeinschaft neu denken“, forderte er. Was fehlende Lehrgänge angehe, habe er mit Niedersachsens neuer Innenministerin Daniela Behrens gesprochen.

Gemeindebrandmeister Peter Hoffbauer versicherte, „nicht aufzuhören zu drängeln, bis der Lehrgangsmissstand aufhöre“. Für die Zukunft wünschte er einen Atemschutzgerätepool bei der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Jever.

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